Josh Burdon – Amerika im Visier

Burdon leaving Pits
©racing14.de

In der Saison 2013 machte ein junger Australier in der NASCAR Whelen Euro Series von sich reden. In der im abgelaufenen Jahr noch unter dem Namen Open Championship laufenden Meisterschaft für Nachwuchsfahrer konnte Josh Burdon nicht weniger als 7 Rennsiege, 3 Pole-Position und insgesamt 9 TOP 5 Ergebnisse erzielen. Dass er die Meisterschaft letztlich nicht gewinnen konnte lag weniger an ihm, als dass er zur falschen Zeit am falschen Ort war. Beim Saisonfinale in LeMans wurde er vollkommen unschuldig Oper einer Kollision. So konnte er nur zusehen, wie sein Titelkonkurrent Anthony Gandon den schon fast sicher geglaubten Titel an sich reissen konnte.

Die Enttäuschung saß tief, bei ihm selber und seinem Team von Scorpus Racing. Doch man hatte stets das Ziel Amerika für den 21-jährigen fest im Visier. Doch dazu später mehr. Werfen wir einen kurzen Blick auf die Karriere des Australiers. Sein Geburtsort ist übrigens die Stadt Hobart auf der Insel Tasmanien. Von 2000 – 2008 bewegte sich Burdon standesgemäß meist im Kart vorwärts, bevor der am 5. September 1992 geborene „Tasmane“ den Umstieg in eine andere Serie wagte. und zwar ging es für ihn in die „Aussie Racing Car Super Series“, vom Aussehen sind diese Silhouetten-Fahrzeuge den V8 Supercars nachempfunden, nur in einer viel kompakteren Ausgabe, vielleicht noch am ehesten mit den Legend Cars zu vergleichen. Josh Burdon konnte hier einige Top 5 bzw. Top 10 Ergebnisse erzielen.

Josh Burdon
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Weiter ging der Weg dann in die australische Formel 3. 2010 gab es hier ein Teilzeitprogramm, 2011 konnte er die ganze Saison absolvieren.Mit drei Rennsiegen und 9 Podiumsplatzierungen konnte er hier auf sich aufmerksam machen. 2012 gab es das ein oder andere Gastspiel in der „Australian V8 Ute Series“, bevor er sich auf den Weg nach Europa begab. Neue Umgebung, ungewohnte Strecken, alles war hier neu für Josh Burdon, der bis zu diesem Zeitpunkt relativ wenig Rennerfahrung außerhalb vom Kart gesammelt hatte. Bis zu einem Einstieg in solch eine Klasse haben viele Piloten in der Regel schon deutlich mehr Kilometer absolvieren können. 4 Rennen bestritt er für Scorpus Racing, davon ging es schon zwei Mal aufs Podest. Darauf folgte die grandiose Saison 2013. Mal so nebenher fuhr er in Frankreich dann noch Gaststarts in der dort ansässigen Formel Premium  – und war auf Anhieb siegreich.

Zurück in die Gegenwart. Für 2014 erwartet den Australier ein ehrgeiziges Programm. Viel unterwegs wird er auf jeden Fall sein, einerseits steht die Asiatische V8 Meisterschaft auf dem Programm, andererseits tut sein Manager und Teamchef von Scorpus Racing, Alain Veyssiere, alles dafür, ein Rennprogramm in den USA auf die Beine zu stellen. Josh Burdon wird bei einigen Rennen der NASCAR K&N Pro West Series antreten, auch geplant sind Einsätze auf der „Bullring“ genannten Rennstrecke in Las Vegas – hier dann bei der Whelen All American Series. Wie viele Einsätze es gerade in der K&N Pro West Series geben wird, hängt natürlich am schnöden Mammon. Hier hofft das Team von Scorpus Racing noch auf weitere Unterstützung, aktuell gibt es auf der Website des Teams die Möglichkeit, dem Josh Burdon Supporters Club mit einem Monatsbeitrag beizutreten. In Zeiten von Crowd-Funding, warum eigentlich nicht?

NWES - Monza Italien 2013
©Nelly M. Photographie – die beiden Herren links haben Ihre Heimat jetzt in Las Vegas, ich bleib erstmal bei Dortmund ;-)

Burdon hat Talent, ohne Zweifel und er hat bewiesen, dass er in jedem Boliden schnell ist. Gute Tests in Las Vegas zeigten, dass er vor hat, diesen Trend weiter fortzusetzen. Und wer weiß, wohin sein Weg noch führen wird. Marcos Ambrose – einziger Australier im NASCAR Sprint Cup, würde sich doch sicher über einen Landsmann im Feld freuen. Träumen darf man ja und wer wie Josh Burdon und sein Team soviel Ehrgeiz an den Tag legt, diesen amerikanischen Traum wahr werden zu lassen, denen ist es auf jeden Fall zu gönnen. Ich bin sehr auf die ersten Rennen von Josh dieses Jahr gespannt. Keep Pushing, Josh!

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