EuroNascar – Blick nach Österreich

#66 DF1-Chevrolet
©racing14.de – #66 DF1-Chevrolet

Die ersten zwei Veranstaltungen der Euro Nascar Saison 2016 liegen hinter uns – Zeit, auch einmal in Ruhe auf unsere Nachbarn aus Österreich zu blicken, die mit DF1 Racing und Renauer Motorsport seit der Saison 2014 mit zwei Teams im europäischen Nascar-Ableger vertreten sind.

DF1 Racing – Lauda, Hunt, Monforte und Mavlanov

Das Team von DF1 bringt die wohl klingendsten Namen in diesem Jahr an den Start. Neben Mathias Lauda, der bereits 2014 seine ersten EuroNascar-Kilometer absolvierte, ist der Whelen Euro-Bolide für Freddie Hunt noch Neuland. Lauda war nur in Valencia am Start, aufgrund vertraglicher Verpflichtungen bei Aston Martin fehlte der Österreicher im Oval in Venray. In Spanien lief es für den ehemaligen DTM-Fahrer nicht besonders gut – Lauda haderte mit dem Setup und wurde in eine Kollision verwickelt, so dass er nicht viel aus dem Auftakt mitnehmen konnte. Vor allem viele Testkilometer in Sachen Abstimmung sind es, die dem Team seiner Meinung nach noch fehlen, um auf die Konkurrenz aufzuholen.

EuroNascar DF1 Venray
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Unterdessen war der Auftritt von Freddie Hunt sehr beachtlich, der sich anscheinend in solch einem Boliden deutlich wohler fühlt als in einem Formelfahrzeug wie zu Beginn seiner Laufbahn. Einer Kollision in Valencia, die unvermeidbar war, standen ein 2. Platz in der Rookie-Wertung und ein starkes zweites Rennen gegenüber. Auch in Venray erreichte er in der ELITE2 den 2. Rang bei den Rookies, ehe auch er im zweiten Lauf des Wochenendes Opfer einer Kollision wurde. Dennoch, Hunt und EuroNascar – das passt gut zusammen, sicher auch bedingt durch die familiäre Atmosphäre im Fahrerlager in die er gut hineinpasst – Freddie Hunt ist kein Fahrer, der die Nase hoch oben trägt, sondern mit beiden Beiden fest auf dem Boden steht.

#88 Monforte/Mavlanov
©racing14.de – #88 DF1 Ford Mustang

Das trifft auch auf den Italiener Simone Monforte zu, der kurzfristig bei DF1 unterkam. Nachdem er in Valencia kaum zum Fahren kam, gelang ihm im zweiten Lauf ein beachtlicher 10. Rang in der ELITE1-Wertung, während er in Venray vom Pech verfolgt wurde und in Unfälle verwickelt wurde. Als Teamkollege neu an Bord ist im zweiten DF1-Wagen mit der #88 der junge Russe Roman Mavlanov, der in Valencia die Rookie-Wertung gewann – da allerdings noch in einem dritten Boliden von Renauer Motorsport. In Venray war er schnell, aber auch etwas übermütig, so dass hier nichts Zählbares für ihn heraussprang. Seine Grundschnelligkeit wird er aber sicher bald wieder unter Beweis stellen können.

DF1 Nascar Racing
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Dann war da noch… – Szenen, die keine Rennserie und auch DF1 nicht braucht

Leider gab es vom Raceway Venray auch Schlechtes zu berichten, das lag allerdings an einem Team, was wir hier nie wiedersehen werden. Die Scuderia Giudice gab in den Niederlanden ihr Seriendebüt. Teammanager Gianni Giudice ist vielen sicher noch aus alten DTM-Zeiten bekannt, am Steuer des EuroNascar-Boliden war sein Sohn Claudio am Start. Der ist meines Wissens nach ansonsten in der italienischen GT unterwegs, das was dieser allerdings in Venray ablieferte, dafür fehlen einem die Worte. Bereits im Training zeigten Aufnahmen, wie der Neuling in der EuroNascar den Knauf-Boliden mit Startnummer #73 recht brachial in die Wand drückte – danach meinte er den hier am Steuer befindlichen Youngster aus Frankreich, Paul Guiod, beschimpfen zu müssen.

Nach dem abschließenden Unfall im letzten Rennen der ELITE2-Wertung am Montag hatte man bei den Giudices das Team von DF1 als Schuldigen auserkoren und attackierte sowohl Teamchef Norbert Walchhofer als auch hinterrücks Freddie Hunt tätlich. Rippenverletzungen und auch ein Wangenbruch bei Hunt waren die Folge – Vater und Sohn Giudice sind ab sofort komplett von der Serie ausgeschlossen und sollten sich vielleicht generell ein anderes Tätigkeitsfeld suchen. Auf Nimmerwiedersehen kann man da nur sagen und an dieser Stelle gute Besserung an die Leidtragenden bei DF1.

Renauer Ford Mustang #5
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Renauer Motorsport – Renauer, Doubek und Gruber

Der gelbe Mustang von Renauer fällt einem unterdessen dann doch deutlich positiver auf – Speerspitze des Teams in der Startnummer #5 ist Florian Renauer, der seine zweite EuroNascar-Saison absolviert. Der 22-Jährige zeigte in der ELITE1-Wertung bereits beim Saisonauftakt einen gewohnt guten Speed, geriet aber in Lauf 1 in eine Kollision und musste das Rennen vorzeitig beenden. Besser lief es dann im zweiten Rennen, als er Gesamtrang 7 nach Hause bringen konnte.

Renauer Mustang
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Ovalkurse sind unterdessen nicht die Spezialität des Teams, die Plätze 7 und 10 für die Nummer #5 in Venray zeigten aber einen deutlichen Aufwärtstrend im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wäre noch mehr drin gewesen, im ersten Rennen lag der junge Österreicher beim letzten Restart auf der ungünstigeren Innenbahn, so dass er zwei Konkurrenten noch ziehen lassen musste – dennoch reichte es auch für Rang 3 in der Juniorenwertung. Mit Brands Hatch kommt nun eine Strecke, die sowohl dem Team, als auch Florian Renauer deutlich besser liegen sollte, die Top5 sind im Bereich des Machbaren.

Pitlane Valencia Renauer
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Der Tscheche Martin Doubek übernimmt den gelben V8-Boliden in der ELITE2-Meisterschaft. Sein zweites Jahr in der Meisterschaft trägt ebenfalls Früchte, für Doubek zeigte die Formkurve bislang deutlich nach oben, vor allem war er einer der wenigen Piloten, die Konstanz an den Tag legen konnten. Den Rängen 9 und 6 in Valencia folgten zwei neunte Plätze auf dem Halbmeilenoval in Venray – das hat ihn auf Rang 3 der Gesamtwertung gebracht. Die zu halten wird sicher schwierig, aber die Punkte müssen auch die anderen erst einmal holen. Florian Renauer ist in Sachen ELITE1 derzeit nur unwesentlich von den Top5 entfernt.

Willy Gruber - #26 Chevrolet Renauer
©racing14.de – #26 Willy Gruber

Mit dem Grazer Willy Gruber hat man in diesem Jahr auch einen Piloten sowohl in der Challenger-Trophy, als auch in der Legend-Trophy am Start. Gruber bestreitet die Rennen zur ELITE1, als auch zur ELITE2, um möglichst viele Rennkilometer zu sammeln. Für den Haudegen gab es im Oval ein lachendes und ein weinendes Auge, seiner ersten Top10-Platzierung folgte ein Ausrutscher in Lauf 2, der den „Big One“ im EuroNascar-Feld nach sich zog.

Auch in der Nascar Whelen Euro Series nimmt der Wettbewerb stetig zu, so dass Top-Ergebnisse alles andere als eine Selbstverständlichkeit sind. Sowohl Renauer Motorsport als auch DF1 Racing sind aber längst aus dem Fahrerlager der Nascar Whelen Euro Series nicht mehr wegzudenken. In diesem Sinne, Keep Racing!

DF1 Truck
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