Justin Kunz – Erfolgreicher Saisonabschluss

Podium Zolder
©racing14.de – links Arianna Casoli, rechts Justin Kunz

Justin Kunz – Debütjahr endet mit Rookie-Podium

Das abschließende Rennwochenende der NASCAR Whelen Euro Series im belgischen Zolder begann für den deutschen Nachwuchspiloten Justin Kunz alles andere als erfreulich. Nachdem das erste Training der ELITE1-Wertung gerade Fahrt aufgenommen hatte, musste Teamkollege Freddy Nordstrom den schwarz-grünen Chevrolet mit der Startnummer #44 bereits nach drei Runden zurück an die Box steuern. Probleme an der Servolenkung machten ein zügiges Fahrer unmöglich. Die Reparatur dauerte leider genau die 30 Minuten, in denen die ELITE2-Piloten ins Geschehen eingriffen. Kunz war somit zum Zuschauen verdammt.

Justin Kunz Zolder Pitlane
©Nascar Whelen Euro Series

Als dann am späten Freitagnachmittag das zweite Training begann, waren es zuerst wieder die Piloten der ELITE1, die auf die Strecke gingen. Die #44 fuhr in den Händen von Freddy Norstrom zwar wieder, aber auch nur eine Runde – ein kapitaler Motorschaden beendete den Freitag abrupt. Somit kam Justin Kunz gar nicht zum Fahren. Bitter, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Youngster zu diesem Zeitpunkt noch keine einzige Runde auf dem Circuit Zolder drehen konnte. Nicht im EuroNascar und auch in der Vergangenheit noch nie, der Traditionskurs war absolutes Neuland für den Deutschen.

So musste das Erlernen der Strecke schnell gehen, nur ein paar Minuten Qualifying mit insgesamt 5 Runden standen am Samstagmorgen zur Verfügung. Doch Kunz hat mittlerweile den EuroNascar-Boliden im Griff und fuhr auf Startrang 13, nur einen Hauch von den Top 12 entfernt, die nochmals um die Pole Position weiterkämpfen durften. Trotzdem eine klasse Leistung bei den widrigen Voraussetzungen.

NeverGiveUp
©Nascar Whelen Euro Series

Rennen 1 – Frühe Kollision

Die gute Nachricht zuerst – der neu eingebaute Motor sollte am Wochenende nicht mehr das Problem sein. Der Start zum ersten Lauf der ELITE2-Meisterschaft am Samstag schien auch für Justin Kunz vielversprechend. Eine gute Reaktion brachte den Youngster direkt ein Stück weit nach vorne. Als er auf der Start-Ziel Geraden bereits auf Platz 8 lag, zog der Franzose Hugo Bec im RDV-Boliden mit der Nr. #3 immer weiter nach links rüber, wo Kunz fuhr. Genug Platz war vorhanden, doch Bec rumpelte seitlich in die Front des CAAL-Racing Piloten. Das Ende vom Lied war ein Plattfuß, so dass Kunz die Box ansteuern musste.

Justin Kunz Schikane Zolder 2016
©racing14.de

Ein unnötiges Manöver, was Kunz am Ende des Wochenendes wertvolle Punkte kosten sollte. So konnte er nur noch einige Runden drehen, aber mit dem Rückstand durch den Boxenstopp war auf Platz 20 bereits Ende. Die Rundenzeiten passten aber zumindest, so dass er sich nochmals Startplatz 13 für den Sonntagslauf sichern konnte, auch wenn er in Sachen Gesamtwertung an diesem Samstag Boden verlor. Hugo Bec wurde am Ende übrigens 6. des 1. Laufes, in der Region hätte Kunz sich ebenfalls aufhalten könne, aber hätte gibt es gerade auch im Motorsport nun einmal nicht.

JK Racing
©racing14.de

Rennen 2 – versöhnlicher Abschluss

Doch in Rennen 2 kam Kunz kein Konkurrent in die Quere. Nach einem guten Start und einer frühen Safety Car-Phase ließ der Deutsche sein Talent aufblitzen, als er als einer der wenigen im Feld einige Überholmanöver vollzog. Die waren nicht einfach, schließlich kämpfte er mit ständig blockierenden Vorderrädern.

Sein Weg führte ihn bis auf Rang 7 nach vorne, gleichbedeutend mit Platz 2 in der Rookie Trophy. Der Dreier-Zug ab Platz 4 lag am Ende gerade einmal vier Sekunden vor Kunz. Das Rennen und die Saison waren somit ein wenig zu früh zu Ende für den Nachwuchspiloten. Die Chance auf den Titel in der Rookie-Wertung war vor dem Wochenende noch in Takt, doch der Samstagslauf brachte hier ohne eigenes Verschulden eine Entscheidung gegen Justin Kunz.

Zolder Justin Kunz
©racing14.de

Am Ende seiner Debütsaison belegt er Gesamtrang 10 in der ELITE2-Wertung und konnte sich den 3. Rang in der Rookie-Trophy sichern. Dafür gab es von Seiten der Serie auch eine Einladung ins Zentrum der Nascar nach Charlotte in North Carolina, wo er im Dezember zu den NASCAR Night Of Champions Touring Series Awards fliegen wird.

Startaufstellung Zolder
©racing14.de

Starke Debütsaison

Justin Kunz konnte in diesem Jahr sein Talent unter Beweis stellen. Trotz oft fehlender Trainingszeit lieferte er gute Ergebnisse ab, auch sein Team von CAAL Racing hat der erste deutsche Fahrer der Nascar Whelen Euro Series überzeugt. Kunz und die Boliden der EuroNascar-Boliden, dass passt zusammen.

Inwieweit nun das Abenteuer NASCAR für ihn weitergeht, hängt natürlich auch von Sponsoren ab. Es wäre schade, wenn sein Weg hier bereits enden müsste und man kann nur auf weitere Unterstützung für ihn hoffen (wie beispielsweise in diesem Jahr durch KÜS), damit auch Kunz nächstes Jahr beim Saisonauftakt dabei ist, wenn es wieder heißt „Drivers, start your engines“.

justin-kunz-zolder2016-racing14-8

Alle Bilder ©racing14.de

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