Justin Kunz – Ausrufezeichen an der Adria

Justin Kunz - Adria Raceway 2016

Justin Kunz – Nascar Whelen Euro Series Halbfinale auf dem Adria Raceway

Das Rennwochenende unseres deutschen Nachwuchspiloten im europäischen Nascar-Ableger auf dem Adria International Raceway begann alles andere als hoffnungsvoll. Nach den ersten Testrunden der Nascar Whelen Euro Series auf dem neuem Kurs im Rennkalender war am #44er-Chevrolet von CAAL Racing ein Bremsscheibenwechsel fällig, zuvor saß ELITE1-Pilot Freddy Nordstrom am Steuer, so dass für Justin Kunz wertvolle Zeit ins Land ging.

Im Freitagstraining bei nassen Streckenbedingungen spielte die beheizbare Frontscheibe nicht mit, so dass der grün-schwarze Chevy bald wieder an der Box auftauchte mit Sichtverhältnissen gleich null. Und wieder tickte die Uhr in Sachen Trainingszeit gegen den Youngster. So war im freien Training am Ende nicht mehr drin als die Ränge 13 und 14.

Justin Kunz - JK Racing
©racing14.de

Immerhin jedoch kannte Kunz die Strecke bereits nach einem kurzen Test einige Wochen zuvor. Die Vorbereitung für das kurze Qualifying war so aber alles andere als optimal, doch die Zwischenzeiten ließen schon hoffen, als sich der Deutsche auf die Zeitenjagd der ELITE2 begab. Die Superpole – das Qualifying der besten 12 Piloten – hatte er schon fest im Visier, seine Runde war gut für Rang 8.

Dann aber die schlechte Nachricht aus der Rennleitung – seine beste Zeit wurde aberkannt, weil er sich außerhalb der „Track Limits“ befunden hätte. Ratlose Gesichter im Team von CAAL Racing, die die Entscheidung nicht wirklich nachvollziehen konnten. In den folgenden Runden hatte er immer einen anderen V8-Boliden vor der Nase und konnte seine Möglichkeiten nicht mehr annähernd umsetzen, so dass er mit Startplatz 18 Vorlieb nehmen musste.

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Rang 2 in der Rookie-Trophy am Samstag

Freude am Fahren – Auf dem Weg nach vorne

Im Mittelfeld der EuroNascar braucht man schon eine gute Übersicht, um nicht in eine Kollision verwickelt zu werden und das ganze Wochenende zu gefährden. Am Rennsamstag stelle Justin Kunz erneut unter Beweis, dass er mit Köpfchen fährt. Während in den ersten drei, vier Kurven um ihn herum das Chaos ausbrach, was eine Safety Car-Phase von 8 Runden nach sich zog, behielt er die Ruhe und war bei der Freigabe des Rennens bereits auf Platz 13.

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©racing14.de

Sukzessive verbesserte er sich und konnte die Abstände auf seine Vorderleute verkürzen. Schließlich lief er erst auf einen Viererpack auf, um diesen dann alt aussehen zu lassen. Kunz war sichtlich in seinem Element und hätte nichts dagegen gehabt, wenn das Rennen noch etwas länger gedauert hätte. Am Ende lag er lediglich 1,990 Sekunden hinter dem deutlich erfahreneren EuroNascar-Piloten Thomas Ferrando.

Gesamtrang 8 war gleichbedeutend mit Rang 2 in der Rookie-Wertung, dazu konnte er sich für das zweite Rennen über den achten Startplatz freuen. Endlich mal ein problemloses Rennen – und schon konnte Justin Kunz sein Talent aufzeigen.

Justin Kunz - Victory Lane
©racing14.de – Debütsieg in der Rookie-Trophy am Sonntag

Debütsieg in der Rookie-Trophy

Noch besser sollte es am Rennsonntag werden. Während einer seiner Konkurrenten in der Rookie-Wertung, der Russe Roman Mavlanov, nicht vom Fleck kam und nach dem Vorstart das Feld von hinten aufrollen musste, befand sich Kunz nach Kurve 1 in den Top 7. Den vor ihm fahrenden Piloten Hugo Bec und Thomas Ferrando kam er gegen Rennende immer näher, als sich beide in die Quere kamen.

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©Nascar Whelen Euro Series – Unterstützung für die #44 war auch vor Ort

Kunz bedankte sich und konnte an beiden vorbeiziehen – so lag er sicher auf Rang 5, den er souverän nach Hause fuhr. Beste Saisonleistung und dazu den ersten Sieg in der Rookie-Trophy – bei Justin Kunz ist an diesem Wochenende der Knoten geplatzt. Ein überglücklicher Kunz durfte sich zudem über einen großen Sprung in der Gesamtwertung freuen.

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©racing14.de

Er liegt nun auf Rang 8 in der Meisterschaft und auf Platz 3 der Rookie-Wertung. Hier ist aber noch lange nicht Ende, wenn es nach dem jungen Deutschen geht. Platz 2 bei den Rookies ist in Reichweite und beim Saisonfinale im belgischen Zolder am 08. und 09. Oktober ist das Ziel ganz klar – volle Attacke, um noch mehr Boden gut zu machen.

Bildernachweis Copyright: sba / racing14.de / Nascar Whelen Euro Series

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