EuroRX Lohéac – Larsson vorzeitig Meister

Robin Larsson – EuroRX-Champion 2019

Robin Larsson gewinnt den EuroRX-Supercar Lauf im französischen Lohéac und sichert sich damit vorzeitig die Meisterschaft 2019 – Estering-Sieger Thomas Bryntesson mit Unfall im Semifinale gestoppt – Rene Münnich mit Pech im Finale –

Robin Larsson – EuroRX Rallycross-Europameister 2019

Der Sieg des Schweden Larsson beim 5. Lauf zur Rallycross-EM EuroRX in Lohéac kam nicht wirklich überraschend. Sein vorzeitiger Titelgewinn war es aber doch, auch wenn niemand daran zweifelte, dass er sich diesen beim letzten Lauf der Saison in zwei Wochen in Riga eh würde sichern können.

Doch das frühzeitige unfallbedingte Aus von Estering-Sieger Thomas Bryntesson brachte die Vorentscheidung um den Titel schon am letzten Sonntag in Frankreich.

Dabei tat sich Larsson in den letzten beiden Qualifikationsdurchgängen der EuroRX Supercars ungewohnt schwer, doch rechtzeitig zum Semifinale war der dominierende Fahrer der Rallycross-EM wieder in Richtung unangefochtener Sieg unterwegs. Los ging es vorher in gewohnter Manier, als er den ersten Qualidurchgang gewann – aber lediglich um rund 4 Zehntelsekunden vor einem bestens aufgelegten René Münnich.

EuroRX Loheac Robin Larsson
©FIAWorldRallycross.com

In der zweiten Qualifikation musste er sich dann aber Lokalmatador Jean-Baptiste Dubourg im Peugeot 208 geschlagen geben, danach rutschte der Dominator der Saison auf die Ränge 7 und 9, so dass er sich sogar vom gewohnten Platz des Top-Qualifiers verabschieden musste.

Ausschlaggebend waren durchwachsene Starts, aber auch der reine Speed fehlte Larsson in den letzten beiden Qualidurchgängen. Doch der Schwede bewies Nervenstärke und kehrte zum Leidwesen der Konkurrenz im Halbfinale zu gewohnter Form zurück.

Deutlich gewann er sein Semifinale und auch im Finale lief diesmal am Start alles rund und Larsson konnte sich sofort absetzen und war schnell außer Reichweite für die Konkurrenz. Mehr als eine Sekunde Vorsprung brachte er entspannt ins Ziel und durch das Halbfinal-Aus von Bryntesson durfte er sich so schon in Loheac über den EuroRX-Titel 2019 freuen.

Dominanter EuroRX-Titelgewinn

“Es fühlt sich so gut an, dass es nun vollbracht ist. Die Saison in der Europameisterschaf lief für mich sehr gut und es fühlt sich großartig an, Genugtuung nach meiner Saison in der Weltmeisterschaft im letzten Jahr“, so Larsson.

“Das Wochenende war ein wenig schwierig zu Beginn mit schlechten Starts und kleineren Fehlern von mir. Ich war ein wenig weg von der Pace für eine Weile und hatte es schwer, mitzuhalten. Aber wir konnten das Blatt wenden und ich lieferte ein gutes Semi- und dann Finale ab. Es fühlt sich einfach großartig an, hier in Frankreich ganz oben auf dem Podium zu stehen“.

“Das Team von JC Raceteknik ist eine tolle Truppe, die das Auto die ganze Saison über fantastisch vorbereit haben. Ich konnte mich daher auf das Fahren konzentrieren und darauf, gute Resultate nach Hause zu bringen“, so der neue Meister weiter.

EuroRX Champion 2019 Larsson Audi S1
©Oliver Kilimann/racing14.de

Robin Larsson hat jedenfalls in einer eindrucksvollen Weise für seine Rückkehr in die WM geworben, auch wenn das ehemalige Weltmeisterauto von Mattias Ekström, in dem er unterwegs war, der Konkurrenz sicher oftmals überlegen war. Dennoch muss man gerade im Rallycross-Sport diese Resultate auch erstmal abliefern.

