Anthony Kumpen – Ziel: Daytona

Anthony Kumpen Homestead 2015
©Precision Performance Motorsports – Vorbereitungen laufen – Anthony Kumpen

“Nexteer Road to Daytona” – das ist das Programm, welches dafür sorgt, dass nach und nach Fahrer aus der Nascar Whelen Euro Series auch einmal ein wenig Luft im NASCAR-Mutterland schnuppern dürfen. Das geschieht für einige zwar in regionalen Serien, doch für den 2014er Meister des europäischen Nascar-Ablegers, Anthony Kumpen, geht es nun bald auf die große Bühne – und zwar eine verdammt schnelle.

Der Belgier wird in der zweiten NASCAR-Liga, der Xfinity Series, im Februar auf dem Daytona Speedway an den Start gehen. Auch für den erfahrenen GT-Piloten ein ganz neues Abenteuer. Einen Tag vor dem großen Daytona 500 tritt Kumpen erneut für die Mannschaft von Precision Performance Motorsport an, mit denen er schon im vergangenen Jahr erste Starts absolvierte.

Sein Dienstfahrzeug wird ein Chevrolet Camaro sein – die Startnummer #46 ist bestimmt in Motorsportkreisen nicht das schlechteste Omen. Unterwegs auf einem Superspeedway im Pulk – für den 37-Jährigen eine ganz neue Herausforderung. Kumpen ist übrigens der erste belgische Fahrer, der in Daytona am Start ist seit sage und schreibe 1977, als Christine Beckers im Juli an gleicher Stelle teilnahm – allerdings in einem Lauf zum Cup. Seine Landsmännin kam damals aber nur 33 Runden weit, Kumpen bleibt uns hoffentlich länger erhalten, am besten natürlich bis zum Ende.

“Wir haben das ganze Jahr dafür gearbeitet, die Erlaubnis zu bekommen, in Daytona zu starten und es ist fantastisch, jetzt dort fahren zu können. In Daytona zu fahren ist für jeden NASCAR-Piloten ein Traum, es ist eine ganz besondere Strecke und für einen europäischen Piloten natürlich noch spezieller. Ich bin stolz und freue mich darauf, dort zu sein”, so Kumpen zum bevorstehenden Auftritt.

“Mit der Nascar Whelen Euro Series hat alles angefangen und dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin der erste Fahrer aus der NWES (Nascar Whelen Euro Series), der in Daytona antritt und ich hoffe, dass dies auch eine Inspiration für junge Fahrer sein wird, in der Whelen Euro Series an den Start zu gehen”, so der Belgier weiter. Dass es von diesen jungen Fahrern einige gibt und geben wird,  beweist auch der deutsche Youngster Justin Kunz, der nächstes Jahr in der Serie debütiert und auch Amerika im Hinterkopf hat.

Anthony Kumpen at Venray
©NASCAR Whelen Euro Series  -Hauptjob EuroNascar – 2016 soll der Titel zurück nach Belgien

Doch erstmal zurück zum Meister des Jahres 2014, der trotz aller Freude auch nicht seine Hauptaufgabe in der EuroNascar aus den Augen verliert. “Wir werden wieder zwei Wagen einsetzen und uns voll auf die Meisterschaft konzentrieren. In unserer ersten Saison haben wir alle Titel gewonnen, die es zu holen gab, aber 2015 konnten wir unsere Erwartungen nicht erfüllen. Es ist sehr wichtig, den Titel zu gewinnen, auch im Hinblick auf die Unterstützung in Sachen Gaststarts in den USA, also wollen wir die Meisterschaft natürlich zurück”, gibt sich Kumpen angriffslustig.

Wenn Anthony Kumpen am 20. Februar in seinen Camaro klettert, ist er der erste Europäer in der Xfinity Series seit Dario Franchitti im Jahr 2008. Der Schotte wurde damals als 20. abgewunken, nachdem er von Rang 4 ins Rennen ging. Damit könnte Anthony Kumpen beim Daytona-Debüt sicher auch leben.

Anthony Kumpen Closeup
©Getty Images For NASCAR
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