Formel 1 Aufakt 2020 – Alles wie gewohnt

Formel 1 2020
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Die Formel 1 ist zurück und (fast) alles scheint aus sportlicher Sicht wie gewohnt zu sein. Ohne Zuschauer drehten die Boliden des Jahrgangs 2020 nun ihre erste Runden in Spielberg in Österreich und Mercedes bestimmt – wie erwartet – das Geschehen, Red Bull hat noch Nachholbedarf und Ferrari hat mit der Spitze wenig zu tun.

Mercedes bestimmt das Geschehen

Mit gefühlt spielerischer Leichtigkeit setzte das Weltmeisterteam von Mercedes bei den freien Trainings in Österreich die Bestzeiten nach Belieben, die Konkurrenz scheint noch nicht annähernd in der Lage, den nun schwarzen Boliden mit dem Stern zu folgen. Auch die interne Rangfolge blieb dabei klar, Lewis Hamilton vor Valtteri Bottas.

Die einzige Aufregung gab es dann rund um das bei den Tests Anfang des Jahres erstmals eingesetzte innovative Lenksystem DAS. Red Bull entschied sich für einen Protest, der aber recht zügig abgewiesen wurde. Von Seiten Mercedes hatte man das auch bereits erwartet und zeigte sich daher auch nicht überrascht. Die Weltmeistetruppe hat mit den ersten Runden des Jahre gezeigt, dass man auf den Weg zu weiteren WM-Titeln ist.

Racing Point erster Verfolger

Während Red Bull Racing überraschend weg weit von der Musik war, zeigte sich Racing Point als erster Mercedes-Verfolger. Der neue Bolide, den viele auch pinker Mercedes nennen, hat sich natürlich schon sehr auffällig am Weltmeisterauto des Vorjahres orientiert.

Diese Kopie ist augenscheinlich also gelungen, doch irgendwie zeigt der “pinke Mercedes” eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht. Bei Racing Point hat Lawrence Stroll das Sagen und der will schnell und ohne Umwege an die Spitze des Feldes. Detail-Lösungen wurden in der Königsklasse gerne kopiert und ausprobiert. Doch der 2020er Racing Point geht noch einen Schritt weiter. Sportlich hat die Mannschaft so ganz deutlich einen Schritt nach vorne gemacht, über die technische Art und Weise darf man geteilter Meinung sein, denn das ist nicht der Ansatz und sagen wir mal DNA, die die Formel 1 einmal ausmachte.

Das eigene Chassis eigenständig entwickeln und Lösungen suchen, das stand im Vordergrund, so dass es auch immer wieder verschiedene Konzepte gab, auch wenn das Reglement in den letzten Jahren viel engere Rahmenbedingungen vorgab. Vielleicht sollte man dieses Jahr alle Bauteile des neuen Mercedes durch tiefes ritzen eindeutig markieren, um einmal zu überprüfen, das sie auch an Ort und Stelle verbleiben…

Jedenfalls darf Racing Point das Podium durchaus ins Visier nehmen. Man muss damit rechnen, dass Red Bull im Laufe des Wochenendes noch stärker wird, aber Ferrari sah nicht besonders gut aus. Auch die Longrun-Zeiten bei Racing Point waren deutlich besser. Die pinken Boliden werden sich an die Spitze des Mittelfeldes aber im jeden Fall setzen können, zumindest in den Händen von Sergio Perez, das kann man jetzt schon sagen.

McLaren Formel 1 2019
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Mittelfeld – Enges Feld

Auch wenn die Sache an der Spitze schon mehr als klar scheint, wird es im Mittelfeld aber wieder spannend. Renault hat Fortschritte gemacht und wird sich mit McLaren duellieren, Ferrari muss sich strecken, um zumindest beim Saisonauftakt vor den beiden Teams zu bleiben.

Auf den hinteren Plätzen liegen erwartungsgemäß die Teams von Haas und Williams, Alpha Tauri hängt ebenfalls noch ein wenig zurück. Hier hatte man nach den Tests ein wenig mehr erwartet, man kann aber davon ausgehen, dass die noch etwas an Boden aufholen kann. Alfa Romeo ist auch eher im Niemandsland unterwegs.

Da wir nach dem Saisonauftakt direkt am kommenden Wochenende ja einen weiteren Grand Prix an gleicher Stelle haben werden, sollten zumindest viele ihre Probleme bis dahin aussortiert haben, so dass wir dann ein noch klareres Bilder der Performance der diesjährigen Boliden haben werden. In diesem Sinne, bis bald und Keep Racing!

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