EuroNASCAR im Oval – Tours Speedway

Euro NASCAR Tours
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

NASCAR Whelen Euro Series in Tours

NASCAR und Ovale gehören ja eigentlich fest zusammen, doch ob man dies auch für den europäischen NASCAR-Ableger so stehen lassen kann, ist äußerst fraglich.

Der Aufritt der EuroNASCAR-Boliden auf dem Tours Speedway war daher auch in diesem Jahr etwas speziell, hin und wieder ganz interessant, aber im Großen und Ganzen doch wenig Werbung für die Rennserie, die sich in diesem Jahr nur in Tours auf einem Ovalkurs zeigt. Der Raceway Venray, im Gegensatz zu Tours, ein „richtiges“ Halbmeilenoval, fehlt in dieser Saison wieder im Kalender, über eine mögliche Rückkehr der Serie in die Niederlande kann man aktuell nur spekulieren.

Der Tours Speedway ist 650 Meter lang und hat nur eine sehr geringe Kurvenüberhöhung, in der Qualifikation der ELITE1-Wertung konnte Polesitter Frédéric Gabillon den Kurs in 16,5 Sekunden umrunden. Das Problem der Strecke ist das gleiche wie es auch der Raceway Venray für die NASCAR-Euro-V8-Boliden hat. Im Prinzip funktioniert nur eine Rennlinie, außen am Gegner vorbei oder auch innen ist ein Ding der Unmöglichkeit, der Versuch verursacht daher mehr als einmal den Einsatz des Safety Cars. Die Boliden der EuroNASCAR sind nun mal nicht so wirklich für das Fahren im Oval geschaffen.

NASCAR Euro Oval
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Um die Rennaction anzukurbeln, hatten sich die Veranstalter für den diesjährigen Auftritt etwas besonders überlegt. Zunächst wurde das Event in einem neuen Format ausgetragen. Jeder Pilot bekam nach den freien Trainings zwei fliegende Runden in der Qualifikation, danach ging es in die Semi-Finals und die besten Fahrer reihten sich dann im Finale auf. Von den beiden Meisterschaften, der ELITE1 und der ELITE2, gab es so für die Zuschauer vor Ort drei Rennläufe pro Tag zu sehen.

Doch auch hier galt, bei trockenen Bedingungen, wie an dem EuroNASCAR-Wochenende, ist man nur innen schnell. Um die Rennen so nicht zu langweiligen Prozessionen ausarten zu lassen, kam man auf die sogenannte „Cone-Rule“, d.h. vor jedem Restart wurde zwei Runden vor Fallen der Grünen Flagge bzw. der Rennfreigabe eine Pelone in die Mitte einer der Geraden gestellt und die Piloten konnten sich nacheinander für innen oder außen entscheiden und die Restart-Position damit wählen.

So hatten Fahrer im Hinterfeld die Chance, nach vorne zu kommen, waren dann aber auf einen besseren Start als die Kollegen auf der Innenseite angewiesen, um eine Lücke zu finden und sich einzureihen. Dem ein oder anderen gelang das auch ganz gut, einige wurden aber auch einfach wieder nach hinten durchgereicht. Ein nettes Showelement, was auch bitter nötig war, damit keine Langeweile aufkam.

Das Starterfeld war zudem etwas geschrumpft, das ein oder andere Team ließ den ovalen Auftritt in Tours lieber aus, mit Sicherheit spielten hier die Kosten bei möglichen Unfällen eine wichtige Rolle.

NASCAR Euro Tours
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

ELITE 1 – Gabillon und Day teilen sich die Siege

Die Startnummer #3 vom französischen Team RDV war der Bolide, den es am Wochenende zu schlagen galt. Nach der Pole holte sich Lokalmatador Frédéric Gabillon auch den Laufsieg im ersten Finale, nur im Sonntagsrennen lief es nicht so rund für den Franzosen, der sich hier mit Rang 6 begnügen musste.

Dennoch konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft weiter halten, Gabillon hat bislang 250 Zähler auf dem Konto, 26 mehr als sein erster Verfolger, Alon Day. Dem Israeli liegt das Oval eigentlich nicht besonders, doch am Sonntag konnte er seinen ersten Erfolg auf dem Tours Speedway erzielen.

Oval Euro NASCAR
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Anthony Kumpen und Marc Goosens hätte man beide auch vorne erwarten können, doch früh im Samstagsfinale der ELITE 1 kamen sich die Belgier zu nah. Die Startnummer #24 von Kumpen krachte dabei vehement in die Mauer, damit war das gesamte Wochenende von beiden Protagonisten gelaufen, denn die Wagen waren danach irreparabel beschädigt.

Im ersten Finale komplettieren Alon Day auf dem zweiten Rang und Rookie Loris Hezemans als Dritter das Podium, am Sonntag gab es ein Lebenszeichen von Ex-US-NASCAR-Champion Bobby Labonte, der knapp hinter Sieger Day und vor dem Franzosen Romain Iannetta das Ziel erreichte.

ELITE 2 – Doppelsieg für Delsaux, Podium für Justin Kunz

In der ELITE2 machte die Startnummer #3 in den Händen des jungen Franzosen Ulysse Delsaux dort weiter, wo Gabillon in der ELITE1 mit der Pole Position angefangen hatte. Delsaux bestimmte das Geschehen in der Nachwuchsmeisterschaft, hier galt es auch Geduld zu haben aufgrund von vielen und teils langen Safety Car-Phasen.

Mit dem Doppelsieg hält Delsaux auch die Spitze in der Meisterschaft, gefolgt vom Belgier Gullaume Deflandre.

Unterdessen durfte sich Justin Kunz über sein erstes Gesamtpodium in der NASCAR Whelen Euro Serie freuen. Der Tours Speedway lag dem deutschen Youngster aus Appenweier, der in seinem ersten Semi-Finale unter Wert geschlagen wurde, dann aber taktisch geschickt die „Cone-Rule“ nutzte und sich auf den zweiten Platz im ersten Finale der ELITE 2 nach vorne schieben konnte.

Nach der Freude bei ihm und seinem Team von racing total kam leider am Sonntag die Ernüchterung. Nach einer Kollision musste Kunz früh aufgeben, als sich durch den Unfall das Differential verabschiedet hatte.

EuroNASCAR
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Für die Fahrer der NASCAR Whelen Euro Serie endete mit den Rennen auf dem Tours Speedway die reguläre Saison, die „Regular Season“ und es geht jetzt erstmal in eine lange Sommerpause.

Erst beim American Fan Fest auf dem Hockenheimring Mitte September geht es dann weiter mit den Playoffs der Euro NASCAR, bei denen es doppelte Punkte zu gewinnen, oder auch zu verlieren gibt.

Bleibt zu hoffen, dass die Zahl der Teilnehmer im badischen Motodrom wieder höher sein wird – Hockenheim ist jedenfalls sicher eine Reise wert, beim Tours Speedway bin ich mir da nicht sicher. In diesem Sinne, Keep Racing!

Best Of NWES TV Show Tours Speedway 2018 | Part 1/2

Best Of NWES TV Show Tours Speedway 2018 | Part 2/2