VLN2 2017 – Herzschlagfinale

VLN2 2017 Start

©Jan Brucke/VLN

42. DMV 4-Stunden-Rennen

Bevor ich auf den zweiten Lauf der VLN blicke, geht es nochmal kurz zurück zum Saisonauftakt. Man glaubt es kaum, aber das vorläufige Ergebnis der Klasse SP9, also die Wertung der GT3-Fahrzeuge, ist dann mittlerweile doch bestätigt worden, der DMSB war zwar nicht der Schnellste, aber immerhin vor dem Start von VLN2 war die Wertung nun fix.

Manthey-Racing 2017 bleibt ungeschlagen

Nach vier Stunden Renndistanz war es erneut die allerletzte Runde, die bei der VLN die Entscheidung brachte. Beim zweiten Lauf zur Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife gingen die drei führenden GT3-Boliden innerhalb von guten 4 Sekunden ein letztes Mal auf die Hatz durch die Grüne Hölle. Zu Beginn der letzten Umrundung der schönsten Rennstrecke der Welt erkämpfte sich Connor de Phillippi im Audi von Land Motorsport die Führung vom Manthey-Porsche, als es aber auf die Döttinger Höhe ging, wurde der Audi LMS GT3 plötzlich langsamer, man hatte sich in Sachen Sprit verkalkuliert.

911 Manthey-Porsche GT3 R VLN2

©Jan Brucke/VLN

„Um am Ende mit dem Porsche um den Sieg kämpfen zu können, mussten wir bei unserem letzten Boxenstopp in Runde 24 möglichst kurz nachtanken. Am Ende hat es ganz knapp nicht gereicht. Das ist ärgerlich“, so Wolfgang Land.

Nach 27 Runden fuhr somit der Porsche vom Manthey Racing erneut zum Sieg, wie schon beim Saisonauftakt. Frédéric Makowiecki und Richard Lietz hieß es diesmal hinter dem Lenkrad der Startnummer #911, für den Franzosen war es ebenfalls der zweite Saisonsieg, während Lietz zum ersten Mal 2017 auf der Nordschleife im Einsatz war. Da die GT3-Klasse mit 31 Startern erneut stark besetzt war, heißt der alleinige Tabellenführer nach zwei Rennen jetzt natürlich Makowiecki.

Fred Makowiecki

©Jan Brucke/VLN

Überraschungspole

Nach dem 24-Stunden-Rennen wird sich aber die Teilnehmerzahl in Sachen GT3 sicher wieder „beruhigen“, so dass wir danach dann einen Umschwung in der Gesamtwertung erleben dürften. Doch zurück zu VLN2 der Saison 2017. Die Pole ging ebenfalls wieder an Porsche, allerdings glänzte hier der junge Franzose Mathieu Jaminet, der überraschend den stärksten Manthey-Porsche stellte. Mit einer Zeit von  8:00,619 Minuten sicherte der 22-Jährige sich selbst und seinen Kollegen Otto Klohs und Lars Kern den besten Startplatz, gefolgt vom neuen Frikadelli-Porsche und dem späteren Siegerduo aus Lietz und Makowiecki.

Während sich die Polesitter am Ende der 4 Stunden-Renndistanz über den Sieg in der Pro-Am Wertung der GT3 freuen durften, zeigt der Gesamtrang 19 der Truppe aber auch, wie schnell man von der Spitze wieder weg ist, wenn man bei der Fahrerbesetzung keinen Vollprofi mit im Team hat.

Deutlich stärker als noch beim Saisonauftakt zeigte sich derweil das Team von Haribo Racing, die lange Zeit ein Wörtchen um den Sieg mitreden konnten, am Ende fehlten dem schnellen Goldbären gerade einmal 4,5 Sekunden auf die Führenden.

BMW M6 Nordschleife

©Jan Brucke/VLN – nichts zu holen für die BMW M6

Haribo Racing – starker Auftritt

Uwe Alzen, Lance David Arnold und Maximilian Götz waren damit auch mit Abstand der beste Vertreter des Sterns, der nächste Mercedes AMG GT3 folgte erst auf Rang 7 mit der Mannschaft von Black Falcon. Sowohl Alzen, als auch Arnold haben sich zwischenzeitlich zur BoP geäußert, Hauptaugenmerk ist der Nachteil der Mercedes AMG in Sachen Top-Speed gegenüber der Konkurrenz, der vor allem beim Überholen zum Tragen kommt, was die Mercedes-Piloten zu mehr Risiko im Verkehr bewegt oder bewegen kann.

