Hyundai bei den 24 Stunden – Sieg für den Dauerläufer

N24h HY24h - Veloster / i30 Finish
©Hyundai Deutschland

Hyundai-Hattrick in der Eifel

Eines fehlte beim diesjährigen 24 Stunden Rennen in der grünen Hölle – zumindest in Sachen Fernsehberichterstattung: Der Blick auf das Teilnehmerfeld jenseits der GT3-Boliden. Somit ging dem TV-Zuschauer vieles durch die Lappen, vielleicht auch, dass Hyundai die Wertungsklasse SP2 T bei den 24 Stunden auf der Nürburgring Nordschleife bereits zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte. Dabei erlebte die Mannschaft von Schumann Motorsport, die für Hyundai Deutschland die Einsätze übernimmt, ein mehr als arbeitsreiches Rennwochenende in der Eifel.

In der Klasse SP2T tummelten sich zwar sicher keine Heerscharen von Fahrzeugen, doch Hyundai ist ganz bewusst hier unterwegs – und damit noch erkennbar seriennah. Bereits seit 2013 wird der Veloster auf der Nürburgring Nordschleife im Rennbetrieb gesetzt, in etwa 20.000 absolvierte Kilometer in der grünen Hölle vor der diesjährigen 44. Ausgabe des Klassikers standen für den Dauerläufer zu Buche. Der 1.6 Liter Vierzylinder-Motor wurde dabei nach 75 Einsatzstunden einer vorsorglichen Revision unterzogen, mehr als ein normaler Verschleiß wurde nicht festgestellt. Der gleiche Motor kommt auch im Schwesterfahrzeug, dem i30 Turbo, zum Einsatz, dem man Hyundai-Intern die Favoritenrolle vor den 24 Stunden zusprechen musste. Doch in der Eifel kam in diesem Jahr vieles anders, als man denkt.

Hyundai i30 1.6 Turbo
©Hyundai Deutschland – Hyundai i30 1.6 Turbo

In der Qualifikation war es noch der i30 Turbo mit dem Fahrerquartett Markus Schrick, Peter Schumann, Guido Naumann und Heiko Hammel, der in der Klasse die Bestzeit erzielte – Rang 2 in der SP2T ging an den Veloster in der Besetzung Joachim Kisch, Jürgen Nett, Timo Schupp und Alexander Köppen. Die Konkurrenz in der Klasse – die man vor dem Fernseher ebenso wenig zu Gesicht bekam – musste sich dahinter einreihen. Der Mini vom Nexen Tire Motorsport Team lag im Zeittraining nur einen Wimpernschlag hinter dem Veloster zurück und mit dem von Toyota Gazoo Racing eingesetzten Crossover C-HR Racing gab es auch einen ganz neuen Gegner in der Wertung.

Hyundai Veloster 1.6 Turbo
©Hyundai Deutschland – Hyundai Veloster 1.6 Turbo

Nach dem ersten sonnigen Start in der Eifel und dem späteren Restart übernahm der i30 das Kommando in der Klasse. Den Hagelschauer und kurzfristigen Wintereinbruch im Bereich Aremberg überstand man ohne dramatische Konsequenzen – der i30 Turbo hatte die Klasse im Griff, geriet aber in der Nacht zweimal in eine unverschuldete Kollision. Die Folge war ein längerer Reparaturstopp – viel Arbeit für die Truppe von Schumann Motorsport, die den Koreaner aber wieder zurück auf die Strecke bringen konnte.

Das Podium war jetzt aber außer Reichweite, also hieß es nur noch ins Ziel kommen, das tat man auch souverän mit der schnellsten Runde in der Klasse (in 9:57.402 Minuten). Für die viele Arbeit darf man sich übrigens bei einem der neuesten GT3-Geschosse aus Zuffenhausen bedanken, der Falken-Porsche nahm den i30 aufs Korn und wollte wohl auf direktem Weg durch den Hyundai durch… – somit konnte der i30 GT3-bedingt seinen Vorjahressieg nicht mehr wiederholen.

Winner SP2T Hyundai Veloster
©Hyundai Deutschland – Sieger 24h Nring SP2T

Hyundai Veloster Turbo – Klassensieg für Joachim Kisch, Jürgen Nett, Timo Schupp und Alexander Köppen

Dafür sprang der Dauerläufer nun wieder ein – nachdem der Veloster 2014 bereits an gleicher Stelle erfolgreich war, konnte sich Schumann Motorsport und Hyundai Deutschland über den zweiten Sieg des Modells freuen und den dritten Hyundai-Triumph in Folge freuen. Markus Schrick, seines Zeichens Geschäftsführer von Hyundai Deutschland und Fahrer des i30 Turbo in Personalunion wird es also verschmerzt haben, nicht selber auf Rang 1 ins Ziel gekommen zu sein.

“Der dritte Klassensieg in Folge mit einem seriennahen Rennwagen ist eine eindrucksvolle Bestätigung für die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte und die akribische Vorbereitung auf dieses Rennen”, so Schrick nach dem Rennen. Werkseinsatz geht also auch seriennah und ist somit viel näher an dem Grundgedanken des Langstreckenklassikers in der Eifel, als manch anderer hochgezüchteter Rennbolide.

Hyundai i30 N
©racing14.de

Entwicklungsträger i30 2.0 Turbo – Das “N” kann kommen…

Nicht vergessen sollte man allerdings das dritte Fahrzeug, was Hyundai erstmalig bei der Hatz rund um die Uhr in der Eifel einsetzte. Der auch optisch aggressiver daherkommende zweite i30, den man im Gepäck hatte, hatte einen neuen 2 Liter Turbomotor mit Direkteinspritzung an Bord und ging ohne vorherige Testeinsätze in der Klasse SP3T an den Start. Der Turbo begrüßte mich am Ring direkt am Samstagmorgen mit einem kernigen Sound.

Hauptaugenmerk für den Einsatz war genau dieser neue Motor, der in zukünftigen “N” Modellen der Marke zum Einsatz kommen wird. Hyundai will mit der N-Brand auch in Sachen Sportlichkeit auf dem Fahrzeugmarkt ein kräftiges Wörtchen mitreden. Der dafür verwendete Turbo hat schon einmal alle Zutaten, denn er bestand die wohl härteste Testfahrt ohne Probleme. Zwar hatte der Wagen an anderen Stellen so einige Problemchen, aber das Herzstück gehörte nicht dazu, das lief wie ein Uhrwerk. Die Fahrer Bruno Beulen, Michael Bohrer, Alexander Köppen und Rory Pentinnen mussten sich zwar am Ende mit Rang 4 in der SP3 T begnügen, für das Fahrzeugdebüt aber doch ordentlich.

#N24h - Hyundai i30 N
©racing14.de – i30 mit 2.0 Liter Turbomotor

Da Hyundai seine N-Brand künftig ausbauen wird und 2017 erstmals mit einem derart sportlichen Modell des i30 auch auf die Straße gehen wird, werden wir den Wagen sicher auch noch häufiger auf der Rennstrecke wiedersehen.

Albert Biermann, seines Zeichens Leiter Fahrzeugtest und Hochleistungsentwicklung bei Hyundai, zum Vorhaben: “Das Langstreckenrennen am Nürburgring ist das härteste der Welt. Für uns ist das Rennen ein ideales Testumfeld, um die Belastbarkeit unseres neuen 2-Liter-Turbomotors mit Direkteinspritzung unter extremer Belastung zu testen. Das 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist das ideale Test-Umfeld für unsere vom Motorsport inspirierte Sub-Marke N und ein wichtiger Teil unseres Ethos ‚Geboren in Namyang, verfeinert auf dem Nürburgring’ für unsere Hochleistungs-Fahrzeuge. Die technologische Inspiration, die wir durch diesen Extrem-Test erhalten, hilft uns dabei, die Entwicklung von Hochleistungs-N-Modellen, die in erster Linie Freude am Fahren vermitteln sollen, voranzutreiben”.

Hyundai N-Brand
©racing14.de – i30 N-Performance-Modell

Für dieses Vorhaben sitzt man bei Hyundai mittlerweile auch am richtigen Platz, im Gewerbegebiet Meuspath sozusagen als Nachbar der diesjährigen Gesamtsieger des 24 Stunden Rennens, nur einen Steinwurf von der Nürburgring Nordschleife entfernt. Ziel der neuen sportlichen Marke N soll es auch sein, den eigenen Kunden ein preislich attraktives Gesamtpaket zu bieten. Sportlichkeit zu einem bezahlbaren Preis, dabei soll der Spaß am Fahren im Vordergrund stehen und nicht der reine “Blick auf die Rundenzeit”, so Biermann.

Hyundai hat auf jeden Fall gezeigt, dass es ein motorsportliches Dasein jenseits der GT3 gibt und künftige N-Modelle werden sicher auch den Weg auf die Nordschleife finden. In diesem Sinne, Keep Racing!

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