Hockenheim Historic

FIA Lurani Trophy
©Oliver Kilimann – FIA Lurani Trophy

Zu Besuch beim Jim Clark Revival

Auch in diesem Jahr ließ das Jim Clark Revival auf dem Hockenheimring wieder die Herzen der Motorsportenthusiasten höher schlagen. Vor allem bei denen, die an historischen Boliden interessiert sind. In dieser Fülle sieht man das das ganze Jahr über selten – bei der mittlerweile auch unter dem Namen Hockenheim Historic an den Start gebrachten Veranstaltung trafen sich am vergangenen Wochenende 13 Rennserien und rund 460 gemeldete Teilnehmer. Reger Fahrbetrieb war also angesagt.

CanAM HockenheimHistoric2016
©Oliver Kilimann – CanAM-Bolide

Obwohl an diesem Wochenende auf den Rennstrecken dieser Welt besonders viel los war in Sachen aktuelles Renngeschehen, machten sich doch um die 15.000 Zuschauer ins badische Motodrom auf. Das begrüßte allerdings Fahrer und Publikum mit April-Wetter par excellence. Am Samstagvormittag kam die Veranstaltung eher einer Wasserschlacht gleich.

Porsche in the Rain Hockenheim
©Oliver Kilimann – Wasserspiele in Hockenheim

Zum frühen Nachmittag war die Strecke dann aber in deutlich besserem Zustand rechtzeitig für die Boss GP-Serie, in der sich sowohl ehemalige Formel1-Boliden, als auch u.a. Rennwagen aus der GP2 und World Series by Renault tummeln. An der Spitze des Feldes wechselten sich am Wochenende der Niederländer Klass Zwart und der Österreicher Info Gerstl ab, Zwart brachte einen alten Jaguar-F1 mit nach Hockenheim, Gerstl übernahm das Steuer eines Toro Rosso. Der Österreicher setzte sich im letzten Lauf in einem spannenden Zweikampf durch und schlug seinen Konkurrenten um gerade einmal 0,8 Sekunden.

Minardi F1
©Oliver Kilimann – Wiedersehen macht Freunde – alter Minardi-F1

Immer wieder beeindruckend sind die Fahrzeuge der CAN-AM Serie – man kann sich heutzutage kaum vorstellen, wie es in der aktiven Zeit der Serie auf den Rennpisten zuging. Hinzu kam in diesem Jahr ein Sonderlauf unter dem Motto CanAm trifft auf Interserie, so dass den Zuschauern der Blick auf einige besondere Porschemodelle vergönnt war – wie beispielsweise der 917/30 Turbo mit 1000 PS unter der Haube.

In Sachen Hubraum und PS konnte hier die FIA Lurani Trophy natürlich nicht mithalten. Die Formelwagen wie Brabham BT6 oder Lotus 20 erinnern einen aber immer wieder an die Zeiten, in denen auch ein Jim Clark noch aktiv war. Das Programm wurde von zahlreichen Markenpokalen – von Scuderia Alfa Classico bis hin zum Lotus Cup Europe – abgerundet. Langeweile kommt so nie auf beim Jim Clark Revival.

Hockenheim Historic
©Oliver Kilimann – Historische Atmosphäre im badischen Motodrom

Besonders beeindruckend sind auch immer wieder die Demonstrationsfahrten des Raceclub Germany – von Formel 2-Boliden bis hin zu Grand Prix-Monoposto der 40er und 50er Jahren gibt es hier einen ausgiebigen Blick in die Formel1-Geschichte. Und wenn ein Formel 1 Bolide der Neuzeit – in diesem Fall ein Toyota auf die Strecke geht – möchte man gar nicht mehr an die aktuelle Motorengeneration der Königsklasse denken, das ist einfach was anderes.

Jim Clark Hockenheim Revival
©Oliver Kilimann

Schmerzhaft wird der ein oder andere daran denken, wie ein klangvoller Formel1-Bolide damals auf der langen Geraden Richtung Hockenheimer Wald verschwand – nicht mehr zu sehen, aber noch deutlich zu hören. Das Jim Clark Revival weckt Jahr um Jahr Erinnerungen, nicht nur an einen außergewöhnlichen Rennfahrer, sondern auch an eine Zeit, die noch etwas mehr mit Abenteuer als heute zu tun hatte.

Fotogalerie Jim Clark Revival – Hockenheim Historic 2016 –

Copyright by Oliver Kilimann