Formel E – Volles Feld für Saison Nr. 6

Formel E Porsche
©Porsche AG

Die Formel E mag noch lange nicht den Geschmack von jedem treffen, dennoch kommt man vor allem vor dem sportlichen Hintergrund nicht mehr an der elektrischen Rennserie vorbei. Wenn am 22. November 2019 die 6. Saison startet, ist nicht nur ein hochkarätiges Fahrerfeld am Start, sondern in der Saison 2019/2020 treffen mit Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche zudem gleich vier deutsche Hersteller aufeinander. Dazu sind auch einige deutschsprachige Piloten mit an Bord der Formel E – Vorschau auf die kommende Formel E-Saison –

Formel E – 24 Fahrer im Titelkampf

Die Formel E wird am kommenden Wochenende ein neues Kapitel aufschlagen. Am Wochenende des 22./23. November geht man in Riad in Saudi-Arabien in die mittlerweile 6. Saison und dann sind motorsportliche Schwergewichte mit an Bord. Audi mischt bekanntermaßen ja schon länger mit, auch BMW konnte die ersten Erfahrungen sammeln. Dazu gesellen sich jetzt die Teams von Mercedes-Benz und Porsche, insgesamt 24 Fahrer werden dann um die Meisterschaft kämpfen.

Jean-Éric Vergne ist der amtierende Meister und er hat dieses Kunststück bereits in den letzten beiden Saisons vollbracht. Der mittlerweile 29-jährige Franzose und Ex-Formel 1-Pilot hat sich in der Formel E einen Namen gemacht und würde natürlich liebend gerne seinen dritten Titel einfahren, doch die 6. Formel E-Saison wird sicher noch enger umkämpft sein als in den Vorjahren.

JEV Formel E Meister
©Dan Bathie/Motorsport Images via FIA Formula E

Folgende Fahrer gehen 2019/2019 in der Elektro-Rennserie an den Start:

TeamFahrer Fahrer
DS TecheetahJean-Eric VergneAntonio Felix da Costa
AudiLucas di GrassiDaniel Abt
BMWMaximilian GüntherAlexander Sims
MercedesStoffel VandoorneNyck de Vries
PorscheAndre LottererNeel Jani
NissanSebastien BuemiOliver Rowland
JaguarMitch EvansJames Calado
MahindraJerome D’AmbrosioPascal Wehrlein
VenturiFelipe MassaEdoardo Mortara
NIOOliver TurveyMa Qing Hua
Virgin RacingSam BirdRobin Frijns
DragonBrendon HartleyNico Müller

Vergnes Teamkollege aus der letzten Saison, Andre Lotterer, kehrt zu seinem früheren Arbeitgeber Porsche zurück und kann zudem auf die Erfahrung im Meisterschaftsteam von DS Techeetah setzen.

Pascal Wehrlein zeigte bei Mahindra bereits gute Leistungen und Maximilian Günther ist mehr als motiviert, an frühere Formel 3-Erfolge im Werks-Cockpit von BMW i Andretti Motorsport anzuknüpfen. Daniel Abt hat sich weiterentwickelt, obwohl es gegen seinen Teamkollegen Lucas di Grassi nicht einfach werden wird.

Zudem blicken wir auf zahlreiche ehemalige Formel 1-Piloten. Brendon Hartley, Felipe Massa oder auch Stoffel Vandoorne versuchen ihr Glück nun elektrisch.

Der Wettkampf der Hersteller nimmt mit Mercedes und Porsche nochmal mehr Fahrt auf, daher blicken wir an dieser Stelle jetzt einmal auf die vier deutschen Schwergewichte, die sich in dieser Saison in der Formel E duellieren werden.

Audi Sport ABT Schaeffler

2019 starten Daniel Abt und Lucas di Grassi in ihre sechste gemeinsame Formel-E-Saison. Kein anderes Duo in der rein elektrischen Rennserie hat so viele Rennen Seite an Seite bestritten. Und keines war dabei so erfolgreich: Mit 40 Podiumsplatzierungen und über 1.000 Punkten ist Audi Sport ABT Schaeffler das erfolgreichste Team der Formel E. Diesen Platz an der Spitze will die Audi-Werksmannschaft verteidigen.

