DMV GTC in Hockenheim

Start DMV GTC Hockenheim
©racing14.de – DMV GTC in Hockenheim

Denkt man an GT- und Tourenwagensport hier zu Lande, kommen einem sicherlich erst Rennserien wie DTM, VLN oder die ADAC GT Masters in den Sinn. Zum Teil geht es hier in den letzten Jahren immer mehr ums Marketing, anstatt um den Motorsport an sich. Dabei gibt es einige Optionen, um sich wieder etwas mehr den Wurzeln des Sports zuzuwenden.

Letzen Samstag fand in Hockenheim die DMV GTC statt – in Langform: der DMV GT und Touring Car Cup. Die Serie hat eine Historie, die bis ins Jahr 1990 zurückgeht. Damals wurden die Meisterschaften noch mit Fahrzeugen à la Ford Sierra, Suzuki Swift oder Ford Escort gewonnen. Lange Jahre trug man auch den Namen Divinol-Cup – vielleicht dem ein oder anderen ein Begiff.

Porsche #27
©racing14.de

Heutzutage sind es standesgemäß Boliden der GT3-Klasse, die um die Meisterschaft kämpfen. Das letztjährige Meisterfahrzeug in den Händen des Schweizers Frederic Yerly war ein SLS GT3-Flügeltürer. Kurz zum Reglement: Bei der GTC sind insgesamt 10 Klassen ausgeschrieben, Hauptaugenmerk in Sachen Gesamtwertung gilt momentan der Klasse 8 für GT3-Fahrzeuge. Interessant auch die Klassen 10 (Fahrzeuge Gruppe A, H, GT1 und GT2) und 7 (Porsche 997 GT3 Cup), letztere auch im Hinblick auf das Gesamtklassement.

Die Punktevergabe erfolgt nach FIA-Reglement, d.h. 25 Punkte für den Sieger, 18 für den Zweiten bis hin zu einem Punkt für Rang 10. Mindestens 4 Fahrer in einer Klasse bedeuten 100% der zu vergebenen Punkte, darunter geht es in 25%-Schritten abwärts. Zwei Streichresultate gib es am Ende der Saison.

Gallardo
©racing14.de – Lamborghini Gallardo

Zwei Rennläufe mit einen Dauer von 30 Minuten werden in der Regel am Samstag ausgetragen. Neu in diesem Jahr ist die Durchführung eines zusätzlichen Rennens über die Dauer von 60 Minuten inkl. Boxenstopp – hier kann der Fahrer gewechselt werden, muss aber nicht. Hier muss man nicht zwangsläufig in der GTC eingeschrieben sein, sondern kann auch einen Gaststart absolvieren. Sicher auch für die Zukunft der Serie eine Option.

BMW B6 Alpina GT3 Halm
©racing14.de – BMW Alpina B6

Auffällig insgesamt im positiven Sinne ist die familiäre Atmosphäre im Fahrerlager. Über interessierte Zuschauer ist man erfreut und das Feld, was sich in Hockenheim traf, konnte sich auch sehen lassen. Chrysler Viper, Corvette, Audi R8, Lamborghini Gallardo, Ferrari 458 und zahlreiche Porsche – dazu der BMW Alpina B6 (ja, der ist noch lange nicht in Rente) und mein persönlicher Favorit zum Schluss – ein Ford GT – so ging ein gut gefülltes Feld im badischen Motodrom an den Start.

Siegerehrung Klasse 8 DMV GTC
©racing14.de – Klasse 8 Lauf 1 – Bender, Halm, Utsch

Nach einer frühen Safety Car Phase in Lauf 1 war es am Ende Altmeister Pertti Kuismanen, der sich in seiner Viper (Klasse 10) knapp vor dem BMW Alpina durchsetzen konnte. 2 Sekunden dahinter lief der grüne Bolide ein, Pilotin Steffi Halm freute sich riesig über ihren Klassensieg in Klasse 8. Nur einem Wimpernschlag dahinter lief der Gesamtführende in der Meisterschaft, Jürgen Bender, in seiner Corvette GT3 ein. Zwar in der Klasse geschlagen, jedoch holte er sich zum vierten Mal in dieser Saison die schnellste Rennrunde, für die er auch geehrt wurde.

Siegerehrung Klasse10 DMV GTC
©racing14.de – Siegerehrung Klasse 10 Lauf 1  – Pertti Kuismanen und Maximilian Stein (#52 Audi R8)

Und was den Sieg angeht, den kann man sich ja noch im zweiten Lauf des Tages holen. Das hat sich Bender wohl gedacht und den Spieß im zweiten Lauf rumgedreht. Bei gegen Rennende einsetzendem Regen war die Corvette mit der Startnummer #2 nicht aufzuhalten.

Nachdem Kuismanen zu Anfang noch vorne gelegen hatte, drehte Bender dann mächtig auf. Dem Vizemeister des Vorjahres konnte auch der Hockenheimer Regen nichts anhaben. Der Altmeister aus Finnland versuchte zwar alles, um die Führung zurück zu erobern, nachdem er aber einmal durch den badischen Kies musste, war der Kampf um den Sieg zu Gunsten der Corvette entschieden.

Corvette GT3 Utsch
©racing14.de – Corvette GT3

Als Dritter mit aufs Gesamtpodium schaffte es Hannes Utsch, der eine Corvette GT3 steuert. Utsch ist Teil eines Nachwuchsprogrammes von Callaway Competition, die zusammen mit RWT Racing hier einen Corvette-Nachwuchs im Rahmen von Gaststarts aufbauen. Pech hatte dagegen sein Nachwuchskollege Kim Giersiepen, der aufgrund von technischen Problemen aufgeben musst. Lauf 2 brachte auch für Steffi Halm kein Happy End – ein Reifenschaden beendete die Podiumshoffnung.

#2 Corvette GT3 Jürgen Bender
©racing14.de – erfolgreiches Wochenende für Jürgen Bender

Und was war eigentlich mit dem Ford GT? Der lieferte zwei ordentliche Rennen ab, die Ränge 6 und 5 gingen an die Flunder mit Fahrer Jack Crow, eingesetzt wird der Bolide unter der Nennung von Z:EBRA Racing. Fahrer und Team – da soll noch einer sagen, hier gäbe es keine klingenden Namen.

FordGT
©racing14.de – FordGT – die „Flunder“

Zu guter Letzt gab es dann noch das 60-Minuten Rennen zu später Stunde. Hier durften sich Fabian Plentz und Tommy Tulpe über den Sieg mit ihrem Audi R8 LMS vor Peter Mamerow (Porsche 996 RSR) und Klaus Dieter Frer (Ferrari 458 GT3) freuen. Da das Format noch neu ist, ist das Starterfeld hier (noch) etwas kleiner, ein längeres Rennen bekommt der Serie aber sicher gut.

Kuismanen-Bender
©racing14.de – Duell in Lauf 2 – Kuismanen und Bender

Die DMW GTC ist eine kleine Serie, sie hat vielen Großen aber etwas voraus – die Passion Motorsport kann man hier noch erleben – als Fahrer, sowie als Zuschauer – wohl gemerkt Passion und nicht Marketing. Manchmal muss man auch nicht unbedingt wachsen – so lange für alle Beteiligten guter Sport möglich ist. Der wird hier geboten, auch mit einer gesunden Portion Respekt untereinander – man lässt sich eben Luft zum Leben auf der Strecke.

Weiter im Kalender geht es Mitte August in der Lausitz, Anfang September steht dann in Spa die Ardennenachterbahn auf dem Programm, bevor der Saisonabschluss am 10. Oktober auf dem Nürburgring über die Bühne geht. Für alle weiteren Infos einfach mal auf der offiziellen Website vorbeischauen. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Eine Fotoserie zum Renntag in Hockenheim folgt noch.

Gridgirl DMV GTC
©racing14.de – die Gridgirls der DMV GTC zeigen vollen Einsatz oder „Spaß mit Flaggen“
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