Down Under am Mount Panorama – Bathurst 12h 2017

#B12hr – Sieg für Ferrari

Toni Vilander, Craig Lowndes und Jamie Whincup sind die Sieger der diesjährigen Ausgabe der Bathurst 12 Stunden. Auf dem Mount Panorama Circuit in New South Wales setzte sich das Trio in ihrem von Maranello Motorsport eingesetzten Ferrai 488 GT3 in einem wieder einmal dramatischen Rennen am Ende durch.

Auf der “kleinen Nordschleife” in Australien werden Fehler umgehend bestraft, sei es mit einem Einschlag in eine der Mauern oder an einer anderen Stelle der Traditionsrennstrecke, die viele Herausforderungen jenseits heutiger Retortenkurse bietet.

Das mussten auch in diesem Jahr wieder einige der GT3-Piloten feststellen. Am besten lösten diese Aufgabe die Fahrer von Maranello Motorsport, vor allem Toni Vilander lieferte sensationelle Rundenzeiten, nachdem sich der Ferrari aufgrund eines üblen Rammstoßes bei einem Restart schon im Kiesbett wiederfand. Glück im Unglück allerdings für die Truppe, da man keine Runde verlor, sich aber vom Ende des Feldes wieder nach vorne arbeiten musste.

Bathurst 12 Stunden #B12hr
©Audi AG

HTP-Mercedes geschlagen

Die Entscheidung um den Gesamtsieg fiel aber, wie wir es auch bei Langstreckenrennen mittlerweile gewohnt sind, erst kurz vor Rennende. Jamie Whincup überholte Vorjahressieger Shane van Gisbergen im HTP-Mercedes AMG GT3 auf der langen Geraden, nachdem dieser die Führung nur aus taktischen Gründen erobern konnte, da man beim letzen Halt an der Box keine frischen Reifen aufzog.

Die 12 Stunden anno 2017 fanden keinen wirklichen Rhythmus – ein unruhiges Rennen geprägt von zahlreichen Zwischenfällen. Porsche verlor bereits früh ein heißes Eisen, der 911 GT3 R mit Earl Bamber, Kevin Estre und Laurens Vanthoor strich nach einer Berührung mit einem GT4-Fahrzeug die Segel. Auch Timo Glock erreichte mit seinen australischen Kollegen im BMW M6 das Ziel leider nicht.

Mount Panorma Circuit Bathurst 2017
©BMW

2016 obenauf, 2017 ganz unten – Shane van Gisbergen

Es war aber vor allem Shane van Gisbergen, der die 12 Stunden anno 2017 lieber schnell vergessen möchte. Im Vorjahr noch im McLaren siegreich, fiel er dieses Jahr durch viele Fehler auf. Nachdem der schnelle Neuseeländer den Ferrari mit frischen Pneus ziehen lassen musste, wollte er zu viel. Erst musste ein überrundeter Porsche dran glauben, beim verzweifelten Versuch, dem 488 zu folgen, verlor er letztlich noch den Mercedes AMG GT3 in den berüchtigten Esses und stopfte den Stern vehement in die Mauer – das späte und mehr als bittere Aus.

Teamkollege und DTM-Rückkehrer Maro Engel war die Wut über den Kollegen anzusehen, im Anschluss gab er u.a. zu Protokoll: “…alles, was ich von Shane an diesem Wochenende gesehen habe, waren Fehler” – deutliche Worte. Die relativierte er aber später wieder und sprach von der “Hitze des Gefechts” – somit wurde das ganze medial dann wieder abgeschwächt…

Bathurst 12hrs 2017
©BMW

Keine Chance für Audi und BMW

Mercedes konnte mit dem Aus jedenfalls diese Ausgabe der 12 Stunden von Bathurst vollständig abschreiben, auch für Audi und BMW gab es nicht viel zu holen in diesem Jahr. Dass sich der M6 auf solch einem Kurs schwer tut, war zu erwarten, von Audi hatte man etwas mehr erwartet.

Bentley Continental GT3
©Daniel Kalisz Photographer via Bentley

David Calvert-Jones, Patrick Long, Marc Lieb und Matt Campbell erreichten in ihrem Porsche 991 GT3 R am Ende überraschend den zweiten Gesamtrang mit einer Runde Rückstand vor dem M-Sport Bentley Continental von Steven Kane, Guy Smith und Oliver Jarvis. Vorjahres-Sieger McLaren kam diesmal mit dem Trio Bell/Ledogar/Parente nur auf Rang 5 – anno 2017 war das “Cavallino-Rampante” des Ferrai 488 GT3 von Maranello einfach nicht zu schlagen.

BMW M6 Bathurst
©BMW

Ergebnis Bathurst 12 Stunden 2017

1. Lowndes/Vilander/Whincup (Ferrari), 290 Runden

2. Calvert-Jones/Campbell/Lieb/Long (Porsche) –1 Runde

3. Jarvis/Kane/Smith (Bentley) –1 Runde

4. Martin/Padayachee/Talbot (Porsche) –1 Runde

5. Bell/Ledogar/Parente (McLaren) –1 Runde

6. Lago/Owen/Russell (Lamborghini) –2 Runden

7. Gaunt/Halliday/Samadi (Audi) –2 Runden

8. Kelly/Mardenborough/Strauss (Nissan) –2 Runden

9. Cini/Fiore/Holdsworth (Audi) –3 Runden

10. Canto/Capelli/Manolis/Millier (Lamborghini) –5 Runden

11. Evans/Koundouris/Koundouris/Marshall (Audi) –6 Runden

12. Abril/Soucek/Soulet (Bentley) –7 Runden

13. Haase/Mies/Tander (Audi) –8 Runden

14. Richards/Winterbottom/Wittmann (BMW) –9 Runden

15. Grant/Okeeffe/West (Porsche) –16 Runden

Bathurst 2017
©Mark Horsburgh via Audi AG
Bentley Continental GT
©Daniel Kalisz Photgrapher via Bentley
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