Die Halbe Meile – Das Oval ruft

Track Raceway Venray - Oval /NL - Half-Mile
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Raceway Venray – Herausforderung Oval

Pfingsten rückt unaufhaltsam näher und damit auch der nächste Auftritt der Nascar Whelen Euro Series. Der europäische Nascar-Ableger begibt sich am kommenden Wochenende auf die halbe Meile des Raceway Venray – der Ovalkurs unweit der deutsch-niederländischen Grenze ist eine ganz andere Herausforderung für das Fahrerfeld.

Zwar gibt es im Kalender 2016 immer noch den Ovalkurs im französischen Tours, doch Venray ist ein anderes Kaliber. Ein ordentliches Banking lässt den Hauch von Amerika in Sachen Motorsport durch die Provinz Limburg wehen. Hinzu kommt, dass die wenigsten den neuen Boliden auf dieser Strecke schon testen konnten. Hier sollte für das belgische Team von PK Carsport ein Vorteil liegen, vor allem für Anthony Kumpen, der hier im Vorjahr einen Laufsieg feiern konnte und die hier schon Testfahrten absolvierten. Ein Doppelsieg hing in der Luft, doch ein Überrundeter kam in die Quere. Hier liegt auch für die meisten Piloten die große Ungewissheit – schnell ist man in eine Kollision verwickelt, ohne, dass man aktiv dazu beigetragen hat.

Pitstop Whelen Euro
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Einige Fahrer konnte im alten Wagen der EuroNascar zwar 2015 schon einige Runden drehen und erste Erfahrungen sammeln, doch wir haben wieder reichlich Debütanten in der Serie, für die solch ein Ovalkurs vollkommenes Neuland ist. Kommenden Samstag gibt es für diese Piloten von 10.30h bis 11.00h zumindest schon mal eine Schnupper-halbe-Stunde, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Auch für unseren deutschen Youngster im Feld, Justin Kunz, wird Venray ein ganz neues Erlebnis. Vielleicht kann ja Landsmann Marko Stipp mit ein paar Ratschlägen zur Seite stehen, dieser tritt ebenfalls in der ELITE2-Meisterschaft an.

Das Team Maessen vom Raceway Venray feiert mit Stipp und ELITE1-Pilot Barry Maessen sein Seriendebüt an heimischer Stelle – beide Piloten kennen dafür das Oval zu Genüge aus ihren Einsätzen im dort ansässigen Late Model V8-Supercup. Man darf wirklich gespannt sein, wo sie sich im Feld einordnen. Die Favoritenrolle müssen wir aber zunächst PK Carsport überlassen. Neben Kumpen ist sowohl mit Bert Longin in der ELITE1, als auch Sohnemann Stienes in der ELITE2 zu rechnen.

Chevrolet Kunz 44
©racing14.de – deutscher Youngster im Oval – Justin Kunz vor Venray-Debüt

Hinter PK Carsport darf man wie gewohnt auch vom italienischen CAAL Racing-Team einiges erwarten, die bekamen schon 2015 das ovale Debüt auf der halben Meile mehr als gut hin. Dagegen steht eine Reihe von Teams, die noch kein Kurve im niederländischen Banking durchfahren haben. Brass Racing war letztes Jahr nicht mit vor Ort, die neuen Teams von Vict Motorsport, Bands Sports und SPV Racing betreten ebenfalls ungewohntes Terrain.

Gespannt darf man auch auf Mathias Lauda sein, der DF1 Racing in Tours 2014 den ersten Sieg in der Serie schenkte, damals im Regen auf dem Ovalkurs in Tours. Aber auch er hat in Venray selbst noch keine Erfahrung, aber zumindest sehr gute ovale Erinnerungen sollten Motivation genug sein. Für Freddie Hunt heißt es wie für viele andere auch beim Debüt hier, fahren, fahren und nochmals fahren, um Erfahrung sammeln zu können.

DF1 HuntvsLauda
©racing14.de – DF1 Lauda/Hunt #66 Chevrolet

Wer an Pfingsten selber keine Zeit hat, vor Ort zu sein, der kann auch kostenlos am Samstag vorbeischauen – es bleibt zwar zu hoffen, dass die freien Trainings dann ohne Blessuren an den Boliden verlaufen, erwarten kann man das aber eher weniger, ein kleiner Fehler und schon ist die Mauer zu nah. Nach der halben Stunde am Vormittag geht es nachmittags ab 14:00h weiter mit Trainingsfahrten. Den kompletten Zeitplan der Nascar Whelen Euro Series gibt es hier.

Wer an Pfingsten sich auch auf der Tribüne niederlässt, braucht dafür dann kaum wieder aufzustehen, denn der Zeitplan für Sonntag und Montag ist auch mit den lokal ansässigen Serien prall gefüllt. Und um Regen muss man sich zumindest in Sachen Action auf der Strecke auch keine Sorgen machen – auch da finden alle Rennen statt, wenn uns nicht grad eine Sintflut ins Haus steht. Alle Zuschauerinfos in Sachen Raceway Venray habe ich für euch an dieser Stelle zusammengefasst -> EuroNascar im Oval

Neues aus der Nascar Whelen Euro Series

In Sachen Teams wird ab Venray das Team Maessen das Feld verstärken mit dem Einsatz von zwei neuen V8-Boliden. Im Wagen mit der Startnummer #14 sitzen Barry Maessen (ELITE1) und der ehemalige VLN-Pilot Marko Stipp (ELITE2), während für den Raceway Venray im Fahrzeug mit Startnummer #21 der Brite Colin White (ELITE1) und Maik Barten (ELITE2) Platz nehmen.

Das erste Oval des Jahres ist auch Startschuss für die Scuderia Giudici – hier wird der Italiener Claudio Giudici in beiden Wertungen am Start sein.

Roman Mavlanov
©Nascar Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Wechsel zu DF1: Roman Mavlanov

Der junge Russse Roman Mavlanov bleibt der Serie unterdessen erhalten, wenn auch in einem anderem Team. Nach dem Gewinn der Rookie-Wertung beim Saisonauftakt in Valencia in der ELITE2 für Renauer Motorsport bleibt er in Sachen Mannschaften zumindest in Österreich – ab dem nächsten Lauf in Venray übernimmt er die Startnummer #88 bei DF1 Racing für die Rennen der ELITE2 und teilt sich den Wagen ab sofort mit Simone Monforte. Der 22-Jährige konnte bei seinem ersten Start überzeugen, damit hat die Truppe von DF1 in Sachen Rookies ein weiteres heißes Eisen im Feuer. „Ich bin sehr stolz, Teil eines Teams wie DF1 Nascar Racing zu sein. Das ist eine großartige Möglichkeit für mich. Ich freue mich auf eine erfolgreiche Saison“, so Mavlanov nach seiner Teamwechsel bzw. seiner Weiterbeschäftigung in Sachen EuroNascar.

Insgesamt finden sich in allein in der ELITE2 in den Niederlanden 13 Neulingen wieder – das Extra-Training am Samstag können alle bestimmt gut gebrauchen.

In der Berichterstattung zur Serie hat sich unterdessen auch ein wenig getan. Das Livestreaming über das Portal von Fanschoice.tv bot schon beim Saisonauftakt deutliche Fortschritte, dazu gab es die Rennläufe mit englischem Kommentar versehen.

Renauer Mustang
©racing14.de – Mustang von Renauer Motorsport

Highlights der Rennen gibt es übrigens auch in Deutschland zu sehen, vorerst allerdings nur im Pay-TV, neben Motorvision wird künftig der Auto, Motor und Sport-Channel über die Rennen der EuroNascar berichten.

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