DTC – Deutscher Tourenwagen Cup 2017 – Preview

Deutscher Tourenwagen Cup 2017

Tourenwagensport hat hier zu Lande Tradition – doch dabei denken nicht viele an den DTC. Der Deutsche Tourenwagen Cup geht 2017 bereits in seine 23. Saison in Folge, das können wenige Serien von sich behaupten. Vor allem auch bei vielen Nachwuchsfahrern, die sich erstmals mit Dach über dem Kopf auf Rennstrecken bewegen, ist der DTC sehr beliebt.

Nachdem man in den letzten Jahren neben Klassikern wie dem Nürburgring auch in Oschersleben und auf dem Sachsenring antrat, ist der Kalender in diesem Jahr deutlich internationaler geworden. Vom 21. bis zum 23. April ist die Serie für den Saisonauftakt im Autodromo di Monza zu Gast – dort geht es im Rahmen der Blancpain GT Endurance Series erstmals um Punkte.

DTC Preview
©c.lindner via DTC

In insgesamt drei Klassen –  Superproduction, Specialproduction und Cupproduction – geht es um Meisterehren, zudem wird ein Rookie-Cup ausgefahren. In der Superproduction-Klasse kommen Fahrzeuge nach FIA TCN2-Reglement zum Einsatz. Bei einem Mindestgewicht von 1.260 Kilogramm leisten hier 4-Zylinder Turbo-Motoren bis 2.000 ccm an die 350 PS. Neben bereits vorhandenen Rennboliden können Teams hier auch Fahrzeuge in Eigenregie aufbauen – ein Wagen nach diesem Reglement kann dann auch international eingesetzt werden. Mögliche Einsatzfahrzeuge sind beispielsweise auch: Audi RS3 LMS, VW Golf GTI TCR, Seat Leon Cup Racer (Stand 2015-17), Opel Astra OPC, Honda Civic oder Peugeot 308 Racing Cup.

In der Klasse Specialproduction kommen die DTC-Regularien zur Anwendung, d.h. hier kommen die Wagen mit einem Luftmengenbegrenzer auf maximal 290 PS, zudem sind sie etwas schwerer und auf anderer Bereifung unterwegs. Einsatzwagen für diese Klasse sind beispielsweise der VW Scirocco R, der Golf VI , Seat Leon Cupra, Seat Leon Supercopa Mk2, Skoda Octavia Cup, oder der Opel Astra OPC. Last, but not least, die Cup-Klasse. Hier starten die Fahrzeuge mit 1.6 Liter Turbomotor – die Motorleistung wird geregelt auf ca. 240 PS, neben den Mini John Cooper Works können hier auch der Fiesta ST oder ein Renault Clio RS IV Cup zum Einsatz kommen.

Ford Fiesta ST DTC
©c.lindner via DTC

Zwei Sprintrennen gilt es am Rennwochenende zu absolvieren – diese laufen jeweils über 25 Minuten zuzüglich einer Runde. Im letzten Jahr hieß es in der Top-Kategorie Milenko Vukovic im Audi A3 gegen Heiko Hammel im Ford Fiesta ST – ein enges Titelduell bis auf die letzten Meter. Am Ende war es Vukovic, der sich die Meisterschaft sicherte. Teamkollege Franjo Kovac wurde im zweiten Audi A3 Meisterschaftsdritter. Mit den Audis des schweizer Rennstalls Vukovic Motorsport muss man auch in diesem Jahr wieder rechnen. Dazu bringt Bastuck Motorsport wieder die in Eigenregie entwickelten KIA pro cee´d GT/R an den Start – Fahrzeuge, die man in anderen Serien so schnell nicht finden wird.

Im Vorjahr war es Pavel Lefterov im Scirocco R, der in der Specialproduction erfolgreich war, während Dirk Lauth die Klasse Cupproduction und auch die Gentleman-Wertung gewinnen konnte. Lauth vertraut schon einige Jahre auf seinen Mini und war bereits in der 2011 eingestellten Mini Challenge Deutschland am Start, bevor er im DTC eine neue Heimat gefunden hat. Auch andere Mini-Piloten fanden hier ein neues Betätigungsfeld in der Vergangenheit.

DTC Dirk Lauth Mini Cooper
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Neben alten Hasen im Motorsport finden sich ebenfalls Talente aus dem Kartsport in der Deutschen Tourenwagen Challenge ein. Ein Beispiel dafür ist Justin Häußermann. Der Gewinner des ADAC Kart Masters 2015 wird in dieser Saison als Rookie bei Glatzel Racing einen Ford Fiesta ST steuern. Nur ein Beispiel, dass der DTC die erste Anlaufstelle für junge Talente mit Blick auf eine Laufbahn im Tourenwagensport ist.

Lediglich der Auftritt auf deutschen Rennstrecken fällt in diesem Jahr im Zuge der Neuausrichtung doch gering aus. Nachdem man bei einigen Auftritten der Blancpain GT Serien mit dabei ist, ist man nur noch zweimal in Deutschland am Start. Anfang Juli ist man zusammen mit der TCR International Series in Oschersleben unterwegs, mit der ADAC GT Masters besucht man Anfang August gemeinsam den Nürburgring.

DTC Kia Ceed
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Dafür ist der DTC medial aber auf der Höhe – die Rennen gibt es im Livestream zu verfolgen, auch wenn der Weg der Serie 2017 internationaler wird, kann man doch so am Ball bleiben. Das Debütjahr der Meisterschaft geht im Übrigen zurück auf das Jahr 1995, als man im Rahmen der Beru Top 10 startete.

Nach zuletzt einigen schwierigen Jahren – zwischenzeitlich unter der Bezeichnung ADAC Procar unterwegs -, in denen man mit schrumpfenden Starterzahlen zu kämpfen hatte, geht es mittlerweile wieder deutlich aufwärts. Das Jahr 2017 sollte auf jeden Fall wieder spannende Rennen liefern, daher beim Blick auf den Motorsportkalender in diesem Jahr den DTC nicht vergessen. In diesem Sinne, Keep Racing!

Terminkalender Deutscher Tourenwagen Cup  – Termine DTC 2017

21.-23.04.2017 Monza/Italien
02.-04.06.2017 Zolder/Belgien
23.-25.06.2017 Le Castellet/Frankreich
07.-09.07.2017 Oschersleben/Deutschland
21.-23.07.2017 Zandvoort/Niederlande
04.-06.08.2017 Nürburgring/Deutschland
01.-03.09.2017 Most/Tschechien
22.-24.09.2017 Red Bull Ring/Österreich

Update 11.04.2017: Leider erreichte mich heute die Meldung, dass der DTC 2017 abgesagt wurde – mangels ausreichender Einschreibungen findet die Serie in diesem Jahr nicht statt. Ein weiteres Zeichen, wie schwer sich der nationale Motorsport zur Zeit tut, bleibt nur zu hoffen, dass der Cup nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden wird.

wichtige Links DTC:

offizielle Website

DTC Deutscher Tourenwagen Cup
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