EuroNASCAR – Playoff-Start in Italien

EuroNASCAR
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

EuroNASCAR – Debüt in Franciacorta – Dominante Vorstellungen

Am Wochenende ging es für den europäischen NASCAR-Ableger erstmals ins italienische Franciacorta. Dabei mussten einige Titelfavoriten ordentlich Federn lassen, während vor allem ein Mann nicht zu schlagen war.

NASCAR Europa
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ELITE 1 – Doppelsieg für Alon Day

Schon mit den ersten freien Trainings war klar, dass der Weg zu den Rennsiegen nur über Alon Day würde gehen können. Lediglich in der Qualifikation bei nassen Bedingungen war es der Franzose Frederic Gabilon, der den ersten Startplatz für sich verbuchen könnte. Day unterlag mit seiner besten Runde nur um einen Hauch, doch sollten sich im Rennen die Verhältnisse schnell wieder klarstellen.

Dahinter gab es einige positive und negative Überraschungen. Freddy Nordstrom stellte seinen Boliden auf Startplatz 3 vor Lucas Lasserre im Wagen des deutschen Teams von Mishumotors. Marc Gossens war am Wochenende wieder mit im Feld vertreten und konnte mit Rang 5 sofort wieder überzeugen. Verwachst hatten im Zeittraining allerdings die PK Carsport-Piloten. Für Stienes Longin ging es nur von Platz 10 aus ins Rennen, während der amtierende Meister Anthony Kumpen vom 8. Rang aus in die Playoffs startete. Noch schlimmer erwischte es Tabellenfüher Borja Garcia. Mit Startplatz 11 konnte er seinen Vorsprung in der Meisterschaft schon nach der Qualifikation schwinden sehen.

Der erste Lauf ging dann aber bei trockenen Verhältnissen über die Bühne und Gabillon übernahm zunächst von der Pole aus das Geschehen mit Alon Day im Nacken. Der Israeli sah sich den Toyota Camry mit der Startnummer #3 zwei Runden lang von hinten aus an, dann zog er an Gabillon vorbei. Auf dem winkeligen Kurs von Franciacorta mit den EuroNASCAR-Boliden nicht das einfachste Unterfangen, doch Day fuhr an diesem Wochenende in einer eigenen Liga.

NASCAR Euro Series
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Der Israeli zog unbeirrt davon und lag am Ende des Sprintrennens über 25 Runden ganze 9 Sekunden in Front. Gabillon verteidigte seinen zweiten Rang vor einem starken Marc Goosens, während Lucas Lasserre mit dem vierten Platz für das beste Ergebnis von Mishumotors sorgte. Knapp dahinter lief Stienes Longin vor Anthony Kumpen ein. Für den amtierenden Meister war an diesem Tag nicht mehr als Rang 6 drin. Damit erging es ihm immerhin noch besser als Borja Garcia. Der Spanier konnte von Anfang des Wochenendes an die Spitzenzeiten nicht gehen und musste sich hinter Gianmarco Ercoli und Thomas Ferrando mit Rang 9 begnügen. Den letzten Platz in den Top 10 schnappte sich Wilfried Boucenna vor Gaststarter Nicola Larini.

Erneutes Pech traf unterdessen Freddy Nordstrom. Bei einer Rangelei mit Anthony Kumpen kam es zu einer Berührung, die dem Auspuff der Startnummer #44 nicht bekam. Der danach folgende Leistungsverlust machte ein gutes Resultat unmöglich, Nordstrom wurde noch als 19. gewertet.

Der erste Rennlauf sollte nicht die einzige dominante Vorstellung von Alon Day bleiben. Mit einer Rundenzeit, die um acht Zehntel schneller war als die beste Zeit der Konkurrenten, sicherte er sich auch für das Sonntagsrennen überlegen die Pole Position. Von hier aus diktierte der CAAL Racing-Pilot das Geschehen und ließ sich auch durch zwei Safety Car-Phasen nicht aus der Ruhe bringen.

Rennaction um Platz 1 herum blieb also Fehlanzeige, doch wenigstens gab es dahinter Verschiebungen. Stienes Longin war vom zweiten Startplatz aus ins Rennen gegangen, musste diese Position aber nach einem Restart an Marc Goosens abgeben, der sich an der Startnummer #11 vorbeischob. Frederic Gabillon kam am jungen Belgier aber nicht vorbei, dieser schaffte mit dem Sprung auf das Podium hinter Sieger Alon Day und Gossens auch den Gewinn der Junioren-Wertung.

Alon Day
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Hinter den ersten Drei spielte sich aber ein Drama um den amtierenden Champion ab. Anthony Kumpen versuchte alles, um an seinen Vordermännern dran zu bleiben, doch als er leicht ins Rutschen kam, sah Gianmarco Ercoli seine Chance und knallte dabei in die Seite des Chevrolets mit der Startnummer #24. Als Folge davon steuerte Kumpen kurz vor Ende die Box an – ein herber Rückschlag beim Kampf um die Titelverteidigung. Borja Garcia wurde derweil auch in eine Kollision zwischen DF1-Pilot Christophe Bouchut und Wilfried Boucenna verwickelt und verlor weiter Boden in der Meisterschaft.

Hinter dem Podium vervollständigten Frederic Gabillon, Thomas Ferrando, Gianmarco Ercoli und SalvadorTineo Arroyo die ersten 7 Positionen. Dahinter liefen auch aufgrund der Probleme der Favoriten der Brasilianer Marconi Abreu, Renzo Calcinati aus Italien und der Franzose Bec noch in den Top 10 ein. Den Boliden mit er Startnummer #44 von Freddy Nordstrom suchte man derweil vergebens in der Startaufstellung. Aufgrund eines Unfalls im Rennen der ELITE 2 am Samstag konnte der Chevy nicht mehr an den Start gebracht werden.

Echte Spannung blieb in der ELITE 1 an diesem Wochenende aus, da Alon Day den Rennen seinen Stempel aufdrücken konnte und nun mit den besten Voraussetzungen nach Zolder im Oktober zum Saisonfinale reisen wird. Franciacorta könnte schon die Vorentscheidung in dieser Saison gewesen sein, auch wenn theoretisch beim Finale noch vieles möglich ist.

Euro NASCAR 2017
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ELITE 2 – Ferrando auf Meisterschaftskurs

Für Thomas Ferrando lief es in der ELITE2-Meisterschaft fast so rund wie für Day in der ELITE1. Der Franzose konnte seine Kontrahenten in Sachen Meisterschaft an diesem Wochenende noch deutlicher distanzieren, als man es vermuten konnte.

Musste auch er sich in der Qualifikation noch mit Rang Zwei begnügen, übernahm er im ersten Rennen schnell das Kommando und ließ sich seinen sechsten Saisonerfolg nicht nehmen. Doch hinter ihm packten so manchen Piloten im Zweikampf die Fäuste aus. Dabei blieb so mancher auf der Strecke, allerdings nicht der Däne Nicki Petersen, der nach seinem Debüt in Hockenheim einen starken zweiten Rang für die Mannschaft von Mishumotors nach Hause fuhr. Dritter wurde der Italiener Roberto Benedetti, während es dahinter selbst nach dem Rennen noch zu einigen Verschiebungen kam.

So fiel der junge Franzose und Polesitter Ulysse Delsaux durch eine Zeitstrafe noch auf den achten Rang hinter Marconi Abreu, Mirco Schultis, der Spanierin Carmen Boix und Felipe Rabello zurück. Ein ähnliches Schicksal musste auch der deutsche Nachwuchsfahrer Justin Kunz hinnehmen. Nach Pech im Qualifying ging es für ihn nur von Platz 13 aus ins Rennen, nach den Kampfhandlungen der ersten Runden lag er sogar nur auf Rang 18. Dann arbeitete er sich aber sukzessive nach vorne und lag schon in den Top 7. Aber auch ihn beglückte die Rennleitung noch mit einer 30 Sekunden-Strafe, so dass am Ende nur Rang 9 zu Buche stand.

NASCAR Euro Series 2017 Franciacorta
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Die Liste der Strafen nach dem kurzen Rennen war diesmal außergewöhnlich lang. Neben Delsaux und Kunz kassierten auch der Franzose Paul Guiod und der Brasilianer Rabello satte 30 Sekunden. Die Italiener Dario Caso und Claudio Giudice wurden sogar disqualifiziert, bei allem sah man wohl ein etwas zu rabiates Vorgehen. Das meiste davon fand allerdings wohl abseits von den wenig vorhandenen Kameras statt, nur so kann man sich erklären, dass es bis zum Sonntagmorgen dauerte, bis die Ergebnisse endlich vorlagen.

Anscheinend hatte man den Piloten dann während eines Briefings nochmal eine klare Ansage gemacht, denn im zweiten Rennen am Sonntag verhielt sich das Feld auffallend unauffällig. An der Spitze war es der italienische Bergspezialist und GT-Pilot Denny Zardo in Diensten von Alex Caffi Motorsport, der seinen ersten Sieg beim Debütwochenende in der Serie feiern konnte. Thomas Ferrando fuhr dahinter als Zweiter ins Ziel, keinerlei Risiko eingehend mit der Meisterschaft im Hinterkopf.

NASCAR in Europa
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Ulysse Delsaux kam als Dritter noch mit auf das Podium, während im Mittelfeld Justin Kunz einer der wenigen war, der einen nicht einschliefen ließ. Der 20-jährige marschierte sukzessive nach vorne. Leider war auf Position 9 erneut Endstation, doch seine Zeiten sprachen für sich. Mehr zu seinem Rennwochenende gibt es wie gewohnt die Tage hier im Blog.

Alle Verfolger von Thomas Ferrando konnten dem Franzosen an diesem Wochenende nicht Paroli bieten, eigentlich ist sein Titelgewinn nur noch Formsache. Im Oktober geht es nun für die NASCAR Whelen Euro Series schon in das Saisonfinale, genauer gesagt vom 13.-15.10 2017 im belgischen Zolder. In diesem Sinne, Keep Racing!

NASCAR Euro Franciacorta
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Ergebnisse EuroNASCAR Franciacorta 2017

ELITE1 – Rennen 1

ELITE1 – Rennen 2

ELITE2 – Rennen 1

ELITE2 – Rennen 2

Aktueller Stand der Meisterschatfen

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