Audi Formell E 2019/2020
©Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Audi war Ende 2017 als erster deutscher Automobilhersteller werkseitig in die Formel E eingestiegen und hatte in seiner ersten Saison mit dem Gewinn der Teamwertung und dem zweiten Platz in der Fahrermeisterschaft einen Traumstart in die rein elektrische Motorsport-Ära des Unternehmens hingelegt. Nach dem denkbar knappen zweiten Platz in der fünften Saison geht Audi Sport ABT Schaeffler als Herausforderer in die 14 Saisonrennen. Und formuliert ebenso klare wie ehrgeizige Ziele: „Wir wollen erneut um die Titel in der Fahrer- und Teamwertung kämpfen“, sagt Teamchef Allan McNish.

BMW i Andretti Motorsport

Zur Saison 2018 hin tat sich BMW mit dem Andretti-Team zusammen und ging seitdem als Werksteam an den Start. In der Debütsaison durfte man sich schon über erste Erfolge freuen, die Ziele für diese Saison sind dementsprechend auch nicht niedrig. Mit Maximilian Günther und Alex Sims möchte man weiterhin ganz vorne mitmischen.

Motorsport Direktor Jens Marquardt zur Formel E 2019/2020: „In unserer Debütsaison haben wir mit einem Sieg, zwei Polepositions und mehreren Podestplätzen gezeigt, dass wir in der Formel E Top-Resultate einfahren können. Allerdings wissen wir, dass die Leistungsdichte extrem hoch ist und sich voraussichtlich noch weiter steigern wird.“

BMW Formel E 2019/2019
©BMW AG

„In diesem kompetitiven Umfeld muss es dennoch unser Anspruch sein, uns in unserer zweiten Saison weiter zu steigern und regelmäßig in der Spitzengruppe um die Top-Platzierungen kämpfen zu können. Unabhängig von den Ergebnissen wollen wir mit guten und spannenden Rennen zeigen, wie dynamisch und emotional elektrischer Rennsport sein kann. Und auch abseits der Rennstrecke werden wir mit BMW i präsent sein und die Plattform Formel E weiterhin nutzen, um Innovationen rund um Elektromobilität, autonomes Fahren und weitere Zukunftsfelder der BMW Group einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.“

TAG Heuer Porsche

Porsche ist in Saison Nr. 6 der Formel E erstmals mit an Bord. Mit dem eigenen Werksteam und eigens entwickeltem Antriebsstrang sowie dem Fahrerduo aus Andre Lotterer und Neel Jani hofft man auf ein gutes erstes Jahr im Elektro-Rennsport.

Porsche 2019/2020
©Porsche AG/

Malte Huneke (Technischer Projektleiter Formel E): „Mit über 5.000 Testkilometern haben wir in den vergangenen Monaten wichtige Erkenntnisse über den Porsche 99X Electric gewonnen. Die Lernkurve geht stetig nach oben. In Weissach analysieren wir zurzeit eine Vielzahl von Daten, die wir während der letzten Testtage in Valencia gesammelt haben. Die Gegebenheiten an der Rennstrecke sind nicht direkt mit den Formel-E-Stadtkursen vergleichbar, zum Beispiel im Hinblick auf Streckenführung und Asphalt. Nichtsdestotrotz konnten wir viele wertvolle Informationen mitnehmen – insbesondere in Sachen Rennsimulationen – sowie unsere operativen Abläufe optimieren.“

Mercedes-Benz EQ

Last, but sicher not least: Mercedes. Ab sofort hat auch die Formel E ihre Silberpfeile. Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries starten in der Debütsaison des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams für die Marke mit dem Stern. Auf der Fahrerseite ist man also mit dem ehemaligen Formel 1-Piloten und dem amtierenden Formel 2-Champion gut aufgestellt.

“Mit Stoffel und Nyck haben wir zwei starke, entwicklungsfähige Fahrer verpflichtet, die gemeinsam mit uns in unserer Debütsaison in der Formel E weiter lernen und wachsen können“, so Ian James, Teamchef des Mercedes-Benz EQ Formel E Teams. „Wir blicken bei Mercedes-Benz auf 125 Jahre im Motorsport zurück. Aber wir wissen, dass die Formel E ganz anders ist als alle anderen Rennserien, in denen wir bislang angetreten sind. Wir geben alles dafür, um erfolgreich zu sein. Aber wir wissen, dass vor uns eine steile Lernkurve liegt.“

Mercedes-Benz EQ FormelE
©Daimler AG

Die Mannschaft greift in ihrer Debütsaison auf das Know-how und die gebündelte Motorsport-Erfahrung der Mercedes-Familie zurück. Das Herzstück des Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 ist der elektrische Antrieb, der bei Mercedes-AMG High Performance Powertrains (HPP) in Großbritannien entworfen und entwickelt wurde, dem globalen Kompetenzzentrum des Daimler Konzerns für High-Performance Hybridtechnik. In Brixworth werden auch weiterhin die Hybrid-Power-Units entwickelt, mit denen Mercedes in den vergangenen fünf Jahren jeweils das WM-Double in der Formel 1 gelungen ist.

