Hockenheim-Heimspiel von Justin Kunz – EuroNASCAR 2017

Pitlane Hockenheim Jkracing Justin Kunz

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Euro NASCAR in Hockenheim – Das Rennwochenende von Justin Kunz

Unser deutscher Nachwuchsfahrer im europäischen NASCAR-Ableger, Justin Kunz, erlebte ein schwieriges Wochenende bei seinem Heimspiel auf dem Hockenheimring. Nervös, aber hoffnungsvoll und voller Vorfreude ging der 20-jährige aus dem badischen Appenweier in die ersten Trainings am Steuer seines Chevrolets mit der Startnummer #11 von PK Carsport.

Der Hockenheimring ist einer der weniger Kurse, auf dem er bereits über Erfahrung verfügt. In der Vergangenheit konnte er an gleicher Stelle in der AvD SportsCar Challenge schon seine Schnelligkeit unter Beweis stellen. Allerdings musste auch Kunz sich an die Besonderheiten der Streckenvariante vom Wochenende im badischen Motodrom gewöhnen.

#team11 Justin Kunz

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Man fuhr die IDM-Motorrad-Variante, in der es bereits vor der Spitzkehre eine Abkürzung Richtung Mercedes-Tribüne gibt. Diese Ecke hatte es in sich für die V8-Boliden, eine Bodenwelle machte diese Passage nicht wirklich zur Lieblingsstelle der Fahrer. Im ersten freien Training landete Kunz auf Rang 8, nachdem er sich eingeschossen hatte, steigerte er sich in der zweiten Trainings-Session um eine gute Sekunde und landete auf Rang 4.

Am Samstagmorgen stand bei besten äußeren Bedingungen das Qualifying auf dem Programm, doch Kunz blieb an diesem Morgen das Pech an den Fersen kleben. Erst durch gelbe Flaggen auf einer schnellen Runde eingebremst, danach wurde die Zeit knapp und der Deutsche konnte seinen #11er-Chevrolet in der Sachs-Kurve nicht mehr abfangen und musste durchs Kiesbett. Damit verpasste er die Superpole und musste sich mit Startplatz 14 begnügen – der Youngster war sichtlich unzufrieden.

Euro NASCAR Hockenheim jkracing Justin Kunz

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American Fan Fest Hockenheim für Justin Kunz – unter die Top 6 und unbelohnte Leistung

Im ersten Rennen stand also Schadensbegrenzung von dieser Postion aus an, zumindest das gelang Kunz dann auch. Sukzessive arbeitete er sich nach vorne und konnte den ersten Lauf auf Rang 6 beenden – mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Kunz hatte sich für das letzte Rennen vor der Sommerpause am Sonntag einiges vorgenommen, dieses Mal nahm er von Startplatz 11 das Rennen aus in Angriff.

Angriff war das Stichwort und so machte sich der Youngster zügig auf den Weg nach vorne, allerdings wurde dieses Vorhaben jäh durch die Rennleitung beendet. Der Deutsche erhielt eine Durchfahrtsstrafe, da er sich beim fliegenden Start zu früh aus seiner Grid-Position geschoben haben soll. Er selber empfand den Start als optimal – davon hatte er zudem in der ersten Kurve des Hockenheimrings keinerlei Vorteil, als er sich eingeklemmt sah und die Konkurrenten ziehen lassen musste. Beim Startprozedere geht es um Hundertstelsekunden, diese Entscheidung war eine von mehreren fragwürdigen der Rennleitung an diesem Rennwochenende.

Letztlich blieb ihm aber nur der Weg in die Box, um seine Strafe abzusitzen. Und wenn es schon mal nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. Die Geschwindigkeitsanzeige im Cockpit passte zwar, als er mit geringer Geschwindigkeit durch die Boxengasse fuhr, anscheinend funktionierte diese aber nicht ordnungsgemäß, so dass er hier zu schnell unterwegs war – die Folge: Die nächste Boxendurchfahrt kurz danach aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in der Box. Zum Rennende gab Kunz nochmal alles und schnappte sich noch zwei Konkurrenten. Trotz des unglücklichen Rennens war man beim Team von PK Carsport mit dem Deutschen zufrieden – die Zeiten am Sonntag passten und der Youngster hätte unter normalen Umständen ganz vorne mitgespielt.

Dennoch freute sich Justin Kunz über das Rennwochenende der EuroNASCAR in Hockenheim. Viele Fans schauten beim jungen Deutschen vorbei, der bei seinem Heimspiel deutlich mehr im Fokus stand als sonst. Kunz blickt jedenfalls schon wieder nach vorne. Bevor es Mitte September ins italienische Franciacorta geht, wird er mit seiner Mannschaft von PK Carsport noch auf dem neuen Kurs im Kalender testen. In Italien soll dann der Knoten platzen – Justin Kunz hat das Podium weiter fest im Visier.

PS: Der SWR war übrigens auch vor Ort und hat dem jungen Nachwuchsfahrer bei seinem Rennwochenende über die Schulter gesehen – wer den Bericht rund um Justin Kunz und das 1. American Fan Fest auf dem Hockenheimring sehen will, der kann das unter folgenden Links tun:

SWR Aktuell Sendung vom Freitag, 28.07.2017, ab Minute 18:18

SWR Aktuell Sendung vom Sonntag, 30.07.2017, ab Minute 6:39

Hinweis: Die Berichte sind nur ca. eine Woche online: Es gibt dort aber auch die Möglichkeit, die Clips für private Zwecke herunterzuladen.

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