Junk Yard – Traumautos auf dem Autofriedhof [Anzeige]

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Junk Yard Autofriedhof
©HEEL Verlag

Traumwagen auf dem Autofriedhof

Die Motorsportsaison nähert sich langsam aber sicher dem Ende. Zeit also, mal wieder in die Bücherkiste zu schauen. Der HEEL-Verlag präsentiert aktuell einen frischen Bildband mit ganz besonderem “Schrott”. Richtig gelesen, denn im Buch “Junk Yard-Traumautos auf dem Edelschrottplatz” geht es um ganz besondere automobile Stücke. Genauer gesagt geht es um einen Schrottplatz, den es mittlerweile schon gar nicht mehr gibt. Der lag in Los Angeles und war für Blicke von außen meist verschlossen, doch mit einer Ausnahme.

Doch zunächst ein Blick auf die Entstehungsgeschichte dieses einzigartigen Junk Yards: Rudi Klein lieferte einst als Metzgergeselle die Würste an Graf Luckner und die Familie Reemtsma in Hamburgs Nobelstadtteil Blankenese aus, bis es ihn im Alter von 25 Jahren zunächst nach Kanada und später in die USA führte. Hier kaufte er 1968 seinen ersten Unfallwagen, einen Mercedes 300 SL. Schnell erwarb er weitere Unfallautos deutscher Herkunft – ergattert von Versicherungen oder bei Versteigerungen. Für’n Appel und ’n Ei!

Er konzentrierte sich auf Autos von Prominenten, so erwarb er den 280er-Mercedes von Burt Lancaster, das Rolls-Royce-Cabrio von Tony Curtis, den Ferrari 250 LM von Sonny & Cher. Besonders in Zeiten der Ölkrise in den 70er-Jahren sicherte er sich großvolumige und teure Autos, vornehmlich Porsche und Mercedes. Damals wollte die keiner haben. Kaum war die Ölkrise vorbei, konnte Klein seine Schätze mit satten Gewinnen verkaufen. Allein 20 der legendären Mercedes 300 SL sammelte er in den USA ein und schickte sie nach Deutschland. Und spätestens seit in den 80er-Jahren der Oldtimer-Boom begann, war Klein ein gemachter Mann.

Aber viele seiner Autos wollte Rudi Klein nicht hergeben, er sammelte immer weiter und so hinterließ er 2001, als er 65-jährig starb, ein Gelände von 16.000 Quadratmeter Schrott, im düsteren Stadtteil Florence in South Central Los Angeles. Der bekannte Automobil-Fotograf Dieter Rebmann erfuhr auf Umwegen von dieser einmaligen Sammlung und schaffte es tatsächlich, die teilweise einmaligen Automobile abzulichten, bevor die Söhne von Rudi Klein das Areal für Außenstehende schlossen und mit der Veräußerung der Oldtimer begannen. Zusammen mit Automobil-Journalist Roland Löwisch hat er nun diesen einmaligen Bildband zusammengestellt, der einzigartiges zeitgenössisches Bildmaterial des heute nicht mehr existierenden Ortes zeigt.

Junk Yard- Automobile Geschichte in Los Angeles – Zwische Mercedes, Porsche und Maserati

Der spezielle Bildband zeigt auf den allerersten Blick bloß einen klassischen Schrottplatz, eine große Halde aus Blech und Rost. Doch auf den zweiten Blick gab es hier automobile Schmuckstücke noch und nöcher zu sehen. Mercedes SL oder Porsche 356, Edelkarossen waren hier zuhauf angesammelt worden. Porsche und Mercedes waren die am stärksten vertretenen Marken – über die Hälfte der rund 5.000 Traumautos sind von den deutschen Herstellern. Dieser Luxus-Junkyard hieß ja auch “Porsche Foreign Auto Car Dismantling”. Mit der Kamera durfte ihn bis zu diesem Bildband aber niemand betreten.

Auf 176 Seiten überzeugt das Werk mit zahlreichen Farb-und Schwarz-Weiß-Aufnahmen, klar und oft nüchtern kann man hier selbst diesen Lost Place, der mittlerweile ja keiner mehr ist, betreten und den Machern des Bildbandes bei einem Rundgang folgen. Man überlegt sich, welche Geschichte wohl hinter dem alten Mercedes 300 SEL 6.3 stecken mag oder dem Maserati Mistrale, der hier das Ende seiner Fahrt erreicht hat. Meist bis zu drei Etagen hoch waren die ehemaligen Traumwagen gestapelt, an denen der Zahn der Zeit deutlich genagt hat.

Das Werk kann somit am Ende auch mit vielen schwarz-weiß Aufnahmen überzeugen, Staub und Dreck sind die Zeitzeugen, die die Bilder besonders machen. Für Liebhaber klassischer Automobile oder auch von Lost Places ist das Buch ein empfehlenswerter ruhiger Ausflug zu einer ganz besonderen Sammlung. Einziger Wehrmutstropfen – selber vor Ort vorbeischauen ist leider nicht mehr möglich.

PS: Das Buch ist beim HEEL-Verlag erschienen und für den Preis von 29,95 € zu bekommen.

Offenlegung: Vom Heel Verlag wurde mir ein Rezensionsexemplar des Buches “Junk Yard” zur Verfügung gestellt.

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