Den Renneinsatz der Fahrzeuge führt die HWA AG aus Affalterbach durch, die in der vergangenen Saison bereits mit dem Team HWA RACELAB Erfahrung in der Formel E sammeln konnte. Unterstützung erhält das Team zudem vom amtierenden Konstrukteurs-Weltmeister der Formel 1, Mercedes-AMG Petronas Motorsport aus Brackley.

Formel E Basics

Jetzt noch kurz zu den Basics des Formel E: In der sechsten Saison darf der Motor im Qualifying maximal 250 kW (340 PS) leisten. In den Rennen ist die Leistung auf 200 kW (272 PS) begrenzt. Bewährt hat sich der sogenannte Attack Mode: Passiert der Fahrer die Aktivierungszone auf der Strecke, erhöht sich die Leistung seines Autos kurzzeitig auf 235 kW (320 PS).

Die Formel-E-Fans können ihren Lieblingsfahrer auch in dieser Saison wieder per Online-Voting unterstützen: Mit dem „FanBoost“ steigt die Leistung im Rennen kurzfristig bis auf 250 kW (340 PS).

Den Strom beziehen alle Formel-E-Teams aus einer identischen, 385 Kilogramm schweren Batterie von McLaren. Die Lithium-Ionen-Batterie befindet sich zwischen Fahrersitz und Antriebsstrang, hat eine verfügbare Kapazität von 52 kWh und ist innerhalb von 45 Minuten aufgeladen.

FormulaE 2019/20
©Dan Bathie/Motorsport Images via FIA Formula E

Neu ist seit der fünften Saison das Brake-byWire-System. Bremsbetätigung und Übertragung zur Hinterachse sind dabei voneinander entkoppelt und elektronisch geregelt. Die Bremskraftverteilung ist somit immer optimal eingestellt und die Rekuperation noch effizienter.

Wie in der Formel 1 sitzt der Fahrer in einem Monocoque aus Kohlefaser, entwickelt nach den FIA-Sicherheitsstandards. CFK-Crash-Strukturen an Front und Heck sowie den Flanken sorgen für maximale Sicherheit. Dazu kommt – analog der Formel 1 – das Halo-System über dem Cockpit, das den Kopf des Fahrers zusätzlich schützt. Das Mindestgewicht eines Formel-E-Rennwagens liegt bei 900 Kilogramm (inklusive Fahrer). Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Elektrorennwagen in 2,8 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt auf einer Formel-E-Strecke bei rund 240 km/h.

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Formel E Kalender 2019/2020

Die Formel E gibt es im TV bei Eurosport, sowie im Livestream von zdf.de zu sehen. Saison Nr. 6 startet am kommenden Wochenende in Saudi-Arabien, das Saisonfinale findet Ende Juli in London statt.  Der deutsche Austragungsort ist erneut Berlin, wo die Formel E am 21. Juni 2020 Station machen wird, Tickets dafür sind bereits im Vorverkauf hier erhältlich.

Hier nochmal die Termine in der Übersicht:

  • 1. Riad (Saudi-Arabien) – 22. November 2019
  • 2. Riad (Saudi-Arabien) – 23. November 2019
  • 3. Santiago (Chile) – 18. Januar 2020
  • 4. Mexiko-Stadt (Mexiko) – 15. Februar 2020
  • 5. Marrakesch (Marokko) – 29. Februar 2020
  • 6. Sanya (China) – 21. März 2020
  • 7. Rom (Italien) – 4. April 2020
  • 8. Paris (Frankreich) – 18. April 2020
  • 9. Seoul (Südkorea) – 3. Mai 2020
  • 10. Jakarta (Indonesien) – 6. Juni 2020
  • 11. Berlin (Deutschland) – 21. Juni 2020
  • 12. New York (USA) – 11. Juli 2020
  • 13. London (Großbritannien) – 25. Juli 2020
  • 14. London (Großbritannien) – 26. Juli 2020

Spannend wird die 6. Formel E Saison auf jeden Fall, von daher sollte man sich das ein oder andere Rennen nicht entgehen lassen. In diesem Sinne, bis bald und Keep Racing!

Formula E Season 6 Preview – New Rivalries, New Cars, New Drivers | Street Racers S04E01
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