Larsson hat bislang 4 von 5 EuroRX-Läufen 2019 für sich entscheiden können, dazu gab es auf dem Estering einen zweiten Rang. In zwei Wochen beim Saisonfinale der EuroRX in Riga kann er also noch befreiter aufwarten und einen weiteren Sieg anvisieren. Zudem war er hier in diesem Jahr schon in der RallyX Nordic-Serie erfolgreich – Die versammelte Konkurrenz denkt wahrscheinlich jetzt schon eher an den Kampf um Rang 2.

Larsson tritt damit in die Fußstapfen von Reinis Nitiss, der den EuroRX-Titel im Vorjahr gewinnen konnte. Wo die Reise des schnellen Schweden im nächsten Jahr hingeht wird man aber noch abwarten müssen.

Update 03.09.2019: Der neue Meister wird beim Saisonfinale doch nicht den nächsten EuroRX-Sieg anpeilen, sondern hat sich entschieden in Riga mit seiner Mannschaft in der WorldRX anzutreten, das gab man heute bekannt.

Bryntesson – Bitteres Aus im Semifinale

Auf dem Estering durfte er sich noch Larsson-Bezwinger nennen, doch in Loheac blieb ihm die Chance darauf verwehrt. Der Norweger Thomas Bryntesson kam ebenfalls rechtzeitig zum Semifinale in Schwung, nachdem er in den ersten drei Qualifikationsdurchgängen noch nicht vorne gelandet war.

EuroRX Rallycross Loheac
©FIAWorldRallycross.com

Doch Bryntesson gewann in seinem VW Polo Supercar das vierte Qualifying und konnte sich damit noch auf den Gesamtrang 3 der Qualifikation schieben. In Folge einer Kettenreaktion nach der ersten Kurve im ersten Semifinale der EuroRX wurde der Gesamt-2. in einen Dreher befördert und traf danach noch den Ford Fiesta des Finnen Mikko Ikonen. Das Rennen wurde daraufhin abgebrochen, doch die kleine Mannschaft rund um den Norweger schaffte es nicht, den Boliden wieder an den Start zu bringen. So ging das erste Semifinale dann mit lediglich drei Supercars über die Bühne.

Lokalmatadoren stark – Jean-Baptiste Dubourg bester Verfolger

Die Peugeot 208 der Dubourg-Brüder zeigten sich beim Heimspiel deutlich mehr bei der Musik als noch zuletzt. Mit zwei Qualifying-Siegen schnappte sich sogar Jean-Baptiste Dubourg den Platz des Top-Qualifiers.

Er gewann dann zwar auch sein Semifinale, wenngleich hier auch nur noch drei Supercars nach dem Neustart ins Rennen gingen, aber im Finale konnte er den Speed von Larsson einfach nicht mehr mitgehen. Mit Rang 2 und einem seiner besten Rennwochenende des Jahres schob sich der Franzose vor dem Saisonfinale in Riga aber nun bis auf zwei Zähler an Bryntesson heran, der Kampf um die Vizemeisterschaft bleibt so zumindest spannend.

Dubourg Rallycross EuroRX
©Oliver Kilimann/racing14.de

Mit im Finale war auch sein Bruder Andréa, der nicht ganz an die Leistung von “JB“ herankam und nach der ersten Kurve auch schon aus der Entscheidung um die ersten Plätze herausgefallen war. Auch zum Leidwesen von René Münnich, der auch in diese Kollision verwickelt wurde und aufgeben musste.

René Münnich – Podiumsambitionen jäh gestoppt

Vorher war Münnich mit seinem Seat Ibiza Supercar gut unterwegs und beendete die Qualifikation auf dem 4. Rang. Im Semifinale musste er nur dem späteren Sieger Larsson den Vortritt lassen, durch die Kollision mit Andréa Dubourg im Finale verlor er aber die Chance auf ein erneutes Podium, was durchaus drin gewesen wäre.

Teamkollegin Mandie August schaffte es dieses Mal nicht in die Semifinals, was auch mit der hohen Anzahl an Lokalmatadoren zu tun hatte, die beim EuroRX-Supercar-Lauf in Loheac mit am Start waren.

Estering Seat Ibiza Rene Münnich
©Oliver Kilimann/racing14.de – Seat Ibiza René Münnich – hier auf dem Estering

Bester Vertreter der französischen Armada aus Gaststartern wurde am Ende Antoine Masse in seinem Peugeot 208, der es im Finale auf den vierten Rang schaffte. Der letzte Podestrang ging in Loheac derweil an den Ungarn Tamás Kárai.

Schon im Semifinale musste sich der Norweger Sondre Evjen im VW Polo verabschieden, hier war auch Endstation für den Franzosen Patrick Guillerme, der mit einem Hyundai i20 Suprercar für Abwechslung im Feld sorgte – der Bolide hat allerdings nicht mit den WorldRX-Boliden vom Team GrönholmRX zu tun. An diesem EuroRX-Wochenende fehlte übrigens Pontus Tidemand im VW Beetle, der in seinem Rallycross-Debütjahr bislang immer mal wieder überraschen konnte.

Loheac Super 1600 – Nuriev zurück in der Erfolgsspur

Ebenfalls in Loheac am Start war die Klasse der Super1600-Fahrzeuge. Hier nahm zunächst Yuri Belevskiy nach seinem Sieg auf dem Estering die Position des Top-Qualifiers ein, musste sich dann im ersten Semifinale allerdings dem Ungarn Gergely Marton geschlagen geben.

Meisterschaftsfavorit Aydar Nuriev gewann danach das zweite Halbfinale und ließ sich dann auch im Finale nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Marton war auf dem Weg zum zweiten Rang, als sich ein Reifen an seinem Audi A1 von Volland Racing verabschiedete, somit fiel er bis auf den fünften Rang zurück.

Aydar Nuriev Audi A1
©racing14.de

Davon profitierte Beleskiy, der den Platz hinter Sieger Nuriev einnahm, der aber im Finale einfach in einer eigenen Liga unterwegs war. Fast sechs Sekunden war am Ende sein Vorsprung auf Belevskiy, dicht dahinter ging der letzte Podiumsplatz an Artur Egorov.

Nuriev führt vor dem EuroRX S1600-Finale in Riga die Meisterschaft überlegen an und kann sich hier auch ein schwaches Wochenende leisten, um sich den Titel 2019 zu sichern. In diesem Sinne, bis bald wieder in Sachen EuroRX-Rallycross und Keep Rallying!

Ergebnis EuroRX Loheac 2019 Finale

1. Robin Larsson3:45,999 Minuten
2. Jean-Baptiste Dubourg3:47,169
3. Tamás Kárai3:48,862
4. Antoine Masse3:49,247
5. René MünnichDNF
6. Andréa DubourgDNF

Rallycross EuroRX Supercar Stand nach 5 von 6 Läufen

  1. Robin Larsson 146 Punkte (Meister)
  2. Thomas Bryntesson 112
  3. Jean-Baptiste Dubourg 110
  4. René Münnich 90
  5. Andréa Dubourg 75

Ergebnis Finale Super1600 EuroRX Loheac 2019

  1. Aydar Nuriev 3:54,114 Minuten
  2. Yuri Belevskiy 4:00,040
  3. Artur Egorov 4:00,331
  4. Maximilien Eveno 4:01,280
  5. Gergely Marton 4:01,806
  6. Jimmy Terpereau 4:02,273

Stand Meisterschaft EuroRX Super 1600 nach 5 von 6 Läufen

  1. Aydar Nuriev 139 Punkte
  2. Gergely Marton 110
  3. Artur Egorov 94
  4. Yuri Belevskiy 82
  5. Egor Sanin 81

Coverbild Artikel ©FIAWorldRallycross.com

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