Hyundai i30 N bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring

Hyundai i30 N Nürburgring
©Jochen Merkle/Racepicture.de via Hyundai

Hyundai mit dem i30 N bei den 24 Stunden

Während in Sachen Gesamtsieg das Hauptaugenmerk auf den verschiedenen Marken in der GT3-Wertung lag, zeigte sich davon unabhängig ein anderer Hersteller bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring bestens aufgestellt – das ging sogar ohne einen Klassensieg. Nachdem Hyundai in den letzten Jahren immer mehr die Hatz zweimal rund um die Uhr in der Eifel für sich entdeckt hatte und mit dem i30 Turbo und dem Veloster in der Vergangenheit schon Klassensiege einfahren konnte, stand 2017 eine neue Herausforderung an.

Die Marke wird in Zukunft deutliche sportlichere Modell auf die Straße bringen, den Anfang der Hochleistungsmodelle macht der i30 N in der zweiten Jahreshälfte. Da man nur einen Steinwurf von der Nordschleife in Sachen Entwicklung seinen Sitz hat, schickte man zwei der neuen Hyundai i30 N in der Klasse SP3T (1,6- bis 2,0-Liter-TurboMotoren) in die 24 Stunden.

Dabei kamen nur wenige Modifikationen zum Einsatz, so dass der Klassensieg gegen klassische Rennboliden auch nicht im Vordergrund stand. Die Marke zeigen, Erkenntnisse sammeln und ankommen. Diese Ziele wurden auf jeden Fall erreicht. Beide eingesetzte seriennahe i30 N erreichten die Ziellinie. Sie legten zusammen in 244 Runden über 6.000 Rennkilometer zurück und meisterten eindrucksvoll die Belastungsprobe der zukünftigen Serientechnik im härtesten Langstreckenrennen der Welt.

Hyundai i30 N
©Jochen Merkle/Racepicture.de via Hyundai

„Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring war für uns ein voller Erfolg. Die beiden i30 N meisterten das Rennen ohne technische Probleme – wir sind mit Leistung und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge sehr zufrieden“, so Albert Biermann, seines Zeichens Leiter Fahrzeugtest und Hochleistungsentwicklung bei Hyundai Motor. „Beide seriennahen i30 N konnten ihre Leistungsfähigkeit in dem anspruchsvollsten Rennen der Welt eindrucksvoll beweisen, obwohl sie nur geringfügig für diesen harten Einsatz angepasst wurden.“

„Der Erfolg der beiden Hyundai i30 N Modelle stellt einmal mehr die Zuverlässigkeit und Qualität unserer Produkte unter Beweis. Die hohe Dynamik und das direkte Fahrwerk des i30 N werden auch unsere Kunden begeistern, die sich auf unser bislang emotionalstes Produkt freuen können“ so Markus Schrick, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland. Der war in diesem Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren nicht Teil der Fahrerpaarung.

Hyundai i30 N – 24 Stunden Grüne Hölle

Die Startnummer 92 mit den Piloten Vincent Radermecker, Stuart Leonhard, Chrsitian Gebhardt und Jae Kyun Kim aus Südkorea absolvierte 135 Runden und kam in der Wertungsklasse auf Rang 4 ins Ziel, gleichbedeutend mit dem 50. Platz in der Gesamtwertung. Obwohl der i30 N mit der Startnummer 95 (Schlothors/Kwon/Jee/Dralle) einen Unfall verwickelt wurde und reparaturbedingt mehrere Stunden ausfiel, überquerte er nach 109 Runden die Ziellinie. Insgesamt eine beachtliche Leistung, da von den 160 gestarteten Fahrzeugen nur 109 ins Ziel kamen und diese größtenteils mit erheblich höherer Leistung und größeren Modifikationen antraten.

Hyundai 24H Race Nurburgring 2017
©Pat heck via Hyundai

Eine Rennrunde des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring beträgt 25 Kilometer und setzt sich aus der Nordschleife und einem Teil des Grand-Prix-Kurses zusammen. So legten beide i30 N rund um die Uhr über 6.000 Kilometer unter den härtesten Rennbedingungen zurück und lieferten wertvolle Erkenntnisse für die letzten Schritte der Feinabstimmung von Fahrwerk, Motorleistung und Lebensdauer vor der Markteinführung.

In beiden Hyundai i30 N kamen wie auch im späteren Serienmodell ein leistungsstarkes 2.0 Liter großes T-GDI Triebwerk und ein manuelles Handschaltgetriebe zum Einsatz. Für die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen wurden die beiden Fahrzeuge nur leicht modifiziert. Diese Anpassungen konzentrierten sich vor allem auf die Sicherheit der Fahrer und beinhalten einen FIA-homologierten Überrollkäfig, einen Feuerlöscher und einen Rennsitz.

Für verbesserten Grip und eine erhöhte Bremsleistung wurden beide i30 N mit Rennreifen und Rennbremsen ausgerüstet. Mit einem vorderen Splitter und einem Heckspoiler wurde die Aerodynamik den Rennbedingungen angepasst und der Abtrieb erhöht. Das Design des Exterieurs basierte auf dem seit Januar in Deutschland erhältlichen i30 und nahm noch nicht die markantere Optik des i30 N vorweg.

Hyundai Nürburgring 2017
©Jochen Merkle/Racepicture.de via Hyundai

Stärke auch Abseits der Rennstrecke

Die Boxenein-und ausfahrt strahlte bei den 24 Stunden anno 2017 im Hyundai-Blau. Da musste dann auch jeder Konkurrent herfahren. Während der zunehmende Hickhack und die Diskussionen rund um die Balance of Performance an der Gesamtspitze den ein oder anderen Zuschauer mittlerweile nerven, war der Auftritt von Hyundai auch abseits der Rennstrecke wohltuend.

Den Hyundai-Fan Truck im Fahrerlager konnte man zu jeder Zeit aufsuchen, bei den heißen äußeren Bedingungen tat der klimatisierte Aufenthalt dem ein oder anderen mehr als gut. Das Rennen dazu im Livestream und zahlreiche Gewinne, man gab sich offen und zeigte, dass man von dem Marketing der verschiedenen Hersteller nicht nur die Nase rümpfen muss.

Hyundai macht sich nach und nach im Motorsport einen großen Namen. Neben den Einsätzen in Sachen Rallye-Weltmeisterschaft sind die 24 Stunden schon lange Bestandteil der Marke mit dem „N“ (ursprünglich steht das für den Firmen-Hauptsitz im südkoreanischen Namyang, aber zum Nürburgring passt es natürlich genauso gut). Vor allem hat man dem ein oder anderen Konkurrenten gezeigt, wie man sich als Hersteller präsentieren kann. In Zukunft bitte mehr davon. In diesem Sinne, Keep Racing!

#95 HYUNDAI N TEAM WRT (BEL) HYUNDAI I30 N SP3T
©Olivier Beroud/VSA via Hyundai
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