Justin Kunz beim American Speedfest – Brands Hatch 2017

Justin Kunz
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Justin Kunz beim American Speedfest – Der Speed ist da

Seit Valencia saß der deutsche Nachwuchsrennfahrer Justin Kunz nicht mehr im Rennboliden – weder im EuroNASCAR, noch in einem anderen Wagen. Daher galt es für den 19-jährigen aus dem badischen Appenweier in den ersten freien Trainings des europäischen NASCAR Ablegers vor allem darum, wieder in Schuss zu kommen. Die Pause seit dem Saisonauftakt tat der Schnelligkeit des Deutschen aber keinen Abbruch.

PK Carsport 11 Brands Hatch
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Justin Kunz #11

Kunz spulte problemlos 24 Runden ab, die ihn auf Platz 11 brachten. Am Nachmittag pulverisierte er dann seine Rundenzeit um über eine Sekunde und konnte sich als 5. ganz vorne einreihen. Danach ging es am Samstagmorgen in die Qualifikation. Seine Zeit war gut für den 6. Rang, was ihn locker in das kurze Superpole-Shootout der Top 12 bugsierte.

In der kurzen Session, in der es um die Startplätze ging, holte er sich den 5. Startplatz und zeigte erneut, dass er bei der Musik war. Seine beste Rundenzeit des Rennwochenendes lieferte er pünktlich in den letzten Sekunden der Superpole ab und konnte deutlich die 50-Sekunden Marke mit einer Zeit von 49,676 knacken. Das hätte ihn selbst bei der ELITE1-Meisterschaft in eine gute Ausgangslage versetzt, so dass er damit mehr als zufrieden sein konnte. Das Podium war das auserkorene Ziel für das erste Rennen der ELITE2-Meisterschaft, doch manchmal kommt es halt anders, als man denkt.

Justin Kunz EuroNASCAR 2017 Brands
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Die Rennen in Brands Hatch – „Character building“

Als das Rennen der Nachwuchsmeisterschaft freigegeben wurde, stürmten die V8-Boliden durch die erste Kurve in Brands Hatch – die berühmte Paddock Hill-Bend. Kunz konnte seine Position halten, als vor ihm DF1-Pilot Dreszer den Franzosen Ulysse Delsaux leicht touchierte. Delsaux konnte seinen Ford Mustang mit der #3 nicht halten und drehte sich – um Haaresbreite konnte der Deutsche noch ausweichen.

Bei der Anfahrt zur Druids-Kurve setzte er seinen PK Carsport-Chevrolet mit der Startnummer #11 vorbei an Dreszer auf die dritte Position und machte sich auf die Verfolgung des Führungs-Duos. Bei der Anfahrt zur Ziel-Eingangskurve erwischte es dann aber leider Kunz, als er eine noch rutschige Stelle auf dem Asphalt traf, die vorher mit Bindemittel behandelt worden war – im Rahmenprogramm war hier an einem Fahrzeug Öl ausgetreten.

Da dies noch alles im Laufe der ersten Runde ablief, musste Kunz das ganze Feld passieren lassen. In einer späteren Safety Car-Phase holte das belgische Team den jungen Deutschen an die Box, um kurz den Kühler zu prüfen. Nach dem Restart konnte er sich immerhin wieder bis auf Platz 14 nach vorne arbeiten – auch wenn an diesem Tag sicher mehr drin gewesen wäre. Zudem war eine gute Rundenzeit beim Verkehr im Mittelfeld kaum möglich, daher musste er sich für das Sonntagsrennen ebenfalls mit Startplatz 14 begnügen.

EuroNASCAR
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Vor dem abschließenden Rennen des Wochenendes bekam allerdings sein Team von PK Carsport nach dem ELITE1-Rennen noch ordentlich Arbeit. Stienes Longin wurde mit der #11 in eine Kollision verwickelt und die Mannschaft musste dem Chevy u.a. eine neue Front verpassen. Das Fahrverhalten war fortan alles andere als optimal, aber Kunz konnte zumindest im Rennen antreten.

Ein guter Start brachte ihn schnell auf Rang 9 nach vorne, allerdings konnte er mit seinem Chevy die Zeiten des Vortages nicht mehr auf den Asphalt bringen. Kunz berichtete über extremes Übersteuern am V8-Boliden, daher musste er sich am Ende mit Platz 12 begnügen – die Engländer umschreiben solch ein Rennwochenende auch gerne mit: Character buildung – Was bleibt ist die Gewissheit, dass der Speed da ist und er vorne mithalten kann. Zudem hat er wertvolle Punkte retten können und mit aktuell Platz 7 in der Gesamtwertung ist noch nichts verloren. Nächster Halt für den jungen Deutschen ist nun das Oval des Raceway Venray Mitte Juli – In diesem Sinne, Keep Racing!

team11 Euro NASCAR
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