Debüt in Brands Hatch – Mishumotors und Racing Total

Chevrolet EuroNASCAR 46
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

EuroNASCAR Brans Hatch – Erstmalig zwei deutsche Teams im Feld

Zum ersten Mal in der Geschichte der NASCAR Whelen Euro Series fanden sich am vergangenen Wochenende zwei deutsche Teams im Starterfeld ein. Während es für Mishumotors der zweite Auftritt nach dem Saisonauftakt war, gab racing-total sein Debüt im europäischen NASCAR-Ableger.

Mishumotors

Das Team aus Wiesbaden rund um Mirco Schultis hatte gleich drei neue Fahrer für das Wochenende an Bord. Da Patrick Simon seinem Job als Kommentator bei der GT Masters nachgehen musste oder durfte, nahm seinen Platz in der ELITE 1 der Brite Alex Capadia ein. Aufmerksamkeit gab es aber vor allem für den Fahrer im neu lackierten #33er-Chevrolet des Teams. Bruno Junqueira saß hier am Steuer, für den Brasilianer war es die erste Ausfahrt in solch einem V8-Boliden. In der ELITE2 kam neben Schultis selber noch der erfahrene Brite Roger Bromiley zum Einsatz, der sonst hauptsächlich im Radical-Boliden unterwegs ist.

Mishumotors 33 Bruno Junqueira
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Bruno Junqueira

Im Qualifying für das erste Rennen konnten sich Capadia und Junqueira für die Plätze 14 und 17 qualifizieren, in der ELITE2 ging es für Mirco Schultis und Kollege Bromiley auf die Plätze 16 und 18. Das zeigt erneut, dass die EuroNASCAR-Boliden aus dem Steggreif heraus nicht immer auf eine Top-Rundenzeit zu bekommen sind. So musste sich auch der Brasilianer Junqueira erstmal im hintern Feld anstellen.

Teamchef Schultis
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Dafür lief für beide Boliden der erste Lauf zur ELITE1-Meisterschaft ganz ordentlich.  Alex Kapadia brachte die Nummer 70 auf Rang 10 einen Platz vor Bruno Junqueira ins Ziel, für den erst zweiten Start der Mannschaft, zudem mit neuen Fahrern, ein ordentliches Ergebnis. Schulits übernahm den 70er Chevy für die ELITE2 und überquerte die Ziellinie als Gesamt-13. – gleichbedeutend mit Rang 3 in der Legend-Trophy-Wertung, Bromiley wurde 16.

Mishumotors 70
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Am Sonntag lief für die Mannschaft allerdings wenig zusammen. Bruno Junqueira landete nach einer Kollision zu Rennbeginn mit Christophe Bouchut von DF1 Racing im Kiesbett und konnte danach dem Feld nur Hinterherfahren, am Ende wurde er als 21. gewertet. Nach einem Dreher kam Alex Kapadia in der Nr. #70 auch nur auf dem 18. Rang ins Ziel. In der ELITE2 trat nur Bromiley für den letzten Lauf des Wochenendes an, landete aber unter ferner liefen, da er sich zweimal ins englische Gras verabschiedet hatte.

Racing Total 46
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Racing Total

Das Debüt des Teams von racing-total lief im freien Training ordentlich, dann hatte allerdings die junge Spanierin Carmen Boix in der ELITE2 einen Unfall mit dem #46er-Chevy, so dass die Truppe eine arbeitsintensive und schlaflose Nacht in England hatte. Daher war man froh, dass Marko Stipp überhaupt zum Qualifying an den Start gehen konnte. Der hatte zudem nach seinem Unfall vergangene Woche auf dem Raceway Venray in der niederländischen LMV8-Serie mit einem lädierten Knie zu kämpfen, insgesamt war an diesem Tag einfach nicht mehr drin als Rang 23.

Das erste Rennen der neuen Mannschaft lief dann aber ganz ordentlich, Stipp machte nach und nach Boden gut und duellierte sich lange Zeit mit Ex-NASCAR-Champion Bobby Labonte. Als die Führenden auf das Duo zum Überrunden aufliefen, achtete Labonte nicht auf eine gelbe Flagge und überholte bei der Gelegenheit den Deutschen. Das ging an der Rennleitung aber leider vorbei, wie so manch anderes.

racing-total 46 Marko Stipp
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – #46 Marko Stipp racing-total

Kurz danach fanden sich beide in eigentlich verkehrter Reihenfolge hinter dem Safety Car wieder – dann gab es den „Free Pass“, um sich wieder hinten im Feld einzureihen. Eigentlich, denn das stellte sich als Irrtum heraus. Erst ging Labonte vorbei, ließ sich wieder zurückfallen, dann fuhr Marko Stipp am Führungsfahrzeug vorbei – dafür bekam er dann unverständlicherweise nach dem Rennen eine Strafe aufgebrummt, die ihn vom guten Platz 14 im Ziel auf Rang 20 zurückwarfen. Somit war auch der Gewinn der Challenger-Trophy futsch.

Die Truppe kam aber auch nach den Rennen am Samstag nicht zum Durchschnaufen, bei der Überprüfung des Wagens wurde ein defektes Differential festgestellt. Die Reparaturarbeiten zahlten sich dann aber am Sonntag aus, als sich Stipp den Gewinn der Challenger Trophy nicht nehmen ließ.

Carmen Boix und Marko Stipp
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Nach einem guten Start des racing-total Chevrolet mit der Nr. #46 und einigen V8-Duellen lief er als 13. ein, damit gewann er nun eindeutig diese Wertung. Carmen Boix lieferte unterdessen in der ELITE2 zwei saubere Rennen ab und konnte sich stetig verbessern – nach der Zielankunft konnte sie beide Male die Wertung des Lady Cup für sich entscheiden.

racing-total kann jedenfalls mit dem Debüt in der Euro NASCAR mehr als zufrieden sein, das Team freut sich jetzt auf den Raceway Venray, wenn es auf die Heimstrecke der Mannschaft geht – Man ist hier in der niederländischen LMV8 Serie am Start. Somit stehen jetzt für beide Mannschaften von Mishumotors und racing-total reichlich Heimspiele an – die Rennen auf dem Raceway Venray finden am 15. und 16. Juli 2017 statt, bevor es ins badische Motodrom nach Hockenheim am letzten Juli-Wochenende geht. In diesem Sinne, Keep Racing!

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