Smoke, Rookies und Zweikämpfe

NASCAR Richmond

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Seit meinem letzten Blick auf den NASCAR Sprint Cup sind mittlerweile drei weitere Rennen der Saison 2014 Geschichte. Und die Liste der unterschiedlichen Sieger wurde nun auch unterbrochen. Kevin Harvick siegte bereits zum zweiten Mal in dieser Saison und zwar in Darlington. In der Gesamtwertung liegt der Stewart-Haas Racing-Pilot aber nur auf dem 20. Rang. Wenn sein Bolide problemlos lief, ist mit der #4 mittlerweile regelmäßig auf den vorderen Plätzen zu rechnen, wenn er nicht sogar meist ein Wort um den Sieg mitreden kann. Doch das ein oder andere technische Problem in einigen Rennen führen zu diesem Gesamtrang im hinteren Feld. Wen interessiert es? Nach dem neuen Reglement keinen. Mit zwei Siegen ist Harvick sicher im Chase des Jahres 2014.

Das ist auch Penske-Pilot Joey Logano, der in der Zwischenzeit nicht nur in Texas, sondern auch beim Rennen letztes Wochenende in Richmond siegen konnte. Penske kann damit ebenso wie Stewart-Haas Racing schon auf drei Saisonsiege verweisen, hier steht Hendrick Motorsports noch hinten an. Doch ich bin überzeugt, dass der amtierende Champion Jimmie Johnson schon bald wieder an der Spitze des Feldes auftauchen wird.

Joey Logano - Penske / Richmond

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Das Rennen in Richmond am vergangenen Wochenende hatte es in sich. Logano war der lachende Vierte, weil sich das Trio Matt Kenseth, Brad Keselowski und Jeff Gordon selber im Weg stand. Keselowski war auf Kenseth nach dem Rennen nicht gut zu sprechen, waren einige Manöver seiner Meinung nach zu hart. Doch wir befanden uns in den letzten zehn Runden und es wurde um den Sieg gefahren. Man hat schon den Eindruck, dass das neue NASCAR-Playoff-Reglement wieder zu härteren Kämpfen führt. Dies war auch so beabsichtigt. Alle Fahrer haben das aber nicht ganz verstanden. Gemeint von den Machern des Regelwerkes sind Kämpfe auf der Strecke, nicht abseits, so ebenfalls geschehen in Richmond. Eine Meinungsverschiedenheit zwischen Casey Mears und Marcos Ambrose führte zu einem rechten Schwinger seitens des Australiers, den ich dem netten, bald 38-jährigen gar nicht zugetraut hätte. Aber Casey Mears ist wohl auf, also alle Achtung Marcos Ambrose, so hätte ich das nicht hinbekommen (bin ich doch fast der selbe Jahrgang), aber unnötig trotzdem, seine große Sieg-Chance kommt doch eh erst auf dem Straßenkurs in Watkins Glen.

Kyle "The Kid" Larson

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Der Fan bekommt in Sachen NASCAR in dieser Saison auf jeden Fall einiges geboten. Besser für den Zuschauer kann es kaum werden, wenn man sich die Rennen einzeln betrachtet. Harte Zweikämpfe um die Führung, auch wenn sicher nicht jedes Rennen derartig faszinieren kann wie das letzte in Richmond. Was mir mehr und mehr Spaß macht ist der NASCAR-Nachwuchs, insbesondere Kyle Larson. „The Kid“, wie er genannt wird, bei der Arbeit zuzuschauen macht wirklich Spaß, der Junge hat einfach eine außergewöhnliche Fahrzeugbeherrschung. In Sachen NASCAR Nationwide Series musste er sich vor kurzem aber hinten anstellen und zwar hinter Chase Elliot. Der erst 18-jährige Youngster und Sohn von Bill Elliot konnte in der Nationwide-Serie zwei Siege einfahren und liegt derzeit in der Gesamtwertung an Front. Selber fehlt mir leider oft die Zeit, die Rennen der Nationwide anzuschauen, eine Empfehlung kann man für diese aber ohne Zweifel geben, Beispiel gefällig? Einfach mal hier schauen – sozusagen die Zukunft im NASCAR-Sport am Werk –

 

Doch zurück zum Sprint Cup und natürlich auf einen Piloten, der mir persönlich besonders am Herz liegt. Eigentlich ist Richmond die Lieblingsstrecke von Tony Stewart, doch letztes Wochenende wurde dieses Verhältnis leicht getrübt. In der letzten Trainings-Sitzung war noch die Hoffnung im Team der #14 präsent, als man die zweitschnellste Zeit erreichte. Doch das „Toyota Owners 400“ geriet zu einem Handling-Albtraum für Smoke. Alle Probleme, die man haben konnte, traten ein, alle Versuche, das Fahrverhalten zu verbessern, schlugen fehl. Als die Zielflagge dann ein Erbarmen hatte, stand nur Patz 25 mit einer Runde Rückstand zu Buche. In der Gesamtwertung – man meint es kaum – führt Tony als 15. die Stewart-Haas-Truppe an, Kevin Harvick ist, wie schon erwähnt, 20., Kurt Busch 25. und Danica Patrick 29. – aber wie war das? Wen interessiert es ? Das Ziel der #14 heißt weiterhin Platz 1 und Fahrt in die Victory Lane, wie für viele andere auch.

Smoke will Rise

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Je näher es dem Chase geht, desto härter wird sicher gekämpft – aber bitte auf der Strecke Herr Ambrose! Als nächste Station geht es nun auf zur Superspeedway-Lotterie nach Talladega, hier erinnere ich mich an die #14 in der Luft – allerdings in den Händen eines Rookies, Austin Dillon, der sich aber sicher wieder auf der Strecke wohlfühlen wird und sich auch mal wieder an der Spitze eines SprintCup-Laufes zeigen will. Dann leider nicht mehr mit am Start wird Parker Kligerman sein, dessen Swan-Team in finanzielle Schieflage geraten ist. Schon letztes Wochenende war Kligerman zum Zuschauen verdammt. Ich kann nur hoffen, dass der durchaus vielversprechende Youngster noch einmal eine Chance bekommt. In diesem Sinne: Keep Racing!