American Speedfest – EuroNASCAR in Brands Hatch

EuroNASCAR Brands Hatch
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Euro NASCAR – V8-Festspiele auf dem Indy Circuit von Brands Hatch

Das American Speedfest in Brands Hatch fand am vergangenen Wochenende bereits zum sechsten Mal statt.

In England ist man schon vor einigen Jahren auf den NASCAR V8-Geschmack gekommen, die Rennen hier sind in Sachen Zuschauerbegeisterung sicher der Höhepunkt im Kalender der Nascar Whelen Euro Series, das war auch in diesem Jahr nicht anders.

Ein mehr als gut gefüllter Gridwalk und einige tausend Zuschauer bescherten dem europäischen NASCAR-Ableger abermals ein volles Haus, von ähnlichen Zahlen kann man bei allen anderen Events nur träumen.

Der Indy Circuit von Brands Hatch, also die kurze Variante des Traditionskurses, bietet dabei für die V8-Boliden der EuroNASCAR wenig Raum zum Überholen, hier gilt es auf einen Fehler des Vordermanns zu warten, sonst ist es mit den NASCAR Euro-Fahrzeugen alles andere als einfach, am Gegner vorbeiziehen zu können.

So kam auch 2018 den fliegenden Starts bzw. den Restars eine entscheidende Bedeutung zu.

Euro NASCAR American Speedfest
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Gabillon

ELITE 1 – Frédéric Gabillon und Gianmarco Ercoli siegen in England

Der Franzose Frédéric – kurz Fred – Gabillon ging von der Pole Position aus ins erste Rennen der ELITE1–Hauptmeisterschaft. Die Startnummer #3 vom französischen Team RDV übernahm sofort die Spitze und ließ sich diese auch im Laufe des 30 Runden andauernden Rennens nicht nehmen.

Von Startplatz Zwei aus nahm unterdessen Gianmarco Ercoli die schwierige Aufgabe in Angriff, auf der Außenseite neben dem Pole-Sitter zu starten, was bei dem Streckenlayout in Brands Hatch oft mit dem Platzverlust Hand in Hand geht. Doch zunächst konnte sich der Italiener im Team von Racers Motorsport behaupten, jedoch sollte er nicht lange daran Freunde haben.

Im Hinterfeld landete ein V8-Bolide vehement im Kiesbett in der ersten Kurve, in Paddock Hill Bend, so dass das Safety Car recht früh zum Einsatz kam. Beim Restart kam es danach zu einer Kollision zwischen Marc Gossens und Ercoli, bei der auch Alon Day den Weg durchs Kiesbett nehmen musste.

Für Gianmarco Ercoli endete das erste Rennen somit verführt, während Marc Goosens die Verfolgung von Gabillon an der Spitze aufnahm. Doch dem Franzosen unterlief kein Fehler, so dass er in seinem 65. Euro NASCAR-Start seinen ersten Sieg in Brands Hatch feiern durfte.

Nascar Euro Brands Hatch
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Alon Day musste als Folge der Kollision beim Restart ebenfalls verfrüht die Segel streichen und Marc Goosens bekam nach der Zieldurchfahrt auf dem zweiten Rang noch eine Zeitstrafe von 30 Sekunden aufgebrummt, so dass der Belgier nur auf dem 17. Rang gewertet wurde.

Dadurch rückten andere auf. Loris Hezemans bewies im Boliden von Hendriks Motorsport erneut seine fahrerischen Qualitäten und gewann mit seinem zweiten Platz natürlich auch die Junior Trophy. Über Rang 3 durfte sich Francesco Sini freuen, der seinem Team von Solaris Motorsport im ersten Jahr in der Euro NASCAR damit zum ersten Podium verhalf.

Anthony Kumpen unterlief ein kleiner Fehler gegen Rennende, somit glitt ihm das Podium noch aus den Händen. Hinter der #24 von PK Carsport landete der Franzose Lucas Lasserre vom deutschen Mishumotors-Team auf dem fünften Rang. Auffällig im positiven Sinne war auch der junge Brite Alex Sedgwick, der in Brands Hatch zum Team von Braxx Racing wechselte und mit einem starken siebten Rang überzeugte.

Ercoli EuroNASCAR
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Ercoli

Ercoli mit ELITE1-Debüterfolg

Aufgrund seiner schnellsten Runde nahm Gianmarco Ercoli aber das zweiten Rennen der ELITE1 von der Pole Position aus in Angriff. Der Italiener lieferte im ersten Rennen aus dem Stand heraus eine famose Rundenzeit ab, die der Grundstein für seinen Erfolg am Sonntag sein sollte.

Alon Day versuchte von Startplatz Zwei aus alles, kam aber trotz eines besseren Starts nicht an der Startnummer #9 von Ercoli vorbei. Bevor das Rennen richtig Fahrt aufnehmen konnte, kam es dann aber im Mittelfeld zu einer recht heftigen Kollision.

Stienes Longin verlor seinen Boliden und es kam zu einer heftigen Kettenreaktiion, in der auch die Boliden von Julien Schell und ausgerechnet Bert Longin verwickelt wurden. Der Vater von Stienes war für die Rennen in Brands Hatch kurzfristig in die Serie zurückgekehrt und saß hinter der Startnummer #1 von Alex Caffi Motorsport. Alle drei Piloten blieben unverletzt, aber das Rennen musste zunächst mit der roten Flagge abgebrochen werden.

NASCAR Euro Brands Harch
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Nach dem Neustart behielt Gianmarco Ercoli die Oberhand, während dahinter Marc Goosens an Alon Day vorbeigehen konnte. Der Belgier machte ordentlich Druck auf Ercoli, der sich aber nicht beirren ließ und seinen ersten Sieg in der ELITE1 mit 0,162 Sekunden Vorsprung nach Hause fuhr.

Damit ist der Italiener der erste Meister der ELITE2, der Nachwuchsmeisterschaft, dem dieses Kunststück gelang. Hinter Goosens und Day konnte Fred Gabillon mit dem vierten Rang wichtige Zähler sammeln, um sich in der Meisterschaft weiter an der Spitze halten zu können. Unterdessen musste sich auch Anthiny Kumpen nach Problemen früh aus dem Kampf um die Top 5 verabschieden, die am Ende Chirstophe Bouchut vervollständigte.

Gridgirls American Speedfest
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

ELITE2 – Debütsiege in Brands Hatch

In der ELITE2 gab es dann gleich für zwei Mannschaften ordentlich was zu feiern. Am Samstag gewann der 19-jährige Belgier Guillaume Deflandre für die Neueinsteiger von Memphis Racing das erste Rennen der Nachwuchswertung.

Der Youngster dominierte das Rennen und siegte am Ende klar mit drei Sekunden Vorsprung auf den Brasilianer Felipe RABELLO in Diensten von PK Carsport und dem Franzosen und Serienneuling Florian Venturi von Go Fas Racing. Dessen Stunden sollte dann am Sonntag schlagen, als er für sein Team den ersten Sieg in der NASCAR Euro-Serie nach Hause fahren konnte.

ELITE2 NASCAR Wheeln Euro - Euro NASCAR 2018
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Diesmal war es bei PK Carsport der Belgier Guillaume Dumarey, der aufs Podest kletterte, sein Teamkollege war aufgrund des beschädigten Wagens aus dem Unfall des ELITE1-Rennens zum Zuschauen verdammt.

Mit Freddy Nordström kletterte ein Serien-Rückkehrer als Dritter mit auf das Podium der ELITE2. Nordström sprang kurzfristig bei Mishumotors ein und nahm im #33er-Boliden Platz. Vortagessieger Deflandre lief als 5. hinter dem Franzosen Wilfried Boucenna ein.

Justin Kunz
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Justin Kunz und Racing Total – Schwieriges Wochenende

Unterdessen lief es bei Justin Kunz und seinem Team Racing Total alles andere als rund. Probleme mit der Lenkung in den freien Trainings sorgten für fehlende Zeit, sich auf das Setup der Startnummer #46 konzentrieren zu können.

Im ersten Rennen in der ELITE2 brach dann auch noch das Schaltgestänge am Ford Mustang des deutschen Youngsters, so dass er für den finalen Rennlauf von weit hinten starten musste. Während in der ELITE1 so in beiden Läufen nur der 16. Rang heraussprang, konnte sich Kunz bei Lauf 2 der Nachwuchswertung am Ende immerhin noch auf den 11. Platz nach vorne schieben.

Nächster Halt der Euro NASCAR ist jetzt die sogenannten “Oval World Challenge“ am Wochenende des 30. Juni/01. Juli. Die Nascar Whelen Euro Series kehrt dann auf das Oval im französischen Tours zurück, in Fankreisen gerne auch Parkplatz genannt. Das beschreibt das Streckenlayout sicherlich am besten, denn anspruchsvoll ist dieser Kurs auf dem Messegelände bei Tours sicherlich nicht. In diesem Sinne, Keep Racing!

Racing Total NASCAR Euro
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard