Eifelfrühling – Nachlese 60. ADAC Westfalenfahrt

Phoenix Audi R8 VLN
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Rückblick – Saisonauftakt zur Langstreckenmeisterschaft 2013 – der späte Winter ließ damals einer Ausrichtung des ersten VLN-Laufes keine Chance. Ganz anders in diesem Jahr. Strahlender Sonnenschein den ganzen Renntag über, das lockte so manch einen Besucher zusätzlich in die Eifel. Das stellte man schnell in der Boxengasse fest, die auf jeden Fall um einiges belebter als noch beim Saisonabschlussrennen des Vorjahres war. Das Starterfeld trug sein Übriges dazu bei. In der Klasse SP9 standen 20 GT3-Boliden auf der Meldeliste. Seitens der Hersteller war hier alles vertreten, leider schaffte es der bildschöne McLaren MP4 von Dörr Motorsport nach einem Trainingsunfall nicht ins Rennen.

Für das Team von Phoenix Racing sollte es ein Auftakt nach Maß werden. Der Pole-Position folgte beim Saisonauftakt auch der Sieg für das Trio Marc Basseng, Frank Stippler und Laurens Vanthoor. Während Basseng seinen 26. Gesamtsieg verzeichnen konnte, schaffte Vanthoor letzten Samstag seinen zweiten Laufsieg beim dritten Start – das nenne ich mal eine gute Ausbeute. Lange Zeit war auch der BMW Z4 von Uwe Alzen und Philipp Wlazik ein Sieganwärter, gegen Rennende musste man jedoch den Audi R8 ziehen lassen und durfte sich noch nicht einmal über den 2. Platz freuen. Reifenschaden und das Aus für den Z4.

Alzen BMW Z4 GT3
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Überhaupt waren viele an diesem frühlingshaften Samstag auf das schwarze Gold nicht gut zu sprechen. ROWE Racing, mit dem SLS auf Podiumskurs, zog den Wagen nach zwei Reifenschäden zurück (nach einem Unfall des Schwesterwagens bei den Testfahrten trat man mit nur einem Fahrzeug an). So hatte sich auch Rowe-Neuzugang Maro Engel, der nach einer Saison in Australien seine Heimkehr feierte, seine Rückkehr nicht vorgestellt. Und auch Frikadelli Racing, Anwärter Nummer eins auf die Porsche-Speerspitze im Feld, hatte kein Glück. Bereits das Qualifying lief nicht allzu gut und nach einem – genau – Reifenschaden musste das Team rund um Sabine Schmitz ebenfalls aufgeben.

Frikadelli Porsche
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Am Ende herrschte aber mit Audi, Merceds und BMW doch noch Markenvielfalt auf dem Podium. Hinter dem R8 mit Startnr.5 kam der Black Falcon-Mercdes SLS mit den Fahrern Bleekemolen, Simonsen und Arnold ins Ziel. Als Dritter kletterte das Trio Klingmann/Baumann/Tomczyk im Schubert-Z4 aufs Podium, gute 18 Sekunden vor Ihren Markenkollegen Leinders und Catsburg im BMW Z4 von Marc VDS. Die Belgier sind übrigens schwer aktiv, in dieser Saison als Partner vom Team Racing Club Partners auch in der NASCAR Whelen Euro Serie; dort werden wir dann auch Bas Leinders im Juli am Ring wiedersehen.

Erfreulich in der „GT3-Horde“ – Platz 6 für die Flunder – den schwarzen Ford GT 40 von Jürgen Alzen. Umso erfreulicher, wenn man überlegt, dass beim Finale letztes Jahr der Bolide durch einen Unfall irreparabel zertört wurde. Ein neues Fahrzeug wurde aufgebaut und neben Jürgen Alzen dreht Dominik Schwager am Lenkrad. Schwager konnte schon im GT40 von Lambda Performance sein Talent und seinen Speed mehrfach im GT Masters unter Beweis stellen. Doch auf der Nordschleife wird jeder kleine Fehler bestraft. Ein Unfall im Training ließ die Truppe sicher schon zittern, doch der Saisonauftakt konnte mit einem sehr guten sechsten Platz nach all den Schwierigkeiten beendet werden – da geht in Zukunft sicher noch mehr.

Alzen Ford GT40
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Das Hauptaugenmerk haben viele Besucher sicher auf der GT3-Meute, die aus jedem Langstreckenrennen mittlerweile eher ein aktionsgeladenes Sprintrennen machen. Doch Ehre, wem Ehre gebührt. Ein Blick auf die CUP3-Klasse muss sein, schließlich sind hier die amtierenden VLN-Meister des Jahres 2013 aktiv. Die Gebrüder Groneck sind erneut mir ihrem bewährten Renault Clio CUP am Start – dieses Jahr mit neuer und wie ich finde auch besserer (nennen wir es meisterlicher) Lackierung. Doch für ganz vorne hat es beim Saisonauftakt noch nicht wieder gereicht, das Team musste sich dem Schweizer Mathias Schläppi und Holger Goedicke geschlagen geben.

Im 2014 wieder sehr stark besetzen Opel Astra OPC Cup konnten sich Peter Bonk, Jari Nuoramo und Juha Hannonen durchsetzen. Hinter den Gesamtsiegern im Audi R8 ist dies gleichbedeutend mit dem momentan zweiten Platz in der Gesamtmeisterschaft. Der Rennstart verzögerte sich übrigens um eine Stunde nach hinten. Der erste Lauf des Jahres 2014 konnte erst um 13.00h gestartet werden, da es im Training zu einem Unfall im Bereich Pflanzgarten kam. Was für zahlreiche Zuschauer damit auch gleichbedeutend mit mehr Zeit beim durch die Boxengasse schlendern verbunden war, war leider insbesondere für die Teams von Bonk Motorsport und Car Collection ein negatives Erlebnis. Axel Burghardt im BMW M235i und der Porsche 911 GT3 kamen sich bei hoher Geschwindgkeit zu nahe, das Ganze endete sogar mit einem Überschlag des BMW. Das wichtigste aber: Niemand wurde ernsthaft verletzt.

Apropos M235i – VLN-Lauf 1/2014 war auch gleichzeitig die Debütvorstellung des neuen BMW 235i Cup. Erst kurz vor der Renntaufe letzten Samstag erhielten die Teams die neuen Rennboliden der Münchner. Daher geht es auch erst beim zweiten VLN-Lauf um Meisterschaftspunkte.

Team #225
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Neben vielen GT3-Boliden und den interessanten Cup-Wertungen (Toyota GT86, Opel Astra OPC, Renault Clio, BMW 235i) sollte man als Zuschauer aber auch immer mal ein Auge auf die „kleinen“ Teams werfen. Hier ist Motorsport noch pure Leidenschaft, halt eben auch, wenn das Budget nicht allzu groß ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Startnr. 225, am Steuer des guten alten BMW M3 und in der Klasse SP5 (VLN Specials 5 – über 2.500 ccm bis 3.000 ccm) sind die Briten Ben Salmon, Kevin Maxted und Robin Welsh. Wichtig ist es hier, den Wagen auf jeden Fall sicher ins Ziel zu bringen, schnell ist man allemal unterwegs, auch wenn man hier nicht das letzte Zehntel finden muss. Gesamtrang 67 und eine schnellste Runde von 9:37.557 Minuten sind eine mehr als passable Teamleistung für den Saisonauftakt. Also nicht vergessen, neben der GT3-Vielfalt bietet die VLN noch so einiges mehr – oder um die amerikanische NASCAR-Szene zu zitieren : „Never forget your roots“.

Weiter geht es dann in Sachen VLN am 12.04.2014 mit dem zweiten Lauf. Kommende Woche aber ist es bereits Zeit für das erstmals ausgetragene Qualifikationsrennen für das 24h-Rennen 2014 auf dem Nürburgring. Für einige Teams also wenig Zeit zum Durchatmen.

PS: Impressionen vom 1. Lauf gibt es hier.

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