Ander Vilarino – der Meister im Portrait

Ander Vilarino Helmet Portrait 2013
©NASCAR Whelen Euro Series

Zum zweiten Mal in Folge konnte Ander Vilarino dieses Jahr die Meisterschaft in der NASCAR Whelen Euro Series erringen. Für viele ist die Euro Series noch Neuland, viele Fahrer sind hierzulande recht unbekannt. Wer ist also dieser Spanier, der auch dieses Jahr kaum zu schlagen war?

Vilarino wurde am 6. November 1979 im spanischen Hondarribia geboren. Motorsport lag auch hier in den Genen – sein Vater Andres Vilarino konnte einige Bergmeisterschaften für sich entscheiden. Ab 1990 fuhr er in einigen Kartmeisterschaften, bevor er 1996 in der Formel Renault Campus debütierte. 2 Siege deuteten sein Potential an. Doch bereits 1997 kam die erste Ernüchterung. Am Start in der französischen Formel Renault riss ihn ein Unfall beim 2. Rennen aus der laufenden Saison, erst ein Jahr später konnte er wieder an den Start gehen. Die Saison 1999 zeigte dann bereits, dass Vilarino überall schnell ist. Er fuhr Eisrallys und auch erste Läufe zu Bergmeisterschaften.

Ander Vilarino Champions Week Charlotte
©NASCAR Whelen Euro Series

Im Jahr 2000 gewann er seine erste Meisterschaft im Formelsport, die spanische Formel Super Toyota. Im Folgejahr krönte er sich dann zum spanischen Formel 3 Champion mit sechs Saisonsiegen. Der Weg nach oben ging weiter. Nächster Halt: Die World Series by Nissan (heute World Series by Renault), der er 2 Jahre lang treu blieb. Er fuhr für das Team von Epsilon Euskadi. Mit 2 Siegen, 3 Pole Positons und 8 Podiumsplatzierungen blitzte sein Talent erneut auf. In der Saison 2002 konnte er sich hier zum Rookie of the Year krönen, er fuhr unter anderem im Feld gegen Ex-Formel 1 Pilot Ricardo Zonta und Franck Montagny. Doch der Weg für den Spanier ging nun in eine andere Richtung.

Wie der Vater, so der Sohn war das Motto. Also auf zum Berg-Rennsport. Bis einschließlich in der Saison 2007 blieb er diesem Sport treu. Und wie schon so oft in seiner Karriere, war er auch hier auf Anhieb vorne mit dabei. Meistertitel waren die logische Folge. Im Jahr 2005 und 2007 konnte er sich hier zum FIA Berg-Europameister krönen. Warum nicht 2006 ? In diesem Jahr erlebte Vilarino wieder die Schattenseiten des Motorsports. Beim ersten Lauf des Jahres im österreichischen Rechberg verunfallte er in seinem Formel 3000 Reynard so schwer, dass er die Saison beenden musste. Doch sein Comeback im Folgejahr mit dem Meistertitel und insgesamt 9 Siegen zeigt seine enorme Willenskraft.

Dann wurde es ruhiger um den Spanier, der sich dem Bergrennsport nun abwandte. Es folgte eine Rückkehr auf die Rundstrecke, über einige Einsätze in Sportwagen-Rennen kam er schließlich Ende 2011 in der damals noch mit Euro Racecar betitelten Serie an. 2 Siege und Gesamtplatz drei waren ein erstes Ausrufezeichen, für vieles, was da noch kommen sollte.

Ander Vilarino No. 2 2013
©NASCAR Whelen Euro Series

Was in den beiden nächsten Jahren folge war eine Dominanz in der NASCAR Whelen Euro Series. 2012 war das Jahr seiner ersten Meisterschaft – 6 Siege , 5 Pole Positions, 5 schnellste Rennrunden und 9 mal ein Besuch auf dem Podium, das Ganze wurde von ihm in der abgelaufenen Saison noch einmal getoppt: 7 Siege standen 2013 für ihn zu Buche. „Dein Wille zum Sieg muss stärker als bei anderen sein. Das ist es, was ich mir jeden Tag sage“, so der Spanier.

Anfang des Jahres gab es dann auch für Vilarino noch einmal Neuland zu entdecken. Er nahm am Rennen der K&N Pro Series beim jährlich stattfindenden UNOH Battle at the Beach teil – eine Art All-Star Rennen der unteren NASCAR-Klassen in den USA. Obwohl er kaum Vorbereitungszeit hatte, machte er auch auf dem Short Track in Daytona eine gute Figur. Im Rennen hielt er sich nah an den Top 10 und konnte auch Druck auf keinen geringeren als Kyle Larson ausüben, ehe er leider aufgrund von Bremsproblemen das Rennen aufgeben musste.

Ander Vilarino hat im Laufe seiner Karriere viele Höhen, aber auch viele Tiefen erlebt. Es gelang ihm aber immer wieder, den Weg zurück in die Erfolgsspur zu finden. „Ander arbeitet viel. Er versucht bei allem was er tut, der Beste zu sein, sowohl physisch, als auch mental“, so seine Frau Irune, die bei allen Rennen mit vor Ort ist. Der Spanier meint zu seinem NASCAR-Titel: „Es ist für einen Europäer schon komisch, ein NASCAR-Champion zu sei. Vor zwei Jahren gab es diesen Titel noch gar nicht. Für mich ist dies ein Traum, der gleich zweimal wahr geworden ist und ich denke sehr viele andere möchten gerne diesen Titel zu Ihrem Lebenslauf hinzufügen.“ Doch diese Weg wird nicht leicht sein, führt er doch auf jeden Fall über keinen geringeren als Ander Vilarino.

Ander Vilarino Monza
©racing14.de
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