Maxi Götz war nach seinem ersten Einsatz in der Grünen Hölle in diesem Jahr aber zufrieden: „Ich bin heute meinen ersten Einsatz für HARIBO gefahren. Wir haben unser Testprogramm an diesem Wochenende weiter durchgeführt und uns im Vergleich zum ersten VLN-Lauf bereits deutlich gesteigert, was heute auch mit dem zweiten Platz belohnt wurde. Damit können wir zufrieden sein.“

Haribo Racing VLN2 2017

©Gruppe C Photography

Die Balance of Performance bleibt auf der Nordschleife ein mehr als leidiges Thema, man sehnt sich nach Zeiten vor der versuchten Gleichmacherei zurück, am Ende stehen irgendwo immer unzufriedene Teams und Fahrer, die sich benachteiligt fühlen. Zum Trost schaut man in Sachen echter Motorsport ohne Sandbagging im Schatten des großen 24-Stunden-Rennens besser auf die Cup-Klassen, dazu dann später mehr. Hinter dem Haribo-Benz schaffte es die Mannschaft vom Team WRT mit auf das Podium. Nico Müller, Marcel Fässler und Robin Frijns erreichten das Ziel keine 3 Sekunden dahinter.

WRT Audi R8 LMS GT3

©Jan Brucke/VLN

Rang 4 ging an Chris Mamerow, Nico Verdonck und Jordan Pepper im Bentley, dahinter lief der langsam ausrollende De Phillippi als 5. im Ziel ein, gefolgt von Mike Rockenfeller, Frank Stippler, Dennis Busch und Nicolay Moller Madsen im Phoenix-Audi. Norbert Siedler und Lucas Luhr beendeten das Debüt der neuen Frikadelli auf der Strecke zunächst auf Rang 7.

Frikadelli-Porsche Siedler/Luhr

©Frikadelli/ BRfoto

Debüt des zweiten Frikadelli-Porsche

„Ich hatte auf meiner Qualifying-Runde besonders in den ersten beiden Sektoren etwas Probleme im Verkehr. Eigentlich wollte ich zwei Runden fahren, habe es dann aber doch mit einer bewenden lassen. Am Start konnte ich mehr Schwung mitnehmen und über die Außenseite auf die erste Position vorrücken. Danach gab es einige harte und interessante Duelle mit Uwe Alzen. Anschließend habe ich sehr auf meine Reifen geachtet und die Traktionskontrolle etwas sensibler eingestellt, um die Pneus zu schonen. Platz sieben geht für den ersten Einsatz mit diesem neuen Auto aus meiner Sicht in Ordnung“, so Norbert Siedler nach dem Rennen. Da wusste er allerdings noch nichts von der 185 Sekunden Zeitstrafe (Geschwindigkeitsverstoß in einer Code-60-Zone), die den Wagen mit der #31  im Endklassement auf Rang 18 zurückwarf.

Die Top 10 vervollständigten somit der Black-Falcon-Mercedes mit Yelmer Buurman, Manuel Metzger und Adam Christodoulou auf Rang 7 vor  Maximilian Buhk, Dominik Baumann, Edoardo Mortara und Edward Sandström im HTP-Mercedes-AMG, dem Falken-Porsche von Klaus Bachler und Michael Ammermüller und auf Rang 10 dem BMW M6 von Schnitzer in der Besetzung Antonio Felix Da Costa und Timo Scheider. BMW spielt also als einziger Hersteller bisher im Vorderfeld gar keine Rolle, aber das kann sich ja bis zu den 24 Stunden noch ändern.

Böse erwischte es am letzten Samstag den Ferrari 488 GT3 vom Wochenspiegel Team Monschau, der nur 13 Runden weit kam, ehe der Auftritt jäh beendet wurde:

Über 190 Boliden nahmen den zweiten Lauf des Jahres in Angriff, dabei waren rund 450 Fahrer aus 28 Nationen. Was sich beim Rest der VLN-Meute abseits der GT3-Boliden auf der Nordschleife getan hat, das gibt es wieder mal separat in einem späteren Blogpost. In diesem Sinne, Keep Racing!

2. VLN Lauf 2017 Mercedes AMG GT3

©Gruppe C Photography