Debriefing – Saisonauftakt Valencia

Racing14 EuroNASCAR Valencia

©racing14.de – Start in Valencia

Nascar Whelen Euro Series – Nachlese Saisonauftakt

16 Runden galt es für die Piloten bei den Rennen der EuroNASCAR am vergangenen Wochenende im spanischen Valencia pro Lauf zu absolvieren. Auf dem Papier zunächst nicht viel, doch die V8-Boliden des europäischen Nascar-Ablegers lieferten in dieser Zeit auf der Rennstrecke des Circuit Ricardo Tormo so einiges ab, Langeweile kam hier definitiv nicht auf.

Triumph auf ganzer Linie – Borja Garcia

Valencia 2017 war vor allem eins – der Siegeszug des Spaniers Borja Garcia, der beide Rennen gewann und nun die Meisterschaft dementsprechend anführt. Sehr zur Freude vom Team von Alex Caffi Motorsport, die damit ebenfalls ihre Debütsiege feiern konnten. Der 34-Jährige gehörte schon immer zu den ganz schnellen Piloten im Feld, oft konnte er aber aus finanziellen Gründen nicht die ganze Saison bestreiten.

NWES Valencia Borja Garcia

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Es bleibt zu hoffen, dass er 2017 bis zum Finale dabei ist, dann jedenfalls muss man ihn jetzt zum Kreis der Titelaspiranten zählen. Es gibt keine Strecke, wo er nicht schnell sein sollte, im Vorjahr überraschte er die versammelte Konkurrenz mit seiner Pole-Zeit im Oval des Raceway Venray – ohne jegliche Erfahrung auf der halben Meile. Valencia stand ganz im Zeichen des Spaniers – sehr zur Freude des Publikums.

Titelaspiranten in Schwierigkeiten

Die drei anderen großen Namen in Sachen Titelvergabe in der ELITE 1-Meisterschaft, Anthony Kumpen, Alon Day und Frédéric Gabillon, erlebten dagegen ein Wochenende mit Höhen und Tiefen.

Anthony Kumpen war ein Siegkandidat, doch eine vollkommen unnötige Aktion von Konkurrent Gabillon beendete diese Hoffnungen früh. Der amtierende Meister hatte den Franzosen gerade überholt, als dieser unnötig auf der Geraden eingangs Start-Ziel in den #24er-Chevrolet des Belgiers fuhr – der musste daraufhin das Rennen beenden. Gabillon bekam eine Durchfahrtsstrafe und somit war für beide Siegkandidaten das erste Rennen früh gelaufen.

NWES Valencia - Alon Day

©racing14.de – Alon Day in Schwierigkeiten

Auch Alon Day machte es nicht besser und berührte kurz vor einem Restart den führenden Garcia, was einen Plattfuß für den Israeli zur Folge hatte. Day und Gabillon haben sich am Samstag nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Beide konnten immerhin am Sonntag dafür wieder etwas gut machen mit den Rängen 3 und 2.

Anthony Kumpen konnte nach dem Gabillon-Rempler im Samstagsrennen nicht eine einzige schnelle Rennrunde absolvieren und musste daher das Feld von hinten aufrollen. In der Kürze der 16 Runden nicht gerade eine einfache Aufgabe. Doch der Belgier lieferte ein grandioses Sonntagsrennen ab, was ihn nach zahlreichen Überholmanövern bis auf Rang 4 nach vorne brachte.

Aufholjagd von Anthony Kumpen

©racing14.de – Aufholjagd von Anthony Kumpen

Immerhin gibt es für alle Piloten ein Streichresultat, welches vor den beiden letzten Veranstaltungen, den Playoffs, zur Anwendung kommt. Diesen „Joker“ haben nun schon einige Favoriten beim Saisonauftakt verbraucht, womit wir einen extrem engen Titelkampf erleben dürften.

Aufstieg in die ELITE 1 – Stienes Longin mit Ausrufezeichen

In der ELITE2-Meisterschaft war Stienes Longin 2016 nicht zu schlagen, mit Spannung durfte man seinen ersten Auftritt in der ELITE1 erwarten. Nachdem er in den freien Trainings einiges am Setup ausprobierte und hier um Rang 6 lag, lieferte der Sohn von Bert Longin pünktlich zum Qualifying. Mit Rang 3 setzte er ein erstes Ausrufezeichen, in der Box von PK Carsport hatte man selbst kaum mit diesem Ergebnis gerechnet.

