Eifelgedanken – Nachlese VLN Finale 2014

Ford GT

©Jan Brucke/VLN – Ford GT Jürgen Alzen/Dominik Schwager – letzter Sieger des Jahres 2014

Im VLN-Livestream ertönte bei den Highlights des Saisonabschlusses der Song „Black Saturday“. Das war mal passend ausgesucht, aber ganz im positiven Sinne. Endlich hat es die schwarze Flunder, der Ford GT3, von Jürgen Alzen Motorsport auf den obersten Platz des Treppchens geschafft. Sieg beim 39. DMW Münsterlandpokal für das Duo Jürgen Alzen und Dominik Schwager. Dabei war die Ausgangslage nach dem Training denkbar schlecht, als nach einem Unfall von Jürgen Alzen der Radträger gewechselt werden musste. Zunächst war nicht klar, ob das Team den Boliden überhaupt an den Start bringen konnte.

Und auch der Nebel hielt wieder Einzug in die Eifel, insbesondere die Sicht auf der Grand-Prix-Strecke ging teilweise mal so gar nicht. Was folgte zwangsläufig, genau, der Rennabbruch. Doch dieses Mal fiel der abschließende Lauf des Jahres 2014 nicht dem Nebel zum Opfer. Kurz nach 14:00 Uhr ging es dann zurück auf die Kombination aus Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke und Nordschleife.

Auch wieder in Vorbereitung für das 24h-Rennen 2015 mit am Start war der Bentley Continental GT3, der kurzzeitig mal Führungsluft schnuppern durfte, am Ende aber nur den 13. Gesamtrang belegte. Danach folgte ein Zwischensprint vom Porsche 911 GT3 R von Manthey Racing mit dem Franzosen Frédéric Makowiecki am Steuer, der mit seinem Partner Otto Klohs am Ende guter Gesamtdritter wurde. An der Spitze war mit zunehmender Renndauer der Ford GT aber nicht mehr zu schlagen, auch nicht von Frikadelli Racing, die aber in der Kombination Schmitz/Abbelen/Huisman/Stippler eine bärenstarke Saison mit Rang 2 abschlossen.

Frikadelli Racing Porsche

©racing14.de – Rang 2 für die Frikadelle – starke Saison 2014

Jürgen Alzen musste sehr lange auf einen Gesamtsieg in Sachen VLN warten, für Dominik Schwager war es der erste Erfolg. Sicher, einige Konkurrenten fehlten, doch dies soll die Leistung der Truppe nicht schmälern, die auch in diesem Jahr mit viel Pech zu kämpfen hatten. Dominik Schwager ist ja sowas wie der Ford-GT Experte, war er doch 2013 auch mit dem Ford GT von Lambda Performance in der ADAC GT-Masters am Start. Es war übrigens Harald Müller, Geschäftsführer von Lambda Performance, der die Weiterentwicklung des Ford GT vor einigen Jahren vorantrieb. Der Rennsportbeigeisterte verstarb leider viel zu früh am 1. August diesen Jahres. Der Sieg mit dem Ford GT war für Dominik Schwager auf jeden Fall ein besonderer Moment.

Team Derscheid

©Jan Brucke/VLN – Team Derscheid, die neuen Meister der VLN

Genug jetzt aber in Sachen Gesamtwertung des Rennens, auch wenn es schon so gut wie feststand, das Team Dehrscheid ist neuer Meister auf der Langstrecke am Nürburgring. Die Startnummer 1 gehört somit im nächsten Jahr dem Duo Rolf Derscheid (Much) und Michael Flehmer (Overath), das auch beim Saisonabschluss die Klasse V4  gewann. Die Brüder vom Team Groneck sind die 1 jetzt erstmal wieder los, konnten in der CUP3-Klasse aber mit einem Sieg die Saison versöhnlich abschließen, somit gab es auch für sie, wie für alle anderen Klassensieger, einen Schinken! Richtig gehört, denn beim Münsterlandpokal geht es traditionell mal nicht um die Wust, sondern um einen Schinken. Immerhin, was man hat, hat man. Hinter dem Meisterduo folgen in der Gesamtwertung dann Hannu Luostarinen und Tim Schrick mit ihrem Opel Astra OPC, dahinter Adam Osieka, unterwegs auf einem Cup-Porsche.

Team Derscheid

©tmfepictures – die neuen Meister in Aktion

Ein schwieriges Jahr endet mit dem letzten Lauf sicher etwas versöhnlich mit Siegern, mit denen sich jeder freut. In Sachen Unfälle, die es leider dieses Jahr zu Hauf gab, und Code-60-Phasen, etc. arbeitet man sicherlich daran, das Ganze für die Zukunft auf vernünftige „Regelbeine“ zu stellen. Dennoch, eins muss man festhalten, alle Beteiligten hatten mehr als Glück, dass hier nicht mehr passiert ist. Und dann ist da noch die Sache mit der viel gepriesenen Zuschauernähe. Das Aufkommen von „Box nur für Teammitglieder“ sollte man im Auge behalten, sonst ist der Fan, der an der Grand-Prix-Strecke Eintritt zahlt, auch mal schnell wieder weg.

VLN #1

©racing14.de – die #1 geht von Groneck zu Derscheid

Für mich persönlich endet ein sehr intensives VLN-Jahr mit deutlich mehr Berichterstattung als noch früher. Professionalität ist wichtig, auch für die Entwicklung einer Serie. Ob die VLN noch so nah am Fan wie vor einigen Jahren ist, wage ich aber zu bezweifeln. Und da die VLN ja auch medial, inbesondere auf den Social-Media-Plattformen, mittlerweile mehr als gut verteten ist (so schön das ist, aber noch eine Fotogalerie mit 500 Bildern braucht man dann irgendwann auch nicht mehr), werde ich mich in Sachen Berichte für 2015 in andere Serien aufmachen.

Für racing14 möchte ich ja auch insbesondere noch nicht so bekannte Motorsportziele ausmachen, die für den Zuschauer und Motorsportfan sehr interessant sein können. Daher werde ich nur noch, wenn dann mal wirklich noch Zeit bleibt, nächstes Jahr bei der VLN vorbeischauen. Dann aber nur draußen, mitten in der Grünen Hölle, auf der Nordschleife. Und zusammen mit tmfepictures werden dann auch mal die drei Buchstaben getauscht; aus VLN wird dann für den Blog mal die RCN. In diesem Sinne, hoffe ich darauf, dass mir der ein oder andere Leser dann auch in Sachen anderer Rennserien treu bleibt. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Einer geht noch, zum Abschluss des VLN-Jahres möchte ich an dieser Stelle ein Video zum 24h-Rennen dieses Jahr teilen. Auch wenn das 24h-Rennen selber nicht zur Langstreckenmeisterschaft gehört, sind doch die Läufe vor den 24 Stunden immer besonders gut gefüllt. Es zeigt das, um das meiner Meinung nach geht – um die Passion Motorsport. Nur mal so, zum Abschluss und zum Genießen…