Isle of Man TT 2018 – Rückblick

Adrenalin pur bei der Isle of Man TT 2018

Isle of Man TT 2018
Photo by Jonathan Camp, CC BY-SA 2.0 (Licence)

Am 2. Juni fiel der Startschuss für eines der aufregendsten Rennen des Jahres: Die Isle of Man TT 2018 war eröffnet, ein gigantisches Spektakel für alle Adrenalinjunkies auf zwei Rädern. Bis zum 8. Juni glich die Insel in der Irischen See einem einzigen Rennzirkus, dann kehrte wieder Ruhe ein – an dieser Stelle ein Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse.

Das spektakulärste – und gefährlichste – Rennen der Welt

Die Isle of Man TT gilt als das älteste Motorradrennen der Welt, seine Wurzeln reichen inzwischen mehr als 100 Jahre zurück. Aufgrund seiner Gefährlichkeit ist und bleibt es hoch umstritten, das hindert jedoch die abenteuerlustigsten Motorsportler nicht an der Teilnahme.

Der Snaefell Mountain Course zieht sich über die regulären Straßen des Eilands, die für die Dauer des Rennens für den Verkehr gesperrt bleiben. Auf dem exakt 60,733 km langen, kurvengespickten Parcours ist Millimeterarbeit gefragt, um unbeschadet ans Ziel zu gelangen. Am »Mad Sunday« wird ein Teil der Strecke in einer Richtung für Hobbybiker geöffnet, und das bedeutet: Ausnahmezustand!

Michael Dunlop und die Birchalls wieder mal auf Erfolgskurs

Das Superbike-Rennen am ersten Tag entschied Michael Dunlop für sich, der Brite tritt fast ausschließlich auf Straßenrennen an. Bereits 2016 knackte er beim selben Event die Schallgrenze von 17 Minuten für den Mountain Course und erreichte dabei eine grandiose Durchschnittsgeschwindigkeit von 214,675 km/h.

Das 1. Seitenwagenrennen am selben Tag gewannen die Birchalls Tom und Ben auf ihrer Honda: Ihnen gelang es als erstes Team, den Mountain Course in weniger als 19 Minuten zu bewältigen. Auch das 2. Seitenwagenrennen am 8. Juni dominierte das eingespielte Duo, das seit 2015 kaum noch zu schlagen scheint.

TT Isle of Man
Photo by Chris F Page, CC BY 2.0 (Licence)

Erfahrene ältere Fahrer durften sich ebenfalls in diesem Jahr an der weltberühmten Strecke versuchen. Mehr als 40 Zweiradprofis nahmen am PokerStars Senior TT Rennen teil, um den Sieg für sich zu erringen. Am Ende setzte sich Peter Hickmann auf seiner BMW-Maschine durch. Wie in den Jahren zuvor sponserte die Online-Plattform PokerStars dieses spannende Senior-Event, die Firma hat schließlich ihren Hauptsitz auf der Isle of Man. Die Rennserie lebt überhaupt vom großzügigen Sponsoring, in diesem Jahr hat der Energy-Drink-Produzent Monster wieder einmal die größte finanzielle Unterstützungsarbeit geleistet. Monster ist ohnehin im Motorsport hoch engagiert.

Zum 1. Supersport-Rennen am 4. Juni war Michael Dunlop wieder am Zug, er wechselte hierfür von seiner BMW-Maschine auf eine Honda. Die 600er ist nicht gerade sein Steckenpferd – trotzdem fuhr das Ausnahmetalent mit ihr seinen 17. Sieg ein! Dean Harrison ging auf seiner Kawasaki zu Anfang kurz in Führung, landete jedoch schließlich auf dem zweiten Platz. Im 2. Supersport-Rennen am 6. Juni durfte Harrison sich jedoch endgültig über einen grandiosen Sieg freuen: Er unterbot den bis dato geltenden Rennrekord um mehr als 8 Sekunden, während Dunlop eine Zeitstrafe erhielt und daher das Siegespodest erst gar nicht betrat.

Michael Dunlop auf dem 3. Rang der TT-Bestenliste

Den Sieg beim Lightweight-Rennen am 6. Juni ließ sich Dunlop allerdings nicht entgehen, diesmal mit Runden- und Rennrekord. Das bedeutete zugleich den 18. Sieg – und den dritten Rang auf der immerwährenden TT-Bestenliste. Wieder ging zunächst jemand anderes in Führung, nämlich Ivan Lintin, doch er schied in der zweiten Runde aus. Derek McGee erwies sich auf seiner Kawasaki als deutlich zäher, aber Dunlop ließ ihn schlussendlich fast 15 Sekunden hinter sich zurück.

Insgesamt also ein bewegtes Event mit zahlreichen Höhen und Tiefen, das auch die alten Hasen auf zwei Rädern bis auf Äußerste herausforderte. Die Fahrer starten im Rahmen der Isle of Man TT einzeln und nicht im Pulk, die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt um die 209 km/h. Zum Vergleich: Bei regulären Grand-Prix-Rennen wird regelmäßig ein durchschnittliches Tempo von etwa 160 km/h gemessen, obwohl auch dort schon jede Menge Adrenalin mit im Spiel ist.

Der Rundenrekord lag zum Start des diesjährigen Rennens noch bei 215,591 km/h, doch Peter Hickmann schraubte ihm beim Senior Race auf unglaubliche 217,989 km/h! Nun darf Hickmann sich mit Fug und Recht als schnellsten Road Racer aller Zeiten bezeichnen – der Engländer teilt den Ruhm allzu gern mit seinem schnellen Bike von BMW: »Es war auf dem letzten Teil der Strecke einfach perfekt«, äußerte er sich im Interview.

Im nächsten Jahr geht die Geschichte der Isle of Man TT sicher weiter, die diesjährigen Stars Michael Dunlop, Peter Hickman sowie Tom und Ben Birchall möchten es sich nicht nehmen lassen, weiter an Ihrem Ruhm zu feilen.

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