Stienes Longin #11

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Und auch im ersten Rennen ließ der Belgier Taten folgen, Rang 2 und damit bester in der Junior Trophy-Wertung sprechen für sich. Was am Sonntag möglich gewesen wäre, kann man nur schwer sagen, da Serien-Neuzugang Rodolfo Gonzalez den PK Carsport-Chevrolet mit der Startnummer #11 unsanft ins Kies beförderte. Dennoch hat Valencia gezeigt, dass man Stienes in diesem Jahr nicht das letzte Mal auf dem Podium gesehen hat.

Überraschungen unter der spanischen Sonne

Der Saisonauftakt in Valencia hielt auch einige Überraschungen parat. Wie Phönix aus der Asche tauchte hier das Team von DF1 Racing wieder im Vorderfeld auf. Christophe Bouchut erreichte die Ränge 3 und 5, der erfahrene Franzose bracht den #66er-Chevrolet nach langer Abstinenz wieder aufs Podium zurück. Nachdem die Mannschaft das Saisonfinale 2016 noch auslassen musste, konnte man damit nicht wirklich rechnen. Der Pole Maciej Dreszer konnte in der ELITE2-Wertung zweimal als Dritter auf das Podium klettern und zudem die Rookie-Wertung gewinnen.

Nascar Whelen Euro 2017

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Der 19-Jährige Ulysse Delsaux feierte unterdessen am Sonntag seinen Debütsieg in der EuroNASCAR (ELITE2). Über den Sieg des sympathischen Franzosen, der trotz seines jungen Alters schon lange Teil des Feldes ist, freute sich das gesamte Fahrerlager. Mit den Rängen 4 und 6 debütierte derweil der Spanier Salvador Tineo Arroyo in der ELITE1-Wertung – ein weiterer interner Aufstieg, er konnte letztes Jahr in der ELITE2 die Vizemeisterschaft gewinnen.

MishuMotors Valencia

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MishuMotors – gelungener Einstand des ersten deutschen EuroNASCAR-Teams

Zwei Boliden setzte das erste deutsche Team in der Nascar Whelen Euro Series in Valencia ein. Die Startnummer 70 teilten sich Patrick Simon und Mirco Schultis, der seinerseits zusätzlich den zweiten Wagen mit der Nr. #33 in der ELITE1 fuhr, um Erfahrungen zu sammeln. Gunther Deutsch saß in der ELITE2 am Steuer, während Schultis hier die Startnummer 70 übernahm.

Es war ein arbeitsreiches Debüt-Rennwochenende für das Team, dass noch mit den Tücken der V8-Boliden beim Setup zu kämpfen hatte. Umfangreiche Arbeiten dauerten bis tief in die Nacht, es sollte nicht dabei bleiben. Bei einem Überholvorgang im ELITE2-Rennen wurde Gunther Deutsch aufs Gras gedrängt und hatte keine Chance eine Kollision zu vermeiden. Auslöser war die Nr. 95 mit dem Iraner Sam Taheri am Steuer – eine unnötige und gefährliche Aktion des Serien-Neulings, der dem deutschen Team damit noch mehr Arbeit bescherte.

Teamwork MishuMotors EuroNASCAR

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Die Truppe von MishuMotors brachte den Boliden aber am Sonntag wieder zum Start ins Feld, das verdient Respekt. Und auch auf der Strecke machten beiden Wagen einen guten Eindruck. Während Mirco Schultis einen Pokal in der Legend-Trophy einfahren konnten (Platz 2 in der Sonderwertung) gewann Patrick Simon bei seinem Debüt gleich zweimal die Challenger-Trophy mit den Gesamträngen 10 und 11. Am Ende des ersten Rennwochenendes steht der 70er-Chevrolet der Mannschaft in der Teamwertung auf Rang 10 – das kann sich schon mal sehen lassen.

Justin Kunz #11

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Justin Kunz – guter Einstand im Meisterteam

Der jungen Deutsche Justin Kunz kam unterdessen bei PK Carsport immer besser zurecht. Blickt man auf seine letzte Saison, wo er aufgrund von zahlreichen Problemen häufig nicht zum Fahren kam, sah das an diesem Wochenende schon ganz anders aus. Der #11er Chevy drehte seine Runden wie ein Uhrwerk, mit den Rängen 7 und 6 kann der Youngster zufrieden sein. Hier dürfen wir noch einiges mehr erwarten im Laufe der Saison, der Blick auf sein Rennwochenende im Detail gibt es zum Nachlesen an dieser Stelle.

ELITE 2 – Alle jagen Thomas Ferrando

In der ELITE 2 ist der Franzose Ferrando Titelaspirant Nummer 1. Allerdings bringt er auch schon reichlich Erfahrung mit, er geht hier in sein drittes Jahr. Da er zudem in der ELITE 1 antritt, wäre alles andere als die Meisterschaft in der ELITE 2 eine Enttäuschung. Doch ein Selbstläufer wird das nicht.

