Transam Euro Racing – V8 Grollen

2017 stehen einige neue Rennserien in den Startlöchern, beispielsweise die DMV National Endurance Series (NES) 500, eine Langstreckenrennserie oder auch die Mitjet Series, die mit baugleichen Boliden erstmals auch in Deutschland an den Start gehen soll. Bedarf ist also allem Anschein nach zur Genüge vorhanden, ist doch für viele Teams der Einsatz in Serien wie der VLN immer kostenintensiver geworden, im GT3-Wettbewerb der Neuzeit geht da oft nicht mehr viel.

Ein weiteres interessantes Konzept ist die Transam Euro Racing Series, die auf Europas Rennstrecken ebenfalls in diesem Jahr ihr Debüt geben wird. Trans-Am, das sagt sicher vielen etwas. Im Jahr 1966 wurde die Rennserie in den USA gegründet, heute bestimmen hier Boliden wie der Chevrolet Camaro oder die Dodge Viper das Bild.

Trans Am Euro Racing 2017

©Dominique Strinati

Nach dem amerikanischen Vorbild kommen nun auch Transam-Boliden nach Europa. Eingesetzt wird hier ein Rohr-Rahmen Chassis, der baugleiche Bolide kann mit drei verschiedenen Silhouetten gefahren werden: Ford Mustang, Dodge Challenger oder Chevrolet Camaro. Angetrieben werden alle Fahrzeuge von einem Chevrolet V8 mit rund 525 PS. Elektronische Fahrhilfen, ABS oder aerodynamischer Flügelsalat sind hier nicht angesagt. Zum einen hat sich mit solch einem Konzept bereits in anderen Rennserien ein guter Wettbewerb entwickelt, zum anderen hält man so die Kosten doch deutlich mehr im Zaum.

Trans-Am Euro Racing Fahrzeug

©Transam Euro Racing

Der Rennbolide kommt mit einer Länge von 4.970 mm um die Ecke und einer Breite von 2.030 mm bei einem Gewicht von 1.150 Kilogramm. Der Tank der V8-Maschinen hat eine Kapazität von 96 Litern.

Der neue Bolide richtet sich nach dem amerikanischen Trans-Am Vorbild und der dortigen TA2-Klasse, gefahren wird auf Hoosier-Reifen – US-Motorsport also auch in Europa. Kommt einem irgendwie bekannt vor? Gewisse Ähnlichkeiten, vor allem im sportlichen Reglement und im Ablauf sind auf jeden Fall vergleichbar mit der Nascar Whelen Euro Series, dem europäischen Nascar-Ableger.

TransAmEuro - Car Back

©Transam Euro Racing

Es gibt hier ebenfalls zwei Fahrer, die sich ein Auto teilen, es kann aber auch ein Fahrer allein die komplette Meisterschaft bestreiten. Nach zwei jeweils einstündigen freien Trainings gibt es ebenfalls zweimal ein Qualifying über 30 Minuten zu sehen. Danach folgen 2 Sprintrennen mit einer Dauer von einer halben Stunden, zusätzlich gibt es noch ein 1-stündiges Langstreckenrennen.

Für 2017 sind 6 Wertungen ausgeschrieben: Gesamtwertung, Frauen, Junioren bis 21 Jahre, Gentleman ab 55 Jahre, Crews und Teamwertung. Der Bolide der TransamEuro-Serie wurde inzwischen schon mehrfach auf Herz und Nieren getestet und zwar von Eric Van de Poele, seines Zeichens ehemaliger Formel1-Pilot.

on track Ford Mustang Trans Am Euro

©Dominique Strinati

Die erste Saison wird erstmal eine Art Schnupperjahr werden. Ursprünglich war geplant, mehrere Rennen im Rahmen der European Truck Challenge zu bestreiten, doch werden es im Debütjahr hier wohl maximal 1-2 Rennen werden. Die bisherigen veröffentlichten Termine sind also rein provisorisch und werden sich noch ändern. Sobald sich hier allerdings etwas tut, lasse ich es euch wissen, schließlich will ich mir die amerikanischen Muscle-Cars auch selber live vor Ort gönnen, vorstellbar ist aktuell ein Auftritt auf den folgenden Kursen, auch wenn der Rennkalender 2017 wahrscheinlich erstmal etwas kleiner ausfallen wird:

Mögliche Austragungsorte TransAM Euro Racing :

– April 2017: Barcelona (Spanien)
– Mai 2017 : Red Bull Ring (Österreich)
– Mai 2017 : Le Castellet (Frankreich)
– Juni 2017 : noch offen
– Juli 2017 : Slovakiaring (Slowakei)
– August 2017 : Hungaroring (Ungarn)
– September 2017 : Le Mans (Frankreich)
– Oktober 2017 : Jarama (Spanien)

Mustang TransAMRacing

©Transam Euro Racing

Einfache Technik, günstige Ersatzteile und gleiche Technik für alle – diese Formel rückt immer mehr in den Fokus. Der Zuschauer will guten Sport sehen, dazu braucht er keine Premiumhersteller wie in der DTM, die ihrem alten Erfolg längst hinterherrennt.

Viele Einsatzfelder werden für einige Teams immer schwieriger zu finanzieren, daher kann die TransAm-Euro-Racing Series hier sicher ihren Platz finden. Man begibt sich in direkte Konkurrenz zur EuroNascar, ist aber in Sachen Seriendebüt und auch in der medialen Präsentation schon gut aufgestellt. Amerikanisches V8 Grollen kann man also im nächsten Jahr in Europa mehr als genug genießen. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Übrigens gibt es auch für Deutschland und Österreich exklusive Ansprechpartner für Teams und Aktive, die sich für die Serie und einen Einstieg interessieren:

Deutschland: Ebert Sportscars email: germany(at)transameuroracing.com
Österreich: CTNET USDM email: austria(at)transameuroracing.com

Transam Euro Racing

©Transam Euro Racing