Euro NASCAR – Basics

Euro NASCAR Zolder

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

EuroNASCAR – Alles Wichtige zur NASCAR Whelen Euro

Die Euro NASCAR ist für viele noch ein Buch mit sieben Siegeln. Zumindest, was die sportlichen Regularien angeht. An dieser Stelle möchte ich euch daher einmal die Basics zum europäischen NASCAR-Ableger erläutern.

Euro NASCAR – Der Bolide

Doch schauen wir uns zunächst einmal den Wagen an, mit dem man in der Euro NASCAR antritt.

Das Fahrzeug der EuroNASCAR oder NASCAR Whelen Euro Series, so die genaue Bezeichnung, hat ganz im amerikanischen Sinnen einen V8-Motor, um genau zu sein, mit 5,7 Liter Hubraum. Damit erreicht der Einheitsbolide gute 400 PS. Im heckangetriebenen Wagen schaltet man noch ganz klassisch „four on the floor“, also 4-Gang H-Schaltung.

Als Topspeed schafft der Bolide 250 km/h, wobei er diesen Wert im Laufe der Saison wohl kaum erreichen wird. Der V8-Bolide kommt mit einem Gewicht von 1.210 Kilogramm daher, bei einer Länge von 5.080 mm, einer Breite von 1.950mm und einem Radstand von 2.740mm.

Als europäische Serie ist der Bolide von der FIA abgenommen, die meisten Teile dürfen nicht verändert werden, um eine Chancengleichheit im Feld zu haben. Lediglich Nuancen können die Teams hier anpassen.

Der einzige Unterschied der Silhouetten-Fahrzeuge besteht ansonsten in der Front des Boliden. Hier setzen die Teams entweder auf einen Look im Ford Mustang-, Chevrolet Camaro- oder Toyota Camry-Design.

Nascar Whelen Euro

©NASCAR Whelen Euro Series

Geteilte Fahrfreude – 2 Fahrer pro Auto

Die Besonderheit der Nascar Euro–Rennserie ist sicherlich die, dass sich zwei Fahrer einen Boliden teilen, wobei wir beim sportlichen Ablauf wären.

Es gibt zwei getrennte Meisterschaften, die ELITE 1 und die ELITE 2. In der ELITE 1 kommen vorwiegend Profis zum Einsatz mit dem Status Gold, Silber oder Bronze. In der ELITE 2 sind es Amateure, die auf dem Weg zum Profi sind und Nachwuchspiloten, die den Weg weiter nach oben schaffen wollen. Da kann es auch schon mal eng werden, wenn der jeweilige Kollege aus der anderen Meisterschaft ein Problem in seinen Rennläufen hat.

Zudem sind in beiden Meisterschaften noch Trophy-Wertungen ausgeschrieben, in der ELITE 1 sind das zum einen die Junioren-Wertung für Fahrer bis einschließlich 25 Jahren und die Challenger Trophy für Fahrer mit Bronze-Status, oder auch Amateure. Man sieht also, dass die Grenzen zwischen den Wertungen und Meisterschaften schon sehr fließend sind. D.h. es kann durchaus vorkommen, dass ein Pilot – bei ausreichend Budget –  sowohl in der ELITE 1, als auch in der ELITE 2 an den Start geht.

In der ELITE 2 gibt es unterdessen noch eine Rookie-Trophy für Neueinsteiger, eine Legends-Trophy für Fahrer über 40 Jahre und einen Lady Cup.

Neu ins Leben gerufen wurde 2017 die ELITE 3-Meisterschaft, die es interessanten Piloten ermöglicht, erstmal in die Serie reinzuschnuppern. Freitags nach den freien Trainings können hier Fahrer eine Gleichmäßigkeitsprüfung absolvieren, bei dem der Rundenschnitt im Vordergrund steht, dafür nutzen sie meist ein vorhandenes Fahrzeug, welches ebenfalls noch in der ELITE 1 und/oder ELITE 2 antritt.

Ablauf eines Rennwochenendes in der Euro NASCAR

Bislang umfasst der Kalender der EuroNASCAR insgesamt sechs Veranstaltungen. Meist gibt es schon donnerstags erste Testfahrten, Freitag geht es mit den freien Trainings weiter, wo sich ELITE 1 und ELITE 2-Fahrer die Zeit im Auto teilen. Jede Meisterschaftswertung bekommt insgesamt zweimal 30 Minuten Trainingszeit.

Am Samstag geht es dann Schlag auf Schlag. Vormittags startet das kurze Qualifying, erst mit 10 Minuten die ELITE 1, danach fahren die besten 12 in der Superpole den besten Startplatz nochmal aufs neue aus, denn hier muss man auf jeden Fall eine neue Zeit setzen.

Kurz danach dann das gleiche Prozedere in der ELITE 2, Fehler sollte man also in dieser knappen Zeit tunlichst vermeiden.

Am frühen Samstagnachmittag startet die ELITE 1 in ihr erstes Rennen, was zwischen 30 und 40 Minuten dauert und auf ca. 65 Kilometer ausgelegt ist. Gestartet wird, wie auch in den USA üblich, in Zweier-Reihen, „Double-File“. Das gleiche Prozedere gibt es bei einem Restart nach einem Safety-Car-Einsatz.

Ein besonderes Augenmerk gilt dann auch den schnellsten Rennrunden der Piloten, denn sie bestimmen die Startaufstellung für das zweite Rennen am Sonntag. Doch zunächst geht am Samstagnachmittag noch das erste Rennen der ELITE 2 über die Bühne.

Der Sonntag startet mit einem kurzen Warm-Up von 10 Minuten, am frühen Vormittag wird jetzt erstmal das Rennen der ELITE2 ausgefahren, die ELITE 1 bildet dann den Abschluss am Nachmittag mit ihrem zweiten Rennen.

EuroNascar

Playoffs, Punkte und Reifen

Ab 2018 führt man zudem noch eine Nationen-Cup Wertung, in der der bestplatzierte Fahrer für sein Land punktet.

Das Punktesystem ist stark an den großen Bruder in den USA ausgerichtet, der Sieger bekommt 40 Zähler, der Zweitplatzierte 35, danach gibt es jeweils einen Punkt weniger pro Platz. Vier Bonuspunkte bekommt der Fahrer, der von seiner Startposition die meisten Plätze gutmachen konnte.

Nach vier Events endet die „Regular Season“, danach beginnen die Playoffs der Nascar Whelen Euro Series. Die vorletzte Veranstaltung des Jahres tituliert man somit Semi-Finals, während die Finals dann den Saisonabschluss bilden.

Nach der regulären Saison gibt es ein Streichresultat, das schlechteste Ergebnis fällt somit weg. In den Playoffs, also bei den letzten beiden Veranstaltungen des Rennjahres, bei dann insgesamt vier Rennläufen der jeweiligen Wertung, gibt es bei doppelte Punkte, was das Abschneiden hier natürlich enorm wichtig macht und was für den Gewinn der Meisterschaft entscheidende Bedeutung hat.

In einem Rennjahr dürfen maximal 28 neue Slicks verwendet werden, so will man auch hier die Kosten im Rahmen halten. Neuer Reifenpartner ab der Saison 2018 ist der amerikanische Hersteller  BFGoodrich.

Falls ihr noch weitere Fragen zur EuroNASCAR habt, könnt ihr euch gerne direkt an mich wenden. In diesem Sinne, Keep Racing!

EuroNASCAR-Euro NASCAR 2018

©racing14.de