Le Mans – Klassenkämpfe

Rebellion Racing
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com

LMP1-Privatiers – Rebellion Racing kämpft sich durch die 24 Stunden

Abseits des großen Kampfes an der Spitze von Porsche und Toyota mit dem finalen Drama für die Japaner bot die 84. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans auch wieder beste Unterhaltung in den anderen Klassen.

Das Leben als Privatteam in der LMP1Kategorie ist mitunter mehr als beschwerlich, so auch beim Klassiker an der Sarthe in diesem Jahr. Nur die Startnummer #12 von Rebellion Racing erreichte das Ziel – somit gleichbedeutend mit dem Sieg in der Privatier-Wertung.

Nick Heidfeld, Nelson Piquet Jr. und Nicolas Prost durften hier auf das Podium klettern. Geplagt von ständigen Probleme mit der Kupplung lief der Rebellion lediglich als 29. des Gesamtklassements ein. Das Schwesterauto rollte bereits in der Nacht ohne Vortrieb aus, zu diesem Zeitpunkt lag man auf Gesamtrang 5. Ein Wochenende zum Vergessen erlebte dagegen das ByKolles-Team – ständige Motorenprobleme, die zu allem Überfluss zu Bränden führten, brachten das Aus am Sonntagvormittag.

Signatech Alpine
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com / Signatech Alpine

LMP2 – Triumph für Signatech Alpine

Der Beginn der 24 Stunden Hatz war noch fest in Oreca-Hand, um genau zu sein in der vom Team Manor. Roberto Merhi zog hier allen davon und bestimmte weite Strecken der Anfangsphase. Teampartner Matthew Rao konnte das Tempo des Spaniers später nicht annähernd gehen, dazu kamen technische Probleme, bevor der Brite den LMP2-Boliden in den Porsche-Kurven ins Aus manövrierte.

Danach begann der Zweikampf zwischen dem Signatech-Alpine, mit Nicolas Lapierre, Gustavo Menezes und Stephane Richelmi am Steuer, und dem Thiriet by TDS-Oreca von Pierre Thiriet, Mathias Beche und Ryo Hirakawa. In der Nacht fand der G-Drive Oreca von René Rast, Roman Rusinov und Will Stevens Anschluss und schnupperte ebenfalls an der Führung.

LMP2 LeMans
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com / TDS-Oreca

In den frühen Morgenstunden war es Menezes mit einem 4fach-Stint, der den entscheidenden Vorsprung herausfahren und die Verfolger distanzieren konnte. Der TDS-Wagen fand in der Mulsanne dann sein verfrühtes Ende, als Pierre Thiriet den Weg nur noch ins Kiesbett fand. Das Signatech Alpine-Trio siegte somit am Ende mit einem Vorsprung von 2 Minuten und 40 Sekunden vor Roman Rusinov, Will Stevens und René Rast.

SMP LMP2
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Mit Konstanz erreichte  SMP Racing in der Besetzung Vitaly Petrov, Victor Shaitar und Kirill Ladygin den letzten Podestrang. Für das Team ESM gab es diesmal nicht zu holen, nach einigen Problemen musste sich auch LMP2-Shootingstar Pipo Derani mit Rang 16 in der Klasse begnügen, gemeinsam mit seinen Teamkollegen Ryn Dalziel und Chris Cumming. Dazu gab es auch ein letztes Auftreten offener LMP2-Prototypen, der Gibson 015S wird nächstes Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen, bei der Abschiedsvorstellung schrammte das Team von Strakka Racing auf Rang 4 nur knapp am Podest vorbei.

ESM LM24 2016
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com / ESM – Derani

 

LMGTE Pro – 50 Jahre danach – Ford und Ferrari

Ford GT LeMans
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com / FordGT

Rein auf dem Papier wird es sich sicher später einmal gut lesen. 50 Jahre nach dem ersten Sieg eines GT40 gewann Ford wieder in Le Mans im harten Duell gegen Ferrari. Ein historischer Triumph, allerdings im langen Schatten der Balance of Performance. Die BoP – das Unding im GT-Sport schlechthin – machte die 24 Stunden für Porsche, Aston Martin und Corvette zu einem aussichtlosen Kampf. Die FordGT und Ferrari 488 GTE fuhren in einer eigenen Welt, da nutzte auch eine ganz kurzfristige BoP-veranlasste Gewichtserhöhung nichts mehr.

Die Leistung des Ford-Siegertrios Dirk Müller, Joey Hand und Sébastien Bourdais soll das wirklich nicht schmälern, jedoch bleibt ein mehr als fader Beigeschmack. Dazu hagelte es noch Zeitstrafen. Der am Ende Zweitplazierte Risi-Ferrari kassierte wegen nicht funktionierender seitlicher Positionslichter eine 20-Sekunden-Strafe, da man kurz vor Rennende die Durchfahrtstrafe nicht mehr antrat.

Ferrari 488 GTE
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com / Ferrari 488

Und auch die Sieger kamen nicht ungeschoren davon – 50 Sekunden-Zeitstrafe für ein zu schnelles Fahren in einer SlowZone, dazu 20 Sekunden für einen defekten Reifensensor. So kam der Ferrari von Giancarlo Fisichella, Toni Vilander und Matteo Malucelli nach dem Ziel dem Ford mit der #68 nochmal deutlich näher….

Rang 3 konnte der Ford GT von Ryan Briscoe, Richard Westbrook und Scott Dixon am Ende für sich verbuchen, vor einem weiteren GT im Bunde mit dem Trio Oliver Pla, Stefan Mücke und Billy Johnson. Der gesamte Ford-Auftritt war klasse, Schade nur, dass er im BoP-Gerangel irgendwie unterging…

FordGT Le Mans
©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com

LMGTE Am – Ferrari-Sieg

In der GTE-Am Wertung war es der Ferrari 458 der Scuderia Corsa von Sweedler, Bell und Segal, der vor den Markenkollegen von AF Corse in der Besetzung Perrodo, Collard und Aguas die Ziellinie als Erster überquerte. Porsche durfte hier durch das Abu Dhabi Proton Racing Team immerhin doch noch auf ein GT-Podest – Al Qubaisi, Heinemeier Hansson und Long fuhren den dritten Platz nach Hause.

Lange Zeit gut im Rennen lag auch der Aston Martin von Pedro Lamy, Mathias Lauda und Paul Dalla Lana, letzterer hatte aber einen schwachen Auftritt – durch einen Unfall verabschiedete man sich aus der Entscheidung um vordere Ränge.

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