Dakar 2020 – El Matador siegt in der Wüste

Dakar 2020 - Highlights

Dakar 2020: Die 42. Ausgabe der Dakar-Rallye fand bekanntermaßen erstmals in Saudi-Arabien statt. Carlos Sainz Sr. – El Matador – durfte sich am Ende über seinen dritten Erfolg bei der Dakar freuen, der Spanier bescherte dem Team von X-raid einen viel umjubelten Sieg --

Dakar 2020 – Sainz bezwingt die Dünen

Rund zwölf Etappen bzw. 7.500 Kilometer galt es bei der diesjährigen Ausgabe der Dakar, die erstmals im Wüstenstaat Saudi-Arabien stattfand, zu absolvieren.

Carlos Sainz übernahm gemeinsam mit Copliot Lucas Cruz im MINI John Cooper Works Buggy von X-raid bereits auf der dritten Etappe die Führung und gab sie bis ans Ende der Dakar 2020 auch nicht mehr ab.

Für das Duo Sainz/Cruz ist der Sieg in Saudi-Arabien der dritte Dakar-Triumph, nachdem der ehemalige Rallye-Weltmeister 2006 zum ersten Mal beim Klassiker antrat, 2010 die Dakar erstmals gewinnen konnte und dann bis zum Jahr 2018 warten musste, eher er erneut ganz oben stand. Doch diesmal war das Duo mit dem Mini Buggy einfach nicht zu schlagen – insgesamt holte man vier Tagessiege.

Dakar 2020 Carlos Sainz
©MCH Photography via X-raid

X-raid beherrscht das Geschehen

Die Dakar-Rallye 2020 stand ganz im Zeichen der Mini Buggys vom Team X-raid, die von den zwölf Etappen deren neun gewannen. Einzig Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah im Toyota Hilux spielte ganz vorne mit, doch am Ende hatte auch er keine Chance, Carlos Sainz vom Gesamtsieg abzuhalten. Er musste bis zur letzten (verkürzten) Prüfung warten, bis er seien einzigen Tagessieg holen konnte.

Der zweite Gesamtrang war dennoch eine starke Leistung, am Ende lag er 6:21 Minuten hinter El Matador zurück. Auf Gesamtrang 3 landete dann aber wieder der nächste Mini Buggy von X-raid, am Steuer hier kein geringer als Dakar-Seriensieger Stéphane Peterhansel.

Für die Mannschaft von X-raid war der diesjährige Triumph der fünfte Dakar-Erfolg in der Teamgeschichte. Da das Pendel der Dakar 2020 in Saudi-Arabien stark in Richtung der Mini Buggys ausschlug, blieben Diskussionen um die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte natürlich nicht aus. Während X-raid-Chef Sven Quandt die Balance der unterschiedlichen Fahrzeuge als ausgewogen bezeichnete, sah man sich bei Toyota hier doch im Nachteil. Bereits in der ersten Wochenbekam man es bei den Hilux-Boliden immer wieder mit Reifenschaden zu tun, die Reifen sind bei den Allrad-Fahrzeugen schmaler als beim Buggy. Auch der Luftmengenbegrenzer war Thema der Diskussion.

Am Ende hat man am Toyota Hilux natürlich auch keine großen Entwicklungssprünge in letzter Zeit mehr gemacht, während X-raid hier mit dem Mini Buggy augenscheinlich größere Sprünge gemacht hat.

Rallye Dakar 2020
©DPPI via X-raid

Dakar 2020 – Fernando Alonso auf neuen Wegen

Medial stand natürlich auch der erste Auftritt von Ex-Formel 1-Weltmeister Fernando Alonso im Fokus. Der Spanier wagte sich auf ganz neues Terrain und wusste auch hier zu überzeugen. Auf Anhieb ganz vorne mit zu fahren wäre wohl auch ein wenig vermessen gewesen, am Ende stand für ihn und seinen Beifahrer Marc Coma der 13. Gesamtrang zu Buche.

Dakar 2020 Toyota Hilux
©Vaclav Duska Jr. via Toyota Gazoo Racing WRC

Acht der zwölf Etappen der Dakar 2020 beendete Alonso in den Top 10 und beendete die Ausdauer-Rallye zudem als bester Rookie. Lediglich an zwei Tagen hatte er mit größeren Problemen zu kämpfen, einmal überschlug er sich mit seinem Toyota Hilux bei der Überfahrt über eine Düne. Dennoch, vor dem ersten Dakar-Auftritt des Spaniers kann man nur den Hut ziehen.

Dakar – Notizen

-- Der Sieger von 2009, Giniel de Villiers, wurde nach einer soliden zweiten Woche Gesamtfünfter, nachdem er zu Beginn viel Zeit verlor

-- Der chilenische Quad-Pilot Ignacio Casale holte sich ebenfalls den dritten Dakar-Triumph in seiner Klasse.

-- Bei den Trucks war es der Russe Andrey Karginov, der nach 2014 seinen zweiten Erfolg bei der Dakar feiern konnte, er gewann vor seinem Landsmann Anton Shibalov

-- Bei den Motorrädern musste sich Titelverteidiger Toby Price diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben hinter Sieger Ricky Brabec und dem Chilenen Pablo Quintanilla

-Überschattet wurde die Dakar 2020 vom tödlichen Unfall des Portugiesen Paulo Gonçalves auf der siebten Etappe, als er mit seinem Motorrad schwer stürzte.

-- Der Franzose Cyril Despres schrieb Dakar-Geschickte, denn als erster Teilnehmer konnte er Etappen in drei unterschiedlichen Kategorien gewinnen (Motorrad, Auto und jetzt SxS-Klasse) – Sieger der SxS-Klasse wurde 2020 das Duo Casey Currie/Sean Berriman

Dakar Rallye 2020
©Vaclav Duska Jr. via Toyota Gazoo Racing

Dakar 2020 Ergebnisse

Auto

1. Carlos Sainz (ESP)/Lucas Cruz (ESP) MINI Buggy 42h59m17s
2. Nasser Al-Attiyah (QAT)/Mathieu Baumel (FRA) Toyota +6m21s
3. Stéphane Peterhansel (FRA)/Paulo Fiuza (PRT) MINI Buggy +9m58s

Motorrad

1. Ricky Brabec (USA) Honda 40h02m36s
2. Pablo Quintanilla (CHI) Husqvarna +16m26s
3. Toby Price (AUS) KTM +24m06s

Truck

1. Andrey Karginov (RUS) Kamaz 46h33m36s
2. Anton Shibalov (RUS) Kamaz +42m26s
3. Siarhei Viazovich (BLR) Maz +02h04m42s

Quad

1. Ignacio Casale (CHI) Yamaha 52h04m39s
2. Simon Vitse (FRA) Yamaha +18m24s
3. Rafal Sonik (POL) Yamaha +01h04m15s

SxS

1. Casey Currie (USA)/Sean Berriman (USA) Can-Am 53h25m52s
2. Sergei Kariakin (RUS)/Anton Vlasiuk (RUS) Can-Am +39m12s
3. Chaleco Lopez (CHI)/Juan Pablo Latrach Vinagre (CHI) Can-Am +52m36s

Sainz Dakar 2020 Podium
©Florent Gooden / DPPI via X-raid
Share: Beitrag teilen