Faszination Nürburgring – Ein Blick auf die Grüne Hölle

Grüne Hölle - Nordschleife Nürburgring
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Green Hell – Die Grüne Hölle

Die Nordschleife des Nürburgrings hat es in sich, das weiß jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung vom Rennsport hat: Sie gilt als die herausforderndste Rennstrecke der Welt und schlängelt sich wie eine Landstraße durch die grüne Eifel.

Diese Strecke ist kurvenreich, hier und da ziemlich schmal und wartet mit rasanten Steigungen und Gefällen auf. Wegen der naturnahen Umgebung aus bewaldeten Hügeln nennen Insider diese Strecke auch immer wieder die „Grüne Hölle“. Trotzdem zieht die ungewöhnliche Rennstrecke Fahrer aus aller Welt regelrecht in den Bann.

Jackie Stewart, seines Zeichens mehrmaliger Formel-1-Weltmeister, meinte einst:  „Diese Strecke ist wie ein vielgliedriges Ungeheuer. Mir gefällt sie am besten, wenn ich an Winterabenden an einem Kaminfeuer sitze und nur darüber nachdenke.“ Dieses „Ungeheuer“ hat seinen Ursprung in einem Entwicklungshilfeprojekt für die Region Eifel, ganze zwei Jahre dauerte der Bau in den 20’er Jahren. Am 19. Juni 1927 fand dann schließlich das erste Rennen auf der Rennstrecke statt.

Modernisierung veränderte die Grüne Hölle

1970 boykottierten die berühmten Rennfahrer Jochen Rindt und Jackie Stewart die Nürburgring Nordschleife und forderten mehr Sicherheitsvorrichtungen. Der Deutschland Grand Prix fand deshalb in Hockenheim statt, während die Nordschleife eine Modernisierung durchlief.

1976 wurde die alte Nordschleife in Sachen Formel 1 endgültig stillgelegt, im Jahr 1984 gab es dann die Eröffnung des modernisierten Nürburgrings zu feiern mit der neuen Grand-Prix Strecke. Von 1985 bis 1995 ging aber auch der moderne Grand Prix-Kurs schon wieder zwangsweise in Formel1-Pause, bis Michael Schumacher die Eifelregion in einem Formel-1-Rennen der Extraklasse wiedererweckte.

Mittlerweile hat sich ein ganzer Vergnügungszirkus rund um die berüchtigte Strecke entwickelt, hier finden bereits seit Jahrzehnten bekannte Events wie das Musikfestival „Rock am Ring“ und der „Truck Grand Prix statt“ statt. In Ergänzung zum großzügig angelegten Festivalbereich, Kino und einigen Restaurants gibt es am Nürburgring auch einen Sicherheitstrainings-Parcours und eine Kartbahn.

Ein Casino hat sich danach ebenfalls hier angesiedelt, damit wird absolut klar, dass die Unterhaltung längst einen wichtigen Part zum ökonomischen Gleichgewicht der ganzen Anlage beitragen soll. Die Spielbank bietet sowohl Roulette, Blackjack und Poker an als auch ein breites Angebot an Spielautomaten. Besonders an den Wochenenden ziehen mittlerweile auch spannende Pokerturniere die Besucherströme an: Jeder, der sich anmeldet und das Minimum-Buy-In bezahlt, darf teilnehmen – es ist nicht einmal nötig, die Regeln oder gar die Fachtermini im Voraus zu kennen. Motorsportfans aller Art treffen sich hier und fachsimpeln nebenher über die aktuellen Rennen und die verheißungsvollsten Fahrer.

Schumacher hinterlässt seine Spuren

2007 feierte der Ring seinen 80. Geburtstag, zu diesem Anlass erhielt eine Kurvenkombination den Namen „Schumacher-S“. Michael Schumacher höchstpersönliche weihte mit seinem Wagen die nach ihm benannte Kurvenkombination ein, während die Konkurrenz aus alten Tagen – u.a. Giancarlo Fisichella, Kimi Raikkönen und Fernando Alonso – ihm auf dem Fuße folgte.

Doch der Nürburgring ist längst nicht mehr nur den VIPs der Rennfahrerszene vorbehalten, auch Normalos dürfen sich an das „vielgliedrige Ungeheuer“ wagen.

Michael-Schumacher-S
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Offen für alle – und doch herausfordernd

Sogenannte „Touristenfahrer“ haben zu festgelegten Terminen Zugang zum modernen Grad-Prix-Parcours: 5,14 Kilometer pures Adrenalin warten auf jeden, der sich auf diese Herausforderung einlässt. Alternativ besteht die Möglichkeit, sich im eigenen PKW oder auf dem Motorrad durch die grüne Hölle, die legendäre, modernisierte Nordkurve, zu schlängeln: Das sind 20,8 Kilometer mit unglaublichen 73 Kurven und einem Höhenunterschied von immerhin 300 Metern. Das Programm ist inzwischen auch per Smartphone zu buchen, mit der Green Hell Driving App und der zugehörigen Green Hell Card erhalten Interessierte schnellen Zugang zum Fahrspaß ihres Lebens.

Das noch recht neue Online-Portal bietet auch die Möglichkeit, den Nürburgring Tag für Tag zu jeder Stunde im Auge zu behalten, sämtliche Streckeninformationen werden zeitnah geliefert. Der Nutzer bleibt so stets darüber informiert, wie viele Fahrzeuge sich auf dem Ring tummeln, wie das Wetter aussieht und welche News sonst noch anliegen. Kurz gesagt: Die grüne Hölle ist im virtuellen Zeitalter angekommen und erhöht so seine Attraktivität noch ein gutes Stück.

Hinzu kommen Attraktionen wie das ring°werk, das mit zahlreichen Fahrsimulationen und einem 4D-Kino aufwartet. In der zugehörigen Ausstellung befinden sich historische Siegerfahrzeuge, die alte Träume von großen Siegen erwecken. Wer die Backstage-Tour bucht, der erlebt die mittlerweile mehr als 90-jährige Nürburgringgeschichte noch einmal live, erfährt genau, was in der Boxengasse vor sich geht und wo die vielen Journalisten zu den F1-Events ihren Platz finden.

Jedes Jahr passend zum Jahreswechsel findet eine riesige Silvesterparty am Nürburgring statt, mit Feuerwerk und einer Party, die bis weit ins neue Jahr hineinreicht. Feierlustige mit VIP-Ticket erhalten einen Extra-Service und dürfen das spezielle Feeling besonders intensiv genießen. Vielleicht eine interessante Geschenkidee zum nächsten Weihnachtsfest?

Wie dem auch sei: Der Nürburgring ist und bleibt etwas ganz Besonderes und es lohnt sich sicher, immer mal wieder einen genauen Blick auf das Angebot in der Grünen Hölle zu werfen. Denn diese Rennstrecke lässt sich am besten hautnah spüren – ihn ausschließlich aus der Ferne zu bewundern, grenzt fast schon an Verschwendung.

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