F1 – Verloren im Windschatten-The Hulk in Monza

ItalianGP Parabolica Force India
©Sahara Force India Formula One Team

Rang 7 ist auf den ersten Blick ja gar nicht so schlecht – Nico Hülkenberg konnte nach zwei Ausfällen in Ungarn und Belgien auf dem Autodromo Nazionale di Monza endlich wieder WM-Punkte sammeln. Auf den zweiten Blick war das Rennwochenende des Emmerichers aber doch etwas ernüchternd.

Monza mit seinem schnellen Streckenlayout sollte von der Papierform her dem Force India VJM08 durchaus passen – dieser Eindruck wurde in den freien Trainings auch prompt bestätigt. Die Ränge 4 und 5 im Wechsel mit seinem Teamkollegen ließen vielleicht sogar auf ein bißchen mehr im königlichen Park hoffen.

“Der Wagen zeigte heute eine gute Pace und wir konnten auf den Longruns viel Informationen über die Reifen sammeln – insgesamt ein guter und produktiver Freitag, so Hülkenberg, der am ersten Trainingstag insgesamt 62 Runden abspulte. Der Force India war auch in Sachen Topspeed stets vorne mit dabei, wie man es vermutet hatte.

Monza 2015 - Nico Hülkenberg
©Sahara Force India Formula One Team

Ernüchternd verlief dann aber das Qualifying – Startplatz 9, während Kollege Perez auf dem 7. Rang Aufstellung nahm – ein perfekter Samstag war es also ganz sicher nicht. In erster Linie konnte man aber einfach nicht die Nasen der Force India-Boliden weit in vordere Gefilde bringen. Für Nico Hülkenberg lief auch die Zeitenjagd für die Startaufstellung dann alles andere als optimal.

Nach seinem ersten Run im letzten Qualifying-Segment rollte der Bolide aufgrund eines Problems mit der Benzinzufuhr aus – die Mechaniker konnten ihn zwar direkt in die Box schieben, doch ein zweiter Versuch wurde dadurch verhindert und so musste sich der Emmericher dieses Mal seinem mexikanischen Teamkollegen geschlagen geben.

“Es ist gut, in den Top 10 zu sein, aber ohne die Probleme in Q3 war auf jeden Fall Potential da, um deutlich weiter vorne zu stehen. Ich bin sicher, dass wir das technische Problem bis morgen beheben, aber der Startplatz ist hier sehr wichtig, also wird es von Rang 9 aus morgen deutlich schwieriger. Das Mittelfeld ist sehr eng beisammen und einige Teams haben deutlich zugelegt. Wir werden hart kämpfen müssen, um WM-Punkte zu erringen”, so The Hulk.

GP Italien 2015
©Sahara Force India Formula One Team

Ein harter K(r)ampf war der Große Preis von Italien dann auch für Hülki. Kurz nach dem Start konnte er sich zwar gut in den Top7 etablieren, hatte aber schon nach der ersten Runde den Anschluss an Sergio Perez verloren. So konnte ihn auch kein Windschatten näher an seinen Teamkollegen heran bringen. Früh musste er sein Augenmerk nach hinten richten, denn mit dem Handling seines Force India war er ganz und gar nicht zufrieden – “kein Grip, Probleme mit den Hinterreifen” war das Einzige, was zu vernehmen war.

Die Lücke nach vorne wurde sukzessive größer, mit Müh und Not konnte er Marcus Ericsson hinter sich halten. Er blieb fehlerfrei und konnte fürs Team und Rang 7 am Ende immerhin wichtige WM-Zähler mitnehmen. Doch man hat ihn schon weitaus zufriedener gesehen.

Force India VJM08 Monza 2015
©Sahara Force India Formula One Team

“Der siebte Platz bringt brauchbare Zähler, aber ich habe das Rennen recht frustiert beenden müssen, da wir die Pace nicht hatten, von der wir aber wissen, dass sie möglich ist. Ich glaube, wir hatten ein Problem am Auto und das müssen wir noch genau untersuchen, da ich Abtrieb verlor, der Wagen leicht ins Rutschen kam und die Hinterreifen sich zu schnell erhitzt haben. Alles Dinge, die nicht gut für meine Pace im Rennen waren. Die zweite Rennhälfte war sehr schwierig, als ich mich gegen Ericsson verteidigen musste. Zu diesem Zeitpunkt haben wir daran gedacht, auf eine Zwei-Stopp Strategie zu wechseln, da ich enorme Probleme mit den Reifen hatte. Letzlich haben wir uns aber dagegen entschieden und ich konnte den siebten Platz nach Hause fahren.”

Parabolica-Monza
©Sahara Force India Formula One Team

Monza war etwas durchwachsen, dafür gab es vor dem Wochenende Neues in Sachen Formel 1-Zukunft des Le Mans-Siegers 2015. Hülki bleibt Force India treu und hat einen neuen Vertrag über zwei Jahre abgeschlossen. Letztendlich war dies auch seine beste Option, die Türen bei den Top-Teams sind weiter zu.

Einzig Neueinsteiger Haas verblieb für 2016 noch im Gespräch – der Weg als neues Team in der Formel 1 ist in den letzten Jahren nur immer beschwerlicher geworden und das wird auch die neue US-Mannschaft merken. Insofern bietet hier Force India einfach mehr – die Leistung der Truppe dieses Jahr ist schon bemerkenswert.

Aber ein WM-Titel oder Siege bleiben halt mehr als unwahrscheinlich. Und auch ein Team wie McLaren wird nicht ewig in den hinteren Gefilden des Starterfeldes verbleiben.

Andere Möglichkeiten stehen derzeit für den Emmericher nur nicht wirklich zur Debatte – man kann nur weiter auf die eine Chance hoffen, die ab und an ja dann doch mal kommt, und mit den Veträgen in der Formel 1 war das schon immer so eine Sache. Immerhin gibt es jetzt am ehesten die Möglichkeit, Hülki wieder bei den 24 Stunden von LeMans zu sehen. Ist ja auch was, denke ich mir und sage bis bald. Keep Racing!

The Hulk
©Sahara Force India Formula One Team
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