Eurospeedway Lausitzring – das (fast) vergessene Oval

Ford Thunderbird EuroSpeedway PitLane
©motorvision

Im August wurde die Ovalrennstrecke des EuroSpeedway Lausitz kurz aus Ihrem Dornröschenschlaf erweckt. Im Rahmen eines TrackDay fanden sich Lenz Leberkern und Stefan Oberndorfer mit ihren NASCAR-Boliden auf dem Superspeedway in der Niederlausitz ein. Ungewohnt schöner V8-Sound auf diesem Tri-Oval, das seit Jahren brach liegt.

Lausitzring Eurospeedway
@racing14.de – Blick von der Tribüne aufs Oval 2001

Der Lausitzring wurde damals als Ersatz für die Berliner Avus geplant und gebaut. Die Eröffnungsfeier der Anlage fand im August 2000 statt. In der Folgezeit statteten zweimal die Champ Cars dem deutschen Oval einen Besuch ab. Traurige Berühmtheit erlangte die Strecke jedoch durch den fürchterlichen Unfall von Alex Zanardi 2001 beim „American Memorial“; der Champ Car-Meisterschaftslauf, der kurz nach dem 11. September stattfand. Die DTM versuchte im Jahre 2003 zumindest die erste Kurve (Turn 1) mit in den Rennstreckenverlauf einzubeziehen. Doch durch Reifenschäden in den Trainings sah man sich gezwungen, auf den normalen GP-Kurs zurückzukehren.

ChampCar Ganassi 2001
©racing14.de – Ganassi ChampCar 2001

Die Oval-Zeit neigte sich schon wieder dem Ende zu. In den Jahren 2005 und 2006 gab es aber nochmals Rennbetrieb auf dem 2-Meilen Speedway. Der deutsche Formel 3 Cup „wagte“ sich hier ins Tri-Oval. Das Ganze hatte den klingenden Namen „Eastside 100„; Teilnehmer damals war auch u.a. der heutige Formel 1 Pilot Nico Hülkenberg.

Eurospeedway Luftaufnahme
©EuroSpeedway Lausitz Verwaltungs GmbH

Doch heute finden allen Veranstaltungen auf der GP-Strecke statt. Ob das Oval nochmal Schauplatz eines Rennen wird? Wenn ja, welche Serie ? Die damalige ChampCar – jetzt IndyCar Serie ist genug damit beschäftigt, auf heimischen amerikanischen Boden erstmal wieder Fuß zu fassen. Dann gibt es natürlich noch die NASCAR Whelen Euro Series, die dafür ja prädestiniert ist, aber die Anlage ist ein Superspeedway, wozu die Piloten der EuroSeries, da die Serie unter dem Dach der NASCAR läuft, eine spezielle Lizenz benötigen. Der Eurospeedway selber kämpft auch so schon mit finanziellen Problemen, man hat aktuell bei der EU eine Anfrage bezüglich Subventionen gestellt.

NASCARs auf dem Eurospeedway
©motorvision

Zugegeben, es hört sich nicht nach einer positiven Entwicklung für das Tri-Oval und künftige Rennen dort an, doch man darf ja träumen. Auch wenn beispielsweise das Champ Car Rennen 2001 dort natürlich tragisch endete, war es doch eine ganz besondere Rennatmosphäre bis zu diesem Zeitpunkt und für mich selber damals ein ganz neues Motorsporterlebniss.

So liegt das Oval jetzt wieder im Dornröschenschlaf und es bleibt zu hoffen, dass ab und an ein paar NASCAR-Boliden daran erinnern, was hier sein könnte.

Und wer generell Lust bekommen hat, einmal ein NASCAR selber zu fahren oder als Co-Pilot dabei zu sein, sollte entweder bei Lenz Leberkern oder Stefan Oberndorfer vorbeischauen. Keep Racing!