Illinois – zwischen Metropole und Route66

The Bean

©racing14.de – The Bean

Land of Lincoln – diesen Beinamen trägt der amerikanische Bundesstaat im mittleren Westen. Die Heimat Abrahm Lincolns, der im Jahr 1830 als 21-jähriger hier landete, bietet sowohl für den Reisenden, als auch für den Automobil-und Motorsportfan zahlreiche mehr als interessante Ziele.

Chicago – The Windy City

Keine Frage, Chicago ist außergewöhnlich. Die drittgrößte Stadt der USA ist die einzige Millionenstadt in Illinois. Schauplatz unzähliger Filmaufnahmen und traumhaft am Lake Michigan gelegen (daher ist es hier auch wirklich „windy“) bietet die Stadt alles, was das Herz begehrt. Kultur gibt es hier zu hauf und auch mehr als genug für umsonst.

Den Millenium Park muss man einmal gesehen haben. Hauptattraktion ist hier sicherlich die berühmte „Chicago Bean“, deren ursprünglicher Name „Cloud Gate“ schon fast in Vergessenheit geraten ist. Oft finden hier im Park kostenlose Konzerte statt. Überhaupt ist aber das Flair solch einer multikulturellen Stadt einzigartig und man sollte es ein paar Tage lang in sich aufsaugen.

Downtown Chicago

©racing14.de – Downtown Chicago

Ein guter Tipp ist übrigens die Stadt mittels einer sogenannten  Greeters-Tour zu erkunden, die kostenlosen Stadtführungen werden von Freiwiligen angeboten. Mehr Infos dazu und auch zu Chicago findet ihr sozusagen in der Reiseblog-Abteilung, genauer gesagt hier bei  teilzeitreisender.

Aber Chicago ist ebenfalls ein historischer Ausgangs- und/oder Endpunkt für den Automobilinteressierten…

Beginn der Route 66

©racing14.de – Route66 Startpunkt

Route 66

Der Startpunkt (und je nach Fahrtrichtung dann auch der Endpunkt) der legendären Route 66 liegt in Chicago. Die Route war einer der ersten durchgehend befestigten Straßen bis hin zur Westküste der USA mit einer Länge von fast 4.000 Kilometern. Heute sind nur noch Teilstrecken übrig geblieben, um schnell von A nach B zu kommen, fährt man längst auf den Interstates.

In Illinois selber kann man aber einiges von der historischen Route66 im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Für den Motorsportfan kann ich nur einen Ausflug zum NASCAR-Rennen im September empfehlen. Die Strecke des Chicagoland Speedways liegt knapp außerhalb der Stadt Joliet, in der man dem hiesigen Route66-Museum einen Besuch abstatten sollte. Und auch auf dem Weg zum Speedway und zur NASCAR-Party der Moderne, könnt ihr schon ein Stück auf der Route66 fahren. Heute sind in Illinois die entsprechenden Strecken anders bezeichnet, so daß man sich vor Ort an die Hinweisschilder „Historic Route66“ halten sollte.

Route66

©racing14.de

Fährt man vom Speedway aus südlich Richtung Springfield kommt man direkt am  Route66-Raceway vorbei. Der Raceway kurz hinter dem Chicagoland Speedway ist eine moderne Dragster-Rennstrecke. Den Weg nach Springfield weiter südlich kann man auf der Interstate I-55 aufnehmen, auf jeden Fall sollte man aber rechtzeitig eimal abfahren und der tatsächlichen alten „66“ folgen, ansonsten sieht man sie nur ab und an von der Interstate aus.

In der kleinen Stadt Wilmington findet sich beispielsweise der „Gemini Giant“. Wenn man in der amerikanischen Kleinstadt vor diesem Riesen steht, fühlt man sich in der Zeit doch ein wenig zurückversetzt. Das amerikanische Diner kurz davor ist nur leider aktuell nicht in Betrieb, die Stadt 76 Kilometer südlich von Chicago wirkt wie ausgestorben.

Gemini Giant

©racing14.de – Gemini Giant

Auf unserer Reise entlang der alten Route66 haben wir leider zwei Gegner gehabt, das Wetter und die Zeit, die es auf unserem Kurztrip nicht zuließ, viele Plätze auf der historischen Straße anzusteuern. Einen Tipp habe ich aber noch. In Springfield angekommen sollte man sich einen „Cozy Dog“ im dortigen Diner gönnen. Ähnlich einem Hot Dog gibt es das Würstchen hier als Corn Dog am Stiel.

Allein auf den ersten ein bis zweihundert Kilometern in Illinois bietet die Route66 einige Ausflugsziele, die man mitnehmen sollte, besonders auch für den Automobil-Interessierten. Weitere Infos gibt es auf der Seite von Enjoy Illinois.

Motorsport und Automobile Geschichte

NASCAR gibts in Illinois im September, südlich von Chicago, nahe der Stadt Joliet. NASCAR-Rennen vor dem Fernseher zu verfolgen, das ist für viele, die ich kenne, zu langatmig. Aber NASCAR einmal live vor Ort zu erleben ist außergewöhnlich, als Motorsportfan egal welcher Rennserie sollte man sich dies zumindest einmal im Leben angeschaut haben. Über meinen Ausflug in Sachen NASCAR auf dem Chicagoland Speedway habe ich an dieser Stelle schon ausführlich berichtet.

Rockford Speedway

©racing14.de – Rockford Speedway

Keine 100 Meilen westlich von Chicago liegt die Stadt Rockford. Hier gehts motorsportlich zurück zu den Wurzeln. Wenig Show, dafür durch und durch Passion für den Motorsport werdet ihr auf dem Rockford Speedway finden, eines meiner persönlichen Highlights des Blog-Jahres 2014. Einen ausfürlichen Reisebericht habe ich hier verfasst, wenn ihr in Illinois unterwegs seid, macht unbedingt einmal Halt in Rockford.

Historic Auto Attractions

©racing14.de- Historic Auto Attractions

Unweit von Rockford trifft man in Roscoe auf ein ungewöhnliches Museum, wo ihr aber unbedingt vorbeischauen solltet. Das Historic Auto Attractions Museum ist eine ungewöhnliche, aber auch sehr faszinierende Sammlung. Der Inhaber ist dem Automobil sehr verbunden, so hat er gesammelt, was das Zeug hält. Eine kleine Auswahl gefällig? Vom Batmobil und Ghostbuster-Filmwagen über alte NASCAR-Boliden, Danica Patricks IndyCar aus dem Jahr 2005 bis hin zu Wagen von Elvis Presley ist nahezu alles vertreten.

Querbeet kann man auch einen automobilen Streifzug durch das 20. Jahrhundert machen. Eine Limousine aus dem Jahr 1937 von Stalin ist eine der Exoten, zahlreiche ähnliche Wagen finden sich in der Ausstellung „The Leaders of World War II“. Die Zusammenstellung im Museum ist so abenteuerlich, das es gleichweg fasziniert. Der Inhaber und Sammler ist ein großer Anhänger von John F. Kenney, somit sind auch rund um den bei einem Attentat ums Leben gekommenen amerikanischen Präsidenten zahlreiche Ausstellungsstücke vertreten.

IndyCar

©racing14.de – IndyCar

Leider war die Zeit ein wenig zu kurz, für das Museum sollte man wirklich einige Stunden Zeit einplanen. Interessante Randnotiz: der Sammler ist auch gleichzeitig der Inhaber der Firma LeftHander Chassis, die sich um die Konstruktion von Rennboliden kümmert. Ein Kunde sitzt übrigens in den Niederlanden. Die Firma Hendriks Motorsport BV setzt die LeftHander Chassis beim Late Model V8-Supercup auf dem Raceway Venray ein. Das sieht man es mal wieder, klein ist auch die Motorsportwelt.

Wer noch Zeit und Lust hat, für den empfehle ich abschließend noch einen Abstecher nach Poplar Grove, was ebenfalls ganz in der Nähe liegt. Im hiesigen Vintage Wings & Wheels Museum steht zwar die Fliegerei im Vordergrund, aber auch der ein oder andere automobile Klassiker verbirgt sich hier im wunderschön eingerichteten Flugzeughangar.

Poplar Grove

©racing14.de – Vintage Museum Poplar Grove

Für mich stand mit racing14 sicherlich die NASCAR und vor allem auch der Rockford Speedway im Vordergrund der Reise nach Illinois, doch wie ihr seht, gibt es im mittleren Westen noch so einiges in Sachen Automboil zu entdecken. In diesem Sinne, Keep Racing!

Bildergalerie aus Illinois (alle Fotos ©racing14.de)

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Hilfreiche Links:

mehr Infos zu Reise nach Illinois und nach Chicago bei  teilzeitreisender

Chicagoland Speedway

Rockford Speedway

Historic Auto Attractions Museum in Roscoe, IL

Poplar Grove Vintage Wings & Wheels Museum

Details zur Route66 in Illinois

PS: Wenn ihr die Gegend besuchen wollt und irgendwelche Fragen habt, nicht zögern, gerne als Kommentar oder über Kontakt einfach melden.