Jim Clark Revival – Hockenheim Historic

Hockenheim Historic
©racing14.de – Hockenheim Historic

Lange ist es her, als das Leben eines der größten Könner der damaligen Motorsportzeit endete. Jim Clark verunglückte bei einem Lauf zur Formel 2 in seinem Lotus am 7. April 1968 auf dem Hockenheimring tödlich. Zwei Weltmeistertitel standen zu diesem Zeitpunkt für ihn zu Buche – man kann davon ausgehen, dass es sicher mehr geworden wären. Auch dieses Jahr fand in Hockenheim wieder das Jim Clark Revival statt – in Erinnerung an einen der ganz Großen. Was sich im badischen Motodrom dann alles auf die Strecke begab, das war des Anlasses auch mehr als würdig.

Benetton B197
©racing14.de -Benetton B197

Fangen wir mal mit der schnellsten Klasse an. In der BOSS GP Serie kommen ehemalige Formel1, IndyCar und vor allem GP2 und World Series by Renault-Boliden zum Einsatz. BOSS hat mit der bekannten Marke im Übrigen nichts zu tun, sondern steht für Big Open Single Seater – der Name ist Programm. Zahlenmäßig ist hier die GP2-Franktion am stärksten vertreten, doch auch ein Jaguar R5 oder ein Benetton B197 waren unter den Boliden zu finden.

Da soll noch einer sagen:  keine F1 dieses Jahr in Deutschland – so fanden ein paar ältere Formel 1 Boliden doch noch den Weg zum Hockenheimring. Und der Sound sprach für sich, der ist durchaus den aktuellen F1-Fahrzeugen überlegen.

Shadow F1
©racing14.de – Shadow F1

Unterstützt wurde das F1-Geschehen auch dank des Raceclub Germany, hier wurden ebenfalls ehemalige Boliden der Königsklasse präsentiert: Shadow, Eurobrun, Tyrrell…vergessene Namen, die für viele Formel 1-Fans aber noch nichts an ihrer Aussagekraft verloren haben. Den alten Shadow-F1 bewegte übrigens Marco Werner am vergangenen Wochenende.

In Sachen Hubraum etwas weiter unten angesiedelt gab es zahlreichen Formel Junior-Boliden zu sehen, die im Rahmen der FIA Lurani Trophy über den badischen Asphalt fuhren. Bei den Monopostos bestimmte das Modell Brabham BT6 das Bild. Aber auch in Sachen Tourenwagen gab es reichlich Action – von alt bis neu. Freunde von Tourenwagen vor 1990 waren bei der niederländischen Youngtimer Touring Car Challenge (YTCC) bestens aufgehoben und Anhänger amerikanischer Boliden waren hier alles andere als verkehrt. Pontiac TransAm oder Dogde Charger – wahre Hingucker aus den 70er Jahren.

Pontiac TransAM 1971
©racing14.de – Pontiac TransAM

Für aktuellen GT-und Tourenwagensport sorgte die STT (Spezial Tourenwagen Trophy), wo es neben dem ex-Audi A4 DTM von Doppel-Laufsieger Edy Kamm auch einige Exoten zu sehen gab. Neben zahlreichen Porsche 997, dem ein oder anderen Mercedes SLS und einigen Audis konnte man auch insgesamt drei V8-Start Boliden im Feld sehen. Einen ausführlichere Nachlese auf die Rennläufe der STT gibt es übrigens bei Kollege Christoph zu lesen.

STT Audi A4 DTM
©racing14.de – Edy Kamm/ STT

Insgesamt traten am Wochenende in Good Old Hockenheim über 500 Teilnehmer an, will heißen, es gab noch weitaus mehr Rennserien als die bis hier genannten. Formel Vau Europe, Scuderia Alfa Classico, DRM Klassik-Pokal und die Rennen des Lotus Clup Europe sorgten dafür, dass man hier mehr als gut unterhalten wurde. Stichwort Zuschauerzahl  – rund 22.000 Besuchern fanden den Weg ins Motodrom. Sicher, das verläuft sich auf den gesamten Tribünenareal des Hockenheimrings, doch insbesondere die Sachs-Kurve war gut besetzt. Eine erfreuliche Zahl, wenn man bedenkt, dass genau an diesem Wochenende auch die RCN und das Qualifikationsrennen für die 24h am Nürburgring stattfanden – dazu F1 und WEC im Fernsehen.

Youngtimer
©racing14.de

Alle Serien sind hier sehr nahe am Zuschauer – d.h. man hatte auch kein Problem damit, einmal in die Boxengasse oder direkt in die Boxen zu schauen. So sollte es sein – dazu schaffen natürlich Youngtimer und alte Formel-Boliden immer ein eigenes Flair-das kann man nicht beschreiben, das muss man schon selbst erleben. Und wem das dann doch ein wenig zu „Old-School“ war, der wurde zwischenzeitlich mit einer Präsentation einiger Dragster unterhalten. Für jeden was dabei.  Ein besonderer Ohrenschmaus waren noch die Fahrzeuge der SuperSports-CANAM, bei diesen Sportprototypen ging es auf über acht Liter Hubraum. Die Positionen in den Rennen waren  zwar schnell bezogen, doch diese Monster aus einer anderen Zeit auf der Strecke zu sehen, das war mehr als ausreichend.

CANAM
©racing14.de – CANAM McLaren

Und da wir nicht vergessen wollen, dass wir hier beim Jim Clark Revival sind, ging es zum Abschluss noch kurz in die Sonderausstellung rund um den schottischen Weltmeister – Pflichtprogramm, wenn man vor Ort ist. Jim Clark wäre sicher stolz auf diese Veranstaltung – schließen möchte ich mit den Worten von Kurt Ahrens, als er anlässlich der 2007er Ausgabe anmerkte „Ein Freund verloren, aber nie vergessen!“ Und dafür wird das Revival auch in Zukunft sorgen. In diesem Sinne, Keep Racing!

Infos: Hockenheim-Historic

PS: Alle Impressionen des Wochenendes folgen natürlich noch.

Jim Clark Revival
©racing14.de

 

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