24 Stunden Nürburgring – Klassenfahrten

24 Stunden Nürburgring 2017
©Gruppe C GmbH – Norschleifen-Romantik

Die Wertungsklassen bei den 24 Stunden 2017

Neben der GT3-Schlacht an der Spitze des Feldes – die in diesem Jahr lange Zeit doch recht eindeutig verlief – gab es, wie gehabt, bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring auch bei der 2017er Ausgabe reichlich Duelle in den einzelnen Wertungsklassen.

An dieser Stelle ist es nun einmal Zeit, auf die Akteure jenseits des Gesamtsieges zu schauen, die nicht nur ihre eigene Klasse im Auge haben mussten, sondern stets auch ein wachsames Auge im Rückspiegel – bei den aggressiv heranbrausenden GT3-Boliden musste man schon auf der Hut sein, in dem ein oder anderen Fall kam es vor allem bei Code 60-Zonen immer mal wieder zu knappen Rennsituationen.

Audi R8 LMS GT4
©Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH via Audi – Audi R8 GT4

GT4 – Audi, BMW und Porsche

Schon heute wird die GT4 als die zukünftige Top-Klasse in der Eifel gesehen. Es dauert noch ein wenig, bis Mercedes den AMG in der GT4-Variante loslassen wird, doch Audi und BMW stellten im Rahmen der 24 Stunden schon mal ihre neuesten Errungenschaften vor. Ob das allerdings wirklich die Zukunft im Kundensport ist, sei mal dahingestellt, Werkssport wird es nach einigen Jahren wahrscheinlich besser treffen.

Die eigentliche Wertung für GT4-Fahrzeuge ist die SP10. Hier jedoch traten nur 5 Boliden an, am Ende war es die Mannschaft von Black Falcon, die als einzige durchkam und mit den Piloten Gabriele Piana, Mustafa Kaya, Ronny Letmathe und Carlos Gomez den Klassensieg mit dem Porsche Cayman GT4 erringen konnte. Pech dagegen für den Avia-Aston Martin Vantage, der das Ziel aufgrund von Getriebeproblemen nicht erreichte.

Die neuen Renner von Audi und BMW sind noch nicht homologiert und starteten daher in anderen Klassen. Für den Audi R8 LMS GT4 war es der erste Einsatz unter Rennbedingungen, in der Wertung SP-X hatte man natürlich nichts zu melden, da hier der Glickenhaus unterwegs war. Beide Audi wurden von Phoenix eingesetzt, Klassenrang 3 erreichte der Bessere der beiden mit dem Quartett Christian Abt, Rahel Frey, Patrick Huisman und Peter Terting am Steuer. Dabei musste man früh im Rennen zwei Reifenschäden verdauen und noch eine Kollision in Kauf nehmen.

BMW M4 GT4
©BMW AG – M4 GT4

In de Gesamtwertung kam man damit auf einen bemerkenswerten 31. Rang. Der andere “Neue”, der BMW M4 GT4, erlebte ein fast problemloses Rennen, wenn man mal von zwei Reifenschäden am Sonntag absieht, die kurz hintereinander auf einer Seite auftraten. Der von Securtal Sorg Rennsport eingesetzte Boliden in den Händen von Dirk Adorf, Ricky Collard, Jörg Weidinger und Jethro Bovingdon war in der Klasse SP8 T unterwegs, die er siegreich beendete. Mit Gesamtrang 36 konnte man am Ende ebenfalls sehr zufrieden sein. Der Blick auf die Rundenzeiten zeigt klar, dass in der Klasse SP10 eine Wachablösung durch die neuen Boliden in nicht allzu weiter Ferne liegt.

Cup 5 – BMW M235i Racing – Klare Angelegenheit

In der VLN geht es in der Cup5-Klasse der BMW M235i wie im besten Markenpokal meist sehr eng zur Sache. Doch bei den 24 Stunden war es in diesem Jahr eine klare Angelegenheit. Nach 138 Runden lief das Team von FK-Performance mit dem amtierenden VLN-Meister Michael Schrey, Patrick Hinte, Marc Ehret und Yannick Mettler als deutlicher Sieger ein.

2 Runden betrug der Vorsprung auf das Pixum Team Adrenalin Motorsport mit den Fahrern Norbert Fischer, Christian Konnerth, Daniel Zils und David Griessner. Rang 3 in der Klasse ging an das ADAC Team Weser Ems (Jens Moetefindt/Yann Munhowen/Sergio Negroni).

Eifelblitz
©1VIER.COM – Pech für den Eifelblitz

Der Einzige, der dem Team von FK-Performance am Anfang noch ein wenig in die Quere kam, war der Eifelblitz, der auch mal die Führung nach einem Boxenhalt übernehmen konnte. Die Startnummer 250 von Scheid Honert Motorsport musste dann aber nach knapp über zwei Stunden Renndistanz nach einem Unfall mit einem der GT3-Boliden die Segel streichen. 13 Starter gingen letzten Wochenende in der Cup5-Klasse an den Start.

TCR Nürburgring Golf
©Gruppe C GmbH

TCR – Mathilda dominiert

5 Starter waren in der TCR-Klasse dabei, das wird sicher in den kommenden Jahren noch mehr werden. Von Anfang an bestimmte der Golf GTI von mathilda racing das Bild. Benjamin Leuchter war schon im Zeittraining auf und davon, gut 10 Sekunden lag er vor den Verfolgern.

Während der Schwesterwagen von mathilda racing nach zahlreichen Elektronik-Problemen auf Klassenrang 4 landete, war das Quartett Leuchter/Gülden/Wüsthoff/Kletzer nicht zu stoppen und holte dominant den Sieg in der Wertung.

Bonk Motorsport belegte mit den Audi RS3 LMS die Positionen 2 und 3.  Hier hat man doch noch deutlichen Entwicklungsrückstand, in diesem Jahr ist der mathilda-Golf das Maß der Dinge. Mit Gesamtrang 29 landete man sogar vor den GT4-Boliden.

SP3T Audi, Lexus
©Gruppe C GmbH – Audi vor Lexus

SP3T – Markenvielfalt

Interessant war von vorneherein die Klasse der Zweiliter-Fahrzeuge. Mit dem Audi TTRS2 konnte sich hier am Ende die Mannschaft von LMS Engineering mit einer starken Leistung durchsetzen.

Stefan Wieninger, Ulrich Andree, Daniela Schmid und Christian Schmitz feierten den Klassentriumph vor dem Lexus RC von Toyota Gazoo Racing und dem Audi TT vom MSC Sinzig. Härtester Konkurrent war lange Zeit der Subaru WRX u.a. mit Carlo van Dam und Tim Schrick am Steuer, doch am Sonntagmorgen brannte der schnelle Japaner auf der Grand-Prix-Stecke – van Dam musste den Wagen abstellen.

Rang 4 ging an den ersten der beiden sehr seriennahen Hyundai i30 N, der zweite Wagen landete auf Klassenrang 9. Hyundai zeigte erneut eine starke Leistung und bot in diesem Jahr auch für Fans und Zuschauer abseits der Piste eine famose Leistung, dazu an andere Stelle später noch mehr.

Opel Manta
©Gruppe C GmbH

SP3 – Ausfall des Opel Manta

In der Saugmotor-Wertung SP3 war ein alter Bekannter der Favorit, doch das diesjährige Rennen sollte für den Opel Manta nicht gut laufen. Nach zwei Unfällen musste der Publikumsliebling die Segel streichen und den Sieg in der Klasse dem Avia-Clio überlassen. Die meisten Jubelstürme kann aber auch im Jahr 2017 der Manta für sich verbuchen, so lange der Fuchsschwanz im Wind der Nordschleife wedelte, wurde ihm Applaus zu Teil.

In der SP3 fanden sich auch die in der Eifel nun wirklich selten zu sehenden Toyota Corolla Altis des Toyota GAZOO Racing Team Thailand ein, beide schafften es hier ins Ziel auf den Klassenrängen 8 und 9.

Und sonst noch…

Die Titus-Viper in der Klasse AT (alternative Treibstoffe) war zu laut. Nach einem Getriebeschaden ergaben die Messungen, dass die Viper in der Grünen Hölle zu laut brüllte und das Rennen endgültig aufgeben musste. In der Klasse siegte der umgebaute Porsche Cayman GT4 Clubsport von Smudo, von Löwis, Duffner und Schellhass.

Teichmann Racing lieferte einen Doppelsieg in der Cup3-Klasse mit dem Porsche Cayman GT4 Clubsport ab, wobei es hier zu einem teamintern Führungswechsel kam, da nach gut 20 Rennstunden die Startnummer #308 ein Radlagerschaden ereilte. Das gesamte Achsteil des Cayman wurde getauscht und man brachte noch Rang 2 in der Klasse ins Ziel.

Teichmann Porsche Cayman GT4
©Gruppe C GmbH – Sieger Cup3- Teichmann-Cayman GT4

Der NEXEN Mini war schnell, musste aber nach zahlreichen technischen Problemen den Klassensieg in der SP2T dem Renault Clio vom Team Stanco & Tanner Motorsport überlassen.

In der SP8 siegte der Aston Martin GT8 vor dem Lamborghini Huracan von Dörr Motorsport und dem Ford Mustang GT. In der seriennahen V4 war es erneut die Mannschaft von Securtal Sorg Rennsport, die mit dem BMW 325 i als Erstplatzierte ins Ziel kamen.

Die Gesamtübersicht des Rennergebnis aller Wertungsklassen bei den 24 Stunden findet ihr hier. In diesem Sinne, Keep Racing!

24 Stunden Nürburgring 2017
©Gruppe C GmbH
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