Debriefing Euro NASCAR

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Delsaux im Wagen mit der #3 von RDV kann eine große Rolle spielen, zudem darf man auf keinen Fall das PK Carsport-Duo Kunz und Dumarey aus den Augen lassen – hier werden sich noch viele Verschiebungen ergeben. Ob der Pole Dreszer hier weiter an der Spitze mitmischen wird, hängt in erster Linie vom Team ab. Der Nachwuchsfahrer ist als Meister im BMW 235i Racing Cup und ehemaliger Toyota GT86-Pilot auf der Nordschleife auf jeden Fall schon mit reichlich Rennerfahrung ausgestattet und augenscheinlich nicht der Langsamste.

Frühe Unfälle

Bereits in den freien Trainings erwischte es den ein oder anderen Piloten, was sich auf den Rest des Rennwochenendes auswirkte. Beim Brasilianer Marconi Abreu brach am Donnerstag ein Teil am V8-Boliden, so dass er früh einen ordentlichen Abflug hinlegte und schon etwas ins Hintertreffen geriet.

CloseUP Ford Mustang

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Jerry de Weerdt im Boliden von BRAXX Racing erlebte auch ein schweres Wochenende. Nachdem man den Testtag am Donnerstag ausließ, kam er am Freitag im Training von den Strecke ab, hinter ihm passierte Thomas Ferrando das gleiche, der Knauf-Pilot traf den Ford Mustang des Belgiers, der arg ramponiert an die Box zurück gebracht wurde. Viel Arbeit für das Team, das es aber schaffte, die Startnummer #78 wieder auf die Strecke zu bringen.

Wenig zählbares nahm unterdessen Gianmarco Ercoli mit nach Hause. Bei der Startnummer #9 musste früh der Motor gewechselt werden, doch auch danach lief der V8 nicht rund. Der Italiener, unterwegs für Racers Motorsport, ist sonst immer für ein Top 5-Resultat gut, an diesem Wochenende musste er sich aber mit hinteren Platzierungen zufriedengeben.

EuroNASCAR Valencia 2017 Sunday

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Was sonst noch war…

Renauer Motorsport erlebte ein schwieriges Wochenende. Ein Dreher und eine Durchfahrtsstrafe verhinderten ein besseres Abschneiden von Martin Doubek im gelben Mustang mit der #5. Eigentlich ein Podiumskandidat musste sich der Tscheche mit den Rängen 13 und 14 begnügen.

Im Feld sind 2017 zwei Ladys vertreten, in Valencia hatte Arianna Casoli leider mit einiger Problemen zu kämpfen. Der Lady Cup ging daher an die junge Spanierin Carmen Boix, die einen gelungenen Einstand in der Serie bei Alex Caffi Motorsports feierte.

Der Saisonauftakt war für einen weiteren Neuzugang kein leichter, das Team von Dog Racing hatte mit zahlreichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen, Lucas Lasserre konnte aber in der ELITE 1 mit einem 8. Rang ein gutes Resultat einfahren. Der Franzose war 2009 und 2010 Meister der Serie, die damals allerdings noch keinen offiziellen NASCAR-Status hatte.

Toyota Camry Euro NASCAR

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Silhouetten-Wechsel: Mit der Front des Toyota Camry gibt es 2017 wieder etwas mehr Abwechslung an den Fahrzeugfronten. Während der Ford Mustang hier zahlenmäßig vorne liegt, wechselte man bei RDV die „Marke“ am #3er-Boliden über Nacht. Zur offiziellen Serienpräsentation stand der Wagen noch mit Mustang-Front parat, einen Tag später erstrahlte er im Camry-Look – nicht wirklich ein gutes Timing.

Euro NASCAR – Meisterschaftsstände

ELITE 1
1Bojra Garcia96
2Christophe Bouchut80
3Salvador Tineo Aroyo78
4Thomas Ferrando75
5Frédéric Gabillon73
6Wilfried Boucenna73
Freddy Nordstrom72
8Rodolfo Gonzalez69
9Patrick Simon67
10Stienes Longin65
Alon Day65
ELITE 2
1Thomas Ferrando91
2Ulysse Delsaux90
3Maciej Dreszer82
4Eric De Doncker79
5Guillaume Dumarey78
6Justin Kunz75
7Felipe Rabello74
8Marconi Abreu71
9Paul Guiod69
10Mirco Schultis64

 

Renntag 1 Valencia – Bericht und Ergebnisse

Renntag 2 Valencia – Bericht und Ergebnisse

Valencia NASCAR Fest

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