F1 – The Hulk – mit WM-Punkten nach Le Mans

CanadianGP Nico Hülkenberg
©Sahara Force India Formula One Team

Der Force India VJM08 und die Grand Prix Strecke auf der Île-Notre-Dame in Montreal passten von Anfang an des Wochenendes gut zusammen. Auf dem Papier sollten die Voraussetzungen zwar recht gut sein, doch allzu oft offenbarte der 2015er Bolide des Teams Schwächen. Nicht so beim GP von Kanada. Die Positionen 4 und 11 in den freien Trainings bedeuteten einen guten Startschuss ins Formel1-Wochenende von Nico Hülkenberg.

„Ich habe mich von der ersten Runde an im Auto sehr wohlgefühlt“, so der Emmericher. Das konnte der deutsche F1-Pilot dann auch in der Qualifikation umsetzten und endlich wieder in die Top 10 hineinfahren, ebenso wie Teamkollege Perez. Rang 7 war sicherlich das Maxium am Samstag, was der Force India hergab, dazu das interne Duell gewonnen – was will man mehr?

Nico Hülkenberg #27
©Sahara Force India Formula One Team

„Der siebte Platz ist mein besten Resultat dieses Jahr in der Qualifkation. Das lässt fürs Rennen hoffen. Das Auto hat eine gute Performance seit dem ersten Training hier and ich denke, wir haben eine gute Gelegenheit, morgen Punkte zu holen“, so Hülki zur Ausgangssituation vor dem Grand Prix von Kanada.

Und endlich, verdiente WM-Punkte folgten dann auch am Sonntag. Am Start knöpfte er Maldonado noch einen Platz ab – was bei diesem Kollegen nie ungefährlich ist – und hielt sich bis zur ersten Runde der Boxenstopps auf Rang 6. Doch den Rennspeed des Lotus konnte der Force India noch nicht gehen, so musste er sich nach seinen ersten Boxenstopp nach 28 Runden dahinter einordnen. Von hinten stürmte unterdessen Sebastian Vettel bei seiner Aufholjagd heran, tat sich aber lange schwer gegen Hülki.

The Hulk vs Seb Kanada 2015
©Sahara Force India Formula One Team

Der wußte, dass er langfristig den Ferrari nicht würde halten können, gab aber im Zweikampf alles. In der letzten Schikane wurde es dann im Duell zu eng, und Hülkenberg musste leicht auf den Randstein ausweichen und den VJM08 in einen Dreher zwingen, damit es nicht zur Berührung der beiden kam. Kurz durch den Notausgang, weiter ging es. Beim abschließenden Blick aufs Tableau hat der Vorfall nicht wirklich was ausgemacht. Rang 8 am Ende – das war das Maximum, was der Force India im Renntrimm konnte.

„Ich bin sehr glücklich, diese vier Punkte hier geholt zu haben – das sind definitiv mal positive Neuigkeiten. Es war sicher nicht das ereignisreichste Rennen, da ich bis auf den Kampf mit Sebsatian (Vettel) meist allein unterwegs war. Im Nachhinein hätte ich vielleicht nicht so hart verteidigen sollen, aber einfach so die Position ohne Kampf aufgeben, das kommt für einen Racer nicht in Frage“, schildert Nico seine Eindrücke vom Duell mit dem Landsmann.

Sagen wir mal so, es gibt da so einige Kandidaten im Feld, wenn Sebastian Vettel auf die in gleicher Situation getroffen wäre, hätte das wahrscheinlich das Aus für beide bedeutet. Die vier WM-Punkte taten Nico Hülkenberg sicher gut, nachdem Sergio Perez in Monaco punktete. Doch beim GP Kanada hatte der Emmericher seinen mexikanischen Teamkollegen im Griff.

Pitstop Hülkenberg Kanada 2015
©Sahara Force India Formula One Team

Unterm Strich macht Force India langsam Fortschritte und holt aus dem VJM08 heraus, was der Bolide halt hergibt. Und das Debüt der B-Version rück nun auch langsam näher. Man hat alle Crashtests bestanden, wird nach dem Großen Preis von Österreich den Wagen testen und es sieht derzeit ganz gut aus, dass die neue Variante ab Silverstone zum Einsatz kommen wird. Man erhofft sich einen deutlichen Schritt nach vorne, damit WM-Punkte wie an diesem Sonntag keine Eintagsfliege bleiben.

Für Nico Hülkenberg heißt es nun aber erstmal volle Konzentration auf die 24 Stunden von LeMans. Am Wochenende begibt sich der Emmericher in den Werks-Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer #19 für den Klassiker an der Sarthe. Zusammen mit Nick Tandy und Earl Bamber geht es dann auf in die Hatz rund um die Uhr. Vielleicht am Ende auch mit einer Platzierung, von der Nico Hülkenberg derzeit in der Formel 1 nur träumen kann.

GP von Kanada 2015
©Sahara Force India Formula One Team

Daher noch ein paar abschließende Worte des LeMans-Debütanten zu seinem Einsatz hier:“Ich habe beim Vortest meine ersten Erfahrungen mit dieser Strecke gesammelt und fand sie richtig cool. Man kann sich in einen tollen Rhythmus fahren, ich freue mich auf die langen Stints im Rennen. Ich fühle mich wohl mit dem Porsche 919 Hybrid in Le Mans, aber ich werde auch in der Rennwoche noch eine Menge dazulernen. Insofern mag ich gar keine Erwartungen an den Rennausgang formulieren. Die ganze Distanz gut zu schaffen und ins Ziel zu kommen, das ist das Erlebnis, das ich mir in erster Linie wünsche.“

Das wünsche ich ihm auch und gegen ein Ergebnis ganz weit vorne habe ich auch nichts einzuwenden. In diesem Sinne, Keep Racing!

 

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