Der Nachwuchs 2014

Yann ZImmer - Pitlane Valencia

©NASCAR Whelen Euro Series

Ander Vilarino gewann das zweite Rennen des Saisonauftaktes in Valencia und die erfahrenen Piloten vom belgischen PK Carsport-Team, Bert Longin und Anthohny Kumpen, führen die Meisterschaftswertung an. Doch die Youngster der Serie haben bereits bei der ersten Veranstaltung des Jahres mehr als nur auf sich aufmerksam gemacht, schauen wir uns also den Nachwuchs einmal genauer an.

Von Position 9 startend gewann Yann Zimmer mit einer bravourösen Vorstellung das erste Rennen in der ELITE1-Wertung. In der Saison 2012 kam der mittlerweile 23-jährige Schweizer erstmalig in die heutige Whelen Euro Series. Es war aber mehr eine Art Vorgeschmack, er nahm nur an 4 Wertungsläufen teil. Im Jahr darauf konnte er sieben Mal aufs Podium fahren und in Monza seinen ersten Sieg in der Serie verbuchen. Gesamtrang drei am Jahresende und Sieger der Jerome Sarran Trophy, die bis kurz vor Saisonende als Junior Trophy für den Nachwuchs bekannt war. Jerome Sarran war ein Mentor für viele Nachwuchspiloten und insbesondere auch für Zimmer. Der Franzose verstarb letztes Jahr, ihm zu Ehren wurde diese Wertung umbenannt. Die Trophy richtet sich an Piloten unter 25 Jahren und davon hat die Euro Series einige.

Kurz nochmal zurück zu Yann Zimmer. Nach einigen Jahren im Kart durchlief er einige Formel-Kategorien, beispielsweise den Formel Renault 2.0 Cup. Siege und Podiumsplatzierungen konnte er überall einfahren. Der Schritt von dort direkt in die Whelen Euro Series war sicher gewagt, verkehrt aber auf keinen Fall, wie man an seinem Werdegang in der Meisterchaft sieht. Er wird dieses Jahr auch den ein oder anderen Ausflug in die USA unternehmen, um auch im Umfeld der NASCAR mal zu einem Test in den dortigen Klassen zu kommen. Platz 3 im Vorjahr, Yann Zimmer hat die Spitze dieses Jahr fest im Visier.

Yann Zimmer -Victory Lane

©NASCAR Whelen Euro Series

Vom Formelsport in die Whelen Euro Series – diesen Schritt geht mit der Saison 2014 auch Eddie Cheever III. Der Sohn des Indy500-Siegers von 1998 und ehemaligen F1-Piloten Eddie Cheever Jr. begann seine Karriere 2006 im Kart, bevor er 2009 in den Formel-Sport wechselte. Der 1993 in Rom geborene Cheever durchlief ähnlich wie Yann Zimmer einige Formel-Kategorien, mit dem Unterscheid, dass sein Weg erst einmal noch in die Formel 3 führte. 2011 und 2012 fuhr er in der italienischen Formel 3, in der Saison 2012 wurde er hier mit dem Prema Powerteam Vizemeister mit 5 Rennsiegen. In der folgenden Saison konnte er in die F3 Europameisterchaft aber nicht an diese Erfolge anknüpfen. Einen Achtungserfolg konnte er mit einem 6. Platz beim Formel 3 Masters in Zandvoort erreichen.

Eddie Cheever III

©NASCAR Whelen Euro Series

In diesem Jahr geht es nun auch für ihn mit „Dach“ weiter in der Karriere. Und das scheint ihm nicht schlecht zu liegen. Vor dem Saisonstart in Valencia fuhr er in der neuen EuroV8-Serie (die ehemalige italienische Superstars-Serie) in Monza mit seinem Mercedes C63 AMG Coupe zu einem Doppelsieg. Pole Position und schnellste Runde waren auch noch dabei – noch Fragen? Hochmotiviert zeigte er dann beim Auftakt der Whelen Euro Series letztes Wochenende ebenfalls eine bärenstarke Leistung. In Diensten von CAAL-Racing war er auf Anhieb mit an der Spitze des Feldes zu finden. Platz 4 im ersten Lauf und Rang Sechs in Lauf 2 sprechen auch hier eine deutliche Sprache. Beim zweiten Rennen wäre noch mehr drin gewesen, wäre er nicht zu Rennbeginn in eine Kollision verwickelt worden. So musste er sich durchs Feld bis auf die sechste Position wieder vorkämpfen. Mit seinem NASCAR Whelen Euro-Boliden kommt er auf Anhieb sehr gut zurecht, er wird sicher dieses Jahr noch für die ein oder andere Überraschung sorgen, im Mittelfeld wird er auf keinen Fall verschwinden.

Eddie Cheever III - Start Valencia

©NASCAR Whelen Euro Series

Ein anderer Italiener trägt zwar selber keinen berühmten Namen, doch er fährt eine berühmte Startnummer. Am Steuer des Boliden mit der #99 von Max Papis Racing sitzt der 22-jährige Kevin Gilardoni. Max Papis hat die #99 in Gedenken an den unvergesslichen Greg Moore als Nummer gewählt. Gilardoni verfügt über relativ wenig Erfahrung im Kart, für ihn ging es schon im Jahr 2007 in den Formelsport. Nach dem Einstieg folgte die Formel BMW und die Formel Renault 2.0, hier war er in unterschiedlichen Meisterschaften einige Saisons über aktiv. In den Jahren 2012 und 2013 startete er dann in der Renault Megane Trophy, die er jeweils als Gesamt-Dritter abschloss. Talent ist auch bei ihm zu Genüge vorhanden, auch wenn in der bisherigen Karriere der große Wurf ausblieb. Doch dafür verfügt er auf der anderen Seite über recht wenig Rennerfahrung. Platz 6 im ersten Lauf in Valencia zeigen sein Potential, auch seine schnellste Rennrunde konnte sich sehen lassen. Leider konnte das Team den Wagen zum zweiten Lauf wegen technische Problemen nicht an den Start bringen, so daß der junge Italiener jetzt bis zum Juni in Brands Hatch warten muss, um die #99 noch weiter nach vorne zu bringen.

Car 99 - Max Papis Racing - Kevin Gilardoni

©NASCAR Whelen Euro Series

In der ELITE2-Wertung tauchte dann in Valencia der erst 17-jährie Neal Van Vaerenbergh auf. Im Auto von PK Carsport dominiere er hier das Geschehen. Pole Postion in beiden Rennen und zwei ungefährdete Rennsiege für den jungen Belgier. Nach fünf Jahren im Kart wechselte er erst 2013 in den Formelsport. In der französischen Formel 4 Meisterschaft machte er seine ersten Erfahrungen abseits des Karts. 3 Podiumsbesuche und ein 8. Gesamtrang waren ein guter Einstieg. Mit seinem Auftreten in Valencia konnte man aber in dieser dominanten Weise sicher nicht rechnen.

Neal Van Vaerenbergh

©NASCAR Whelen Euro Series

Das waren jetzt vier der vielen Youngster, die in der NASCAR Whelen Euro Series auch am Start sind. Im Laufe der Saison werde ich sicher noch auf den ein oder anderen eingehen, der hier jetzt in der Auflistung noch fehlt. Ebenfalls zur Klasse der Fahrer bis 25 Jahre gehören noch Anthony Gandon, Hugo Bec und Julien Goupy aus Frankreich, Nicolo Rocca (Italien) und Freddy Nordström (Schweden), die bereits letztes Jahr mit am Start waren. Neu dabei sind noch Simone Monforte aus Italien und der Brasilianer Victor Guerin, der bereits über AutoGP und GP2-Erfahrung verfügt. Nicht vergessen darf man auch die Rookies aus der ELITE2-Wertung, neben dem Belgier Van Vaerenbergh ist in dieser Wertung auch der Österreicher Philipp Lietz am Start, sowie die Ladies Erika Monforte und Francesca Linossi (letztes Jahr noch im MiniCup aktiv).

Man sieht, die Whelen Euro Series ist im Jahr 2014 auch jünger geworden. Der Nachwuchs wird auf jeden Fall ein gehöriges Wort um Podiumplatzierungen und auch Rennsiege mitreden. Also, die Rookies immer gut im Auge behalten! Keep Racing!

Kevin Gilardoni - Max Papis Racing

©NASCAR Whelen Euro Series