ADAC GT Masters – Nachlese Zandvoort

ADAC GT Masters Farnbacher Porsche
©racing14.de – geniale Lackierung/Farnbacher Porsche

So kann es einem ergehen – bei meinem Ausblick auf die Saison 2014 der ADAC GT Masters fiel mir im Zusammenhang mit der Strecke in Zandvoort das Stichwort „Urlaubsfeeling“ ein. Nun, der Urlaub fiel ins Wasser kann man nach dem Rennwochenende dort feststellen. Dauerregen an der niederländischen Nordseeküste – damit hatte ich in dieser anhaltenden Form dann doch nicht gerechnet. Trotzdem lohnte sich der Besuch der GT-Masters hier. Die schwierigen äußeren Bedingungen sorgten für einige Turbulenzen im eng umkämpfen Feld der GT3-Meute.

GT Masters - Callaway Corvette Diego Alessi
©racing14.de – früher Ausrutscher in den Dünen: Diego Alessi/Callaway Corvette

Bereits der Samstag morgen erwartete mich mit reichlich Regen im Gepäck. Das bereits auf diesen Tag verschobene Qualifying um 9.00h morgens musste dann auch mehrfach unterbrochen werden, da der ein oder andere seinen GT3-Boliden im niederländischen Kiesbett sehr ungünstig parkte. Wetterbesserung zum Start? Wie oben bereits erwähnt, kaum. In der Startaufstellung hatte man noch Hoffnung, doch der Regen setzte im Laufe des ersten Rennens wieder stärker und vor allem anhaltend ein. Porsche war die Marke, die sich zu Beginn des Laufes an die Spitze setzte. Kevin Estre setzte sich gegen Markenkollege und Polesetter Robert Renauer durch und übernahm die Führung. In der Folge setzte sich der Franzose deutlich ab und ward nicht mehr gesehen, nur noch beim Boxenstopp, als er an Jaap van Lagen übergab. Der Niederländer brachte einen ungefährdeten Sieg in heimischen Gefilden sicher nach Hause. Dahinter machten es sich die Piloten von Prosperia C. Abt Racing mit ihren Audi R8 LMS Ultra auf dem Podium gemütlich. Das Duo Christer Jöns und Markus Winkelhock landete auf dem zweiten Rang vor Kelvin van der Linde und René Rast.

Porsche 911 Schütz Motorsport Estre/van Lagen
©racing14.de – Doppelsieger in Zandvoort: Kevin Estre und Jaap van Lagen

Eine starke Vorstellung lieferte auch das Schubert-Duo Claudia Hürtgen und Dominik Baumann im BMW Z4 ab. Rang vier nach Startplatz 18 bei diesen schwierigen Bedingungen spricht Bände. Auf der Suche nach der #14 – war ja Ehrensache für racing14 – bin ich auf den McLaren MP4-12C von Molitor Racing-Systems gestoßen. Am Steuer des britischen Sportlers saßen in Zandvoort Marko Asmer und Florian Spengler. Platz 20 und 19 in beiden Rennläufen standen am Ende für das Team zu Buche, für die Zukunft darf man sicherlich noch etwas mehr erwarten. Die #14 trug im Vorjahr noch der Ford GT40 von Lambda Performance, den ich, wie sicher auch viele andere Fans, schmerzlich im Starterfeld vermisse. Die flache Flunder war auf jeden Fall mehr als nur ein Farbtupfer. Aus der Masse hervorstechend ist dafür dieses Jahr der Chevrolet Camaro von Reiter Engineering, mein neuer Liebling sozusagen. Zwar hatte man kein Glück in Zandvoort, doch der schwarze Bolide hat auf jeden Fall Potential, bin gespannt was die Truppe von Reiter Engineering noch im Laufe der Saison zeigen wird.

GT Masters Camaro Reiter Engineering
©racing14.de – Hingucker: der Camaro GT

Im zweiten Rennen am Sonntag ging es weiter in Sachen Zandvoorter Wasserspiele 2014. Und gegen den Porsche 911 von Schütz Motorsport war erneut kein Kraut gewachsen. Von Startplatz 4 kommend setzte sich Jaap van Lagen schnell an die zweite Position. Es folge ein rundenlanges Duell mit René Rast, an dessen Ende sich der Niederländer durchsetzen konnte und sich auf und davon machte. Doppelsieg also für ihn und Kevin Estre. Dahinter die versammelte Abt Racing Audi R8 Meute, diesmal durften Fabian Hamprecht und Nicki Thiim hinter dem Duo Rast/van der Linde mit aufs Podium, was dem Dänen nach dem Horror-Start-Crash zum Saisonauftakt in Oschersleben sicher gut tat. Die Gesamtführung in der Meisterschaft hat allein van Lagen inne, gefolgt vom Duo Rast/van der Linde. Nächste Station im Kalender ist vom  23.05. – 25.05.2014 der Lausitzring.

GT Masters MRS - Marko Asmer - McLaren MP4-12C
©racing14.de – Marko Asmer schaut sich vor Rennstart die #14 nochmal genau an

Ein Tipp noch für regengeplagte Zuschauer, denen es auf der Haupttribüne doch ein wenig zu frisch wird im Laufe solch eines Ein-Stunden-Rennens. Im Fahrerlager am Ende der Boxengasse befindet sich Mickey´s Café – auch für mich (und vor allem für meine Kamera) ein optimaler Zufluchtsort. Auf Bildschirmen ließ sich das Rennen hier weiter verfolgen, auch den Blick auf Kurve 1 hat man hier noch. Einzig über den Sound im Café war ich, sagen wir, ein wenig verwundert. Es war das erste Mal, dass ich ein Rennen mit Hintergrundmusik wie „Schön ist es auf der Welt zu sein…“ verfolgt habe. Zandvoort kann einen halt immer noch überraschen.

Audi R8 LMS Ultra Abt Rast/van der Linde
©racing14.de – Fahrer sitzt im Trockenen, der Kollege Fotograf hat es da schwerer

Was gab es sonst noch? Nicht weniger schwierige Bedingungen hatten die Rahmenrennserien der GT Masters. Beim ADAC Formel Masters kam es am Samstag nachmittag direkt zu einem Startcrash, so dass lediglich noch 9 Fahrzeuge das Ziel sahen. Sieger im ersten Lauf wurde Mikkel Jensen in Diensten von Neuhauser Racing. Im zweiten Rennen konnte Maximilian Günther einen Start-Ziel Sieg feiern, der abschließende Lauf ging an Marvin Dienst. Eng geht es in der Nachwuchsklasse trotz eines nicht prall gefüllten Startefelds also trotzdem zu. Reichlich Action bot auch die Procar mit ihren verschiedenen Divisionen, hier sind übrigens auch die Minis mit am Start, die noch vor einigen Jahren in der Mini Challenge unterwegs waren. Und auch die Fans älterer Fahrzeuge kamen beim „Kamp der Zwerge“ auf Ihre Kosten.Trotz viel Regen, ein Motorsport-Ausflug nach Zandvoort lohnt sich immer. Alle Bilder aus Zandvoort gibt es HIER, bis dahin, Keep Racing!

Bis bald Zandvoort !
©racing14.de – Tot ziens Zandvoort
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