Euro NASCAR 2018 – Winternotizen aus der Nascar Whelen Euro Series

Team Racing Total - Startnummer #46

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Racing-Total Chevy

Neues aus der Euro NASCAR

Auch wenn ich in Zukunft nicht mehr ausführlich über das aktuelle Renngeschehen des europäischen NASCAR-Ablegers, der Euro NASCAR, berichten werde, ist es nach der abgelaufenen Saison doch wieder einmal Zeit auf Neues aus der Nascar Whelen Euro Series zu blicken. In Sachen Teams und Piloten gibt es noch nicht wirklich viel zu berichten, aber das kennt man ja aus den letzten Jahren.

Die Saison 2018 beginnt erneut wieder im spanischen Valencia, von daher werden viele Fahrerplätze wohl erst kurz vorher vergeben sein, doch aus deutscher Sicht gibt es hier schon einen Wechsel zu vermelden.

Justin Kunz

©sba-fotografie.de – ab 2018 bei Racing-Total: Justin Kunz

Justin Kunz wechselt zu Racing-Total

Justin Kunz geht in der kommenden Saison für das deutsche Team von Racing-Total an den Start und wird künftig im V8-Boliden mit der Startnummer #46 sitzen. Wie Teamchef Hubertus Heyman über die sozialen Netzwerke verlauten ließ, ist eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem 20-jährigen aus Appenweier geplant. Für Kunz wird die Euro NASCAR 2018 die dritte Saison in der Serie werden, nachdem er zuvor bei CAAL Racing und PK Carsport an den Start ging.

Man plant zudem den Einsatz eines zweiten Wagens, die Fahrerfrage ist hier aber noch offen. Nach dem Debüterfolg für die Mannschaft beim Saisonfinale 2017 im belgischen Zolder möchte man an die guten Auftritte des vergangenen Jahres anknüpfen und Kunz helfen, den Sprung nach ganz vorne zu schaffen.

„Ich bin sehr glücklich darüber, nächstes Jahr mit den Jungs rund um Racing Total zusammenarbeiten zu können. Eine komplett deutsche Mannschaft zu haben macht natürlich auch das Arbeiten abseits der Strecke wesentlich einfacher. Auch hoffe ich dadurch auf bessere Chancen bei der Sponsorensuche. Ich kann es kaum abwarten, wieder im Auto zu sitzen und freue mich auf das, was kommt“, so Kunz zu seinem Wechsel.

NASCAR Whelen Euro Series – Whelen bleibt an Bord und verlängert

Whelen bleibt derweil der Serie und auch dem Namen erhalten, der Vertrag wurde um fünf weitere Jahre bis 2024 verlängert. Die Rennserie kann somit auf Kontinuität setzen. Man präsentierte sich zur Vertragsverlängerung in der NASCAR Hall of Fame in Charlotte (North Carolina, USA) vor einem gelben Camaro im Design vom 2017er Champion, Alon Day.

Euro NASCAR 2018

©Scott Hunter/NASCAR

Der Bolide selbst war allerdings ein NASCAR Xfinity-Bolide, dies gibt aber zumindest den Hinweis darauf, dass sich an der Optik der Chevrolet-Silhouetten 2018 etwas ändern soll. Geplant ist ein neuer Look an der Front, ebenfalls in Chevrolet Camaro-Optik.

Euro NASCAR 2018 – Ausblick

Sechs Veranstaltungen stehen auch im kommenden Jahr wieder auf dem Programm. Der Raceway Venray ist vorerst nicht mehr Teil des Kalenders, dafür fährt man auf dem kleinen Oval am Rande von Tours in Frankreich. Kontinuität ja, Weiterentwicklung sieht aber sicher anders aus. Hockenheim als deutsches Gastspiel steht im September auf dem Programm, Highlight bliebt aber das Event in Brands Hatch, was seit Jahren schon ein mehr als gutes Zuschaueraufkommen hat. Persönlich kann ich euch den Besuch in Valencia empfehlen – zu Saisonbeginn gibt es am meisten in der Boxengasse und im Umfeld zu entdecken, zudem ist man schnell am Meer und in Valencia selber, beides sollte man sich anschauen, wenn man vor Ort ist und die Temperaturen sind hier auch im April schon deutlich erträglicher als hier zu Lande.

Hier geht es zum Terminkalender der NASCAR Whelen Euro 2018

Doch zurück zum Sportlichen. Wohin der Weg vom letztjährigen Meister führt, ist noch unklar. Alon Day würde gerne seinen Weg in den USA gehen, einige Gastauftritte in der Xfinity Series kann man sicher erwarten, mehr aber wahrscheinlich nicht. Der Titel in der Euro NASCAR allein wird einem leider keine Tür in den USA auf Dauer öffnen, immerhin kann Day als Mitglied des Förderprogramms NASCAR Next hier am ehesten noch auf eine Chance hoffen.

Anthony Kumpen und Stienes Longin werden bei PK Carsport wieder einen Angriff auf den Titel starten, in Sachen Besetzung der Nr. #11 in der ELITE2 nach dem Abgang von Justin Kunz werden die Belgier sicher fündig.

Euro NASCAR

Zuletzt veranstaltete die Euro NASCAR ein erstes Sichtungsprogramm für Piloten, die an einem Einstieg in die Serie interessiert sind. 80 Fahrer haben dabei die V8-Boliden einem wahren Dauerlauf unterzogen. Darunter waren Fahrer aus allerlei Serien vertreten.

Beispielsweise der Italiener und Gewinner der AutoGP Serie von 2013, Vittorio Ghirelli, oder Wolfgang Reip, seines Zeichens ein Bathurst 12 Stunden-Gewinner. Auch zahlreiche Youngster waren mit an Bord, die darauf hoffen, von der Rennserie unterstützt zu werden, um im kommenden Jahr an den Start zu gehen. Natürlich auch in finanzieller Hinsicht, denn ein Jahr in der EuroNASCAR ist nicht gerade für umsonst zu haben, für eine Saison als Fahrer muss man hier etwa mit 70.000 Euro rechnen – im internationalen Vergleich immer noch ein echtes Schnäppchen.

Bei den Testfahrten im italienischen Franciacorta stiegen übrigens auch ein paar mehr als bekannte Namen ins Cockpit eines EuroNASCAR-Boliden: Daniil Kvyat, mittlerweile kann man wohl getrost Ex-Formel 1-Pilot sagen und Motorrad-Pilot Marco Melandri haben aber sicher keine Ambitionen für einen Einstieg in die NASCAR Euro-Serie.

NASCAR Whelen Euro Series

Valencia 2017

Ansonsten ist es noch ruhig auf dem Team- und Fahrermarkt. Lediglich die italienische Truppe von Solaris Motorsport arbeitet an einem Einstieg in die Euro NASCAR 2018. Sonst gilt das Motto: Still ruht der See. Auch vom österreichischen DF1 Racing Team ist derzeit nichts zu hören, nachdem man es auch 2017 erneut nicht schaffte, bei allen sechs Veranstaltungen dabei zu sein. Aber bis April 2018 wird man ja vielleicht etwas von sich hören lassen.

Im kommenden Jahr bleibt sonst in Sachen Reglement fast alles beim Alten. Neu ist lediglich die Nationen-Cup Wertung, in der der bestplatzierte Fahrer für sein Land punktet. Neben den beiden Meisterschaften der ELITE1 und ELITE2 gibt es auch wieder bei ausgewählten Terminen die Gleichmäßigkeitsprüfung, die dann als ELITE3 an den Start gehen wird.

Das Punktesystem wird leicht modifiziert, der Sieger bekommt 40 Zähler, der Zweitplatzierte 35, danach gibt es jeweils einen Punkt weniger pro Platz. Vier Bonuspunkte bekommt der Fahrer, der von seiner Startposition die meisten Plätze gutmachen konnte. Während der Playoffs, die dann 2018 mit den Rennen auf dem Hockenheimring beginnen, gibt es doppelte Punkte.

Interessant beim Blick auf die Kosten sind natürlich auch die Reifen, wie 2017 dürfen maximal 28 neue Slicks für die gesamte Saison verwendet werden. Ansonsten heißt es abwarten, was sich bis zum Saisonstart 2018 noch tun wird. In diesem Sinne, Keep Racing!

Whelen