ERC – Rallye-EM-Auftakt – Kreim überzeugend

Azoren-Rallye – Fabian Kreim mit starker Aufholjagd

Das Teilnehmerfeld beim Auftakt zur Rallye-EM hatte es in sich, das musste nicht nur der amtierende Deutsche Meister, Fabian Kreim, feststellen.

Die Azoren-Rallye des Jahres 2018 war insgesamt eine hart umkämpfte Rallye, auch wenn bereits ab der zweiten Wertungsprüfung der spätere Gesamtsieger Alexey Lukyanuk aus Russland in Front lag.

Der Ford Fiesta R5-Pilot kämpfte am Schluss zwar nochmal mit Bremsproblemen, sein Vorsprung war aber groß genug, so dass er am Ende rund 16 Sekunden Vorsprung auf seinen Verfolger Ricardo Moura im Skoda Fabia R5 ins Ziel retten konnte. Rang 3 ging an den Portugiesen Bruno Magalhães.

Aus deutscher Sicht standen unterdessen zwei Piloten im Fokus. Für Fabian Kreim ging es erstmals seit Ende 2016 wieder auf Schotter in einen Wettbewerb und Marijan Griebel hatte die Gesamtwertung im Blick.

Kein Glück für Marijan Griebel

Doch Griebel musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen, nachdem er schon beim DRM-Auftakt vom Pech verfolgt war. Am Freitagabend strich Griebel mit seinem Peugeot 208 T16 die Segel, nachdem er mit dem Auto enorme Probleme hatte und weder Zeit, Traktion oder eine Abstimmung fand. Ein ernüchternder Saisonstart für den talentierten Vorjahres-Europameister der U28-Wertung.

Die Juniorenwertung war hat umkämpft und Fabian Kreim hatte dabei alles andere als gute Voraussetzungen, ganz vorne mitzuspielen. Nach der Qualifikation musste er zunächst als Erster auf die Schotterprüfungen der Azoren, doch Kreim hielt sich tapfer.

Nach Zeitverlust aufgrund eines Reifenschadens kämpfte sich der DRM-Champion der letzten beiden Jahre wieder zurück in die Top 5 und fuhr auf der 13. WP eine absolute Gesamtbestzeit und setzte damit ein deutliches Ausrufezeichen, dass man mit dem deutsche Meister im Laufe des Jahres noch wird rechnen müssen.

Fabian Kreim
©Geraldo Dias via Skoda Auto Deutschland

Steile Lernkurve von Fabian Kreim

„Ich habe hier fahrerisch auf Schotter unglaublich viel gelernt und konnte am letzten Rallye-Tag das Tempo der Topfahrer mitgehen. Die Bestzeit macht Mut für den weiteren Verlauf der EM. Wir gehen Schritt für Schritt und wollen uns weiter steigern“, so Fabian Kreim.

Beim Umstieg von den gewohnten Asphaltpisten in Deutschland auf den rutschigen Schotterbelag auf der Atlantikinsel tat sich der 25-Jährige zu Beginn der Rallye noch etwas schwer. Am Freitag musste er dann gemeinsam mit seinem Co-Piloten Frank Christian auf der legendären Königsprüfung Sete Cidades am Rande eines Vulkan-Kratersees einen nach Fahrfehler von der Felge gerutschten Reifen wechseln.

Vom zwischenzeitlichen achten Platz in der U28-Kategorie startete Kreim dann eine starke Aufholjagd in der atemberaubenden Natur auf dem Eiland im Atlantik.

Am Samstag zeigt der Odenwälder bei seinem ersten Schotterauftritt seit der Rallye Indien Ende 2016 sein Talent auf losem Untergrund. In der Wertungsprüfung 13 „Vila Franca/São Brás 2“ gelang dem Duo aus Kreim und Christian in ihrem Skoda Fabia R5 dann sogar die beste Zeit des gesamten Feldes – 0,9 Sekunden vor den späteren Gesamtsiegern Lukjanuk/Arnautow.

ERC Skoda Auto Deutschland Kreim/Christian
©Andre Lavadinho via Skoda Auto Deutschland

Bis zur letzten Prüfung waren Kreim/Christian das schnellste U28-Duo am Finaltag. „Dann haben unsere Reifen abgebaut und es war sehr rutschig“, berichtete Kreim. Trotzdem kassiert er nach seiner Topleistung am Samstag in der extra gewerteten Etappe fünf Zusatzpunkte für die EM-Gesamtwertung.

Der Sieg im Nachwuchschampionat ging unterdessen an Chris Ingram mit seinem Co Ross Whittock. Das schon EM-erfahrene Duo aus Großbritannien krönte damit einen Dreifachsieg der Fabia-R5 Piloten in der Junioren-Wertung.

„Die Rallye auf den Azoren war beste Werbung für die Marke Skoda! Die internationale Konkurrenz in der Rallye-Europameisterschaft ist beeindruckend stark, kein Vergleich zur Deutschen Meisterschaft. Fabian und Frank haben nach verhaltenem Beginn eine steile Lernkurve gezeigt und konnten gegen Ende der Rallye mit den Besten mithalten. Ohne den Reifenschaden wäre in der U28-Wertung sogar ein Podestplatz möglich gewesen – Motivation, uns weiter zu steigern“, bilanzierte Andreas Leue, seines Zeichens Teamleiter Motorsport und Tradition bei Skoda Auto Deutschland.

Der nächste EM-Lauf findet vom 3. bis 5. Mai auf Gran Canaria statt – dann auf Fabian Kreims Lieblingsbelag Asphalt.

Rallye-Europameisterschaft, Azoren-Rallye 2018 – Endstand in der U28-Wertung:

1. Ingram/Whittock (GB/GB), ŠKODA FABIA R5 2:35:15,9 Std.
2. Åhlin/Sjöberg (S/S), ŠKODA FABIA R5 + 1.08,9 Min.
3. Yates/Edmondson (GB/GB), ŠKODA FABIA R5 + 2.51,5 Min.
4. Rego/Henriques (P/P), Ford Fiesta R5 + 3.39,8 Min.
5. Kreim/Christian (D/D), ŠKODA FABIA R5 + 3.43,3 Min.

Rallye-EM ERC Alexey_Lukyanuk-jpg
@DPPI/Lenormand Gregory – Sieger Lukyanuk

Rallye-Europameisterschaft, Azoren-Rallye 2018 – Gesamt-Ergebnis

1 Alexey Lukyanuk (RUS)/Alexey Arnautov (RUS) Ford Fiesta R5 2:33:51,7 Std.
2 Ricardo Moura (ITA)/Antonío Costa (PRT) ŠKODA Fabia R5 +16.4s
3 Bruno Magalhães (PRT)/Hugo Magalhães (PRT) ŠKODA Fabia R5 +25.7s
4 Chris Ingram (GBR)/Ross Whittock (GBR) ŠKODA Fabia R5 +1m24.2s
5 Fredrik Åhlin (SWE)/Joakim Sjöberg (SWE) ŠKODA Fabia R5 +2m33.1s
6 Norbert Herczig (HUN)/Ramón Ferencz (HUN) ŠKODA Fabia R5 +4m02.9s
7 Łukasz Habaj (POL)/Daniel Dymurski (POL) Ford Fiesta R5 +4m12.2s
8 Rhys Yates (GBR)/Elliott Edmondson (GBR) ŠKODA Fabia R5 +4m15.7s
9 Ricardo Teodósio (PRT)/José Teixeira (PRT) ŠKODA Fabia R5 +4m43.0s
10 José Pedro Fontes (PRT)/Paulo Babo (PRT) Citroën DS3 R5 +5m01.2s

Azoren-Rallye 2018
©Geraldo Dias via Skoda Auto Deutschland
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