Le Mans – Aufgalopp an der Sarthe

Le Mans / #LeMans24 2017
©ACO

Le Mans 2017 – Vortest – Toyota mit Bestmarke

Mit den 24 Stunden auf dem Circuit de la Sarthe am 17. und 18. Juni 2017 steht das nächste motorsportliche Highlight ins Haus. Vorab gab das gesamte Teilnehmerfeld bei besten äußeren Bedingungen in insgesamt acht Stunden Testfahrbetrieb schon sein Stelldichein. Am Ende war es die Mannschaft von Toyota, die mit den drei eingesetzten TS050 LMP1-Hybrid-Boliden die ersten drei Ränge belegte.

Zudem ist man trotz Einschränkungen im Bereich der Aerodynamik 2017 nochmals schneller geworden. Ex-Formel 1-Pilot Kamui Kobayashi setzte auf der insgesamt 13,6 Kilometer langen Rennstrecke mit 3:18.132 Minuten die Bestzeit – damit war er bereits 1,6 Sekunden schneller als die Porsche-Pole aus dem Vorjahr.

Die schnellste Runde des Japaners im Toyota mit der Startnummer #7, den er sich mit den Kollegen Conway, Lapierre und Sarrazin teