Eifelsonne – Nachlese 45. Adenauer ADAC Simfy Trophy

Black Falcon SLS AMG GT3
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Der letzter Aufgalopp vor dem 24h-Rennen auf dem Nürburgring im Juni und somit für viele die letzte Testmöglichkeit – so umfasste die Starterliste für den vierten VLN-Lauf des Jahres mehr als 200 Teilnehmer. Somit war auch klar, eine freie Runde im Qualifying am Samstag morgen wird schwer zu finden sein. Daher kann man von der Zeit des Schnellsten nur den Hut ziehen. Lance David Arnold war es, der den Black Falcon Mercedes SLS AMG GT3 in einer Zeit 8.02,098 Min. auf den besten Startplatz hievte. Leider kam bereits am frühen Morgen die rote Flagge an der Nordschleife zum Einsatz und auch nicht zum letzen Mal an diesem Tage – an den äußeren Bedingungen lag dies aber nicht. Bestes Wetter und reichlich Eifelsonne – so konnte man es sich an der Strecke gut gehen lassen.

Zum zweiten Mal in dieser Saison am Start in der Langstreckenmeisterschaft war auch wieder die Truppe rund um den BMW mit der Startnummer 225 in der Klasse SP5 (VLN Specials 5 – über 2.500 ccm bis 3.000 ccm) – ich bin auf das Team ja bereits einmal zum Saisonauftakt kurz eingegangen.

BMW M3  #225
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Die Klasse mag nicht vielen auffallen, waren hier doch beim vierten Lauf nur vier Starter gemeldet. Doch die Passion, die solch ein Team mit an den Start bringt ist genau das, was die VLN ausmacht und auch groß gemacht hat. Gesamtrang 115 und den zweiten Platz in Ihrer Klasse brachten die Briten Ben Salmon, Robin Welsh und Nick Starkey nach Hause. Erfahrung in Sachen Nordschleife ist hier auf jeden Fall vorhanden. Hier geht es nicht um das letzte Zehntel, auch das Budget ist knapp bemessen, umso eher ist man hier auch bedacht, das Material heil ins Ziel zu bringen. Der nötige Respekt, den man vor der Norschleife immer haben sollte, ist hier in jedem Fall vorhanden.

die #225
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Man kommt um das Thema Unfallhäufigkeit dieses Jahr ja leider nicht herum. Tenor von vor Ort war zumindest, dass es sich in Sachen Aggressivität auf der Strecke beim vierten Lauf zur VLN gebessert hat. Die enorm starke und zahlenmäßig mehr als gut vertretene GT3-Front trifft auf viele Cup-Wertungen, die eng umkämpf sind. Bei dieser Teilnehmerzahl ist der ein oder andere Kontakt wie so häufig im Motorsport nicht zu vermeiden. Die großen GT3s beschweren sich häufig über die kleineren Klassen, in die andere Richtung geht das aber genauso. Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen. Leben und leben lassen sollte das Motto lauten. Wie oben bereits erwähnt, wird ein Team wie das der Startnummer 225 sicher nicht im Weg rumstehen, wenn die GT3-Meute angeflogen kommt. Es sind halt oft einige wenige, das das Gesamtbild prägen. Die Kombination aus den unterschiedlichsten Fahrzeugklassen ist weltweit einmalig, ich hoffe hier bei einigen künftig auf mehr Einsicht, schlechte Nachrichten nach Unfällen – darauf können wir alle mehr als gerne verzichten.

Start - GT3 Meute
©Jan Brucke/VLN

Doch zurück zum Rennen. Black Falcon beherrschte auf jeden Fall die Schlagzeilen bei der 45. Ausgabe der Adenauer ADAC Simfy Trophy. Das Fahrertrio aus Lance David Arnold, Christian Menzel und Andreas Simonsen drückte dem Lauf seinen Stempel auf. Nur in der direkten Anfangsphase musste man den Dörr-McLaren an sich vorbeiziehen lassen. Erneut eine starke Leistung von Kevin Estre, der vor Wochenfrist noch in Zandvoort im Regen am Steuer eines Porsche 911 bei den GT Masters einen Doppelsieg einfahren konnte. Der orange McLaren von Estre schnupfte zu Rennbeginn alles auf, was ihm vor die Nase kam und machte aus der Spitze einen „McLaren-Mercedes“-Zug. Ein früher Boxenstopp beendete aber die beeindruckende Vorstellung des Franzosen. Rang 6 am Ende für den McLaren – Daumen drücken, dass dieser auch die Distanz bei den anstehenden 24h gut übersteht. Klaus Abbelen im Frikadelli-Porsche war zum Rennstart sichtlich mit seinen Rückspiegeln beschäftigt, nach 2 Runden absolvierte auch er einen frühen Stopp. Diesmal u.a. mit Frank Stippler an Bord kam die Porsche-Sperrspitze aber erneut aus Podest. Vor der Truppe landete der Marc VDS-BMW Z4 mit der Startnummer #25, am Steuer Uwe Alzen und Jörg Müller. Doch gegen die Polesetter von Black Falcon war an diesem Samstag kein Kraut gewachsen.

Markenvielfalt auf der Nordschleife
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Ungefähr nach 3 Stunden dann leider das, was man nicht sehen will. Doppelgelb auf der Döttinger Höhe – Code 60 – klassicher Auffahrunfall, leider bei hoher Geschwindgkeit erwischte ein Audi TTS den Black Falcon Porsche mit der #57 – beide Fahrer blieben unverletzt, das ist das Wichtigste. Der Rennabbruch zu diesem Zeitpunkt war die logische Konsequenz. Den #57 Porsche von Black Falcon bewegen übrigens Andreas Weishaupt und Tim Scheerbath – letzterer kommt aus Dormagen, auf diesem Wege viele Grüße in meine alte Heimat. Und wenn ich schon bei meiner alten Heimat bin, dann muss ich auch Düsseldorf erwähnen. Zu einem Füchschen Alt sage ich nicht nein, schauen wir also einmal auf das „Höllenfüchsen“, den SLS AMG GT3 von Car Collection.

Höllenfüchschen
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Der Rennabbruch traf die Truppe rund um das Füchschen hart. Christian Bracke, Pilot der Startnummer #33 dazu: „In der Runde des Abbruchs lagen wir auf Platz 30 und wären allein in der folgenden Runde durch Ausfälle schon auf Platz 26 gespült worden. Allerdings lagen wir in der Runde vor dem Abbruch noch auf Platz 42 und wurden dann auf diesem auch gewertet. Obwohl es frustrierend ist, auf dem gleichen Platz ins Ziel zu fahren, von dem man gestartet ist, konnte ich weiter an meiner Rennperformance arbeiten und bin sehr zufrieden mit der Abstimmung des Autos.“  Kurz nach dem Start hatte Bracke den Flügeltürer schon auf die 17. Position nach vorne gebracht, wurde dann aber in der Mercedes-Arena (ausgerechnet) von einem anderen SLS umgedreht. Mehr Glück beim nächsten Mal, darauf ein Füchschen!

Meisterschaftsleader
©Jan Brucke/VLN

Fernab der GT3-Schlacht an der Front machte das Duo Rolf Derscheid und Michael Flehmer im BMW 325i den vierten Sieg in der Klasse V4 in Folge perfekt. Somit liegen sie natürlich weiter an der Spitze der Gesamtwertung der VLN Langstreckenmeisterschaft. Hinter ihnen lauert der neue Eifelblitz vom Team Scheid-Partl Motorsport, der den dritten Rang im der hart umkämpften Cup5-Klasse erreichte.

Einen mehr als schlechten Samstag erwischten die Vorjahresmeister, die Gebrüder Groneck mit ihrem Renault Clio, unterwegs in der Klasse Cup3. Nach zweieinhalb Stunden mussten Sie ihren Franzosen mit technischen Problemen abstellen. Zwei Siege gab es zuletzt, diesmal durften andere Renault-Fahrer aufs oberste Podest klettern. Axel und Max Friedhoff freuten sich über den Sieg in dieser stark besetzten Klasse.

 Axel und Max Friedhoff Cup3
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Für viele Teams steht jetzt das 24h-Rennen als nächstes auf dem Programm. Auch für mich jedes Jahr wieder ein Highlight, ich hoffe auf jeden Fall dann auch vor Ort vertreten zu sein. In Sachen Langstreckenmeisterschaft geht es am 05. Juli mit dem 54. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen weiter. Also auf bald in der Eifel, Keep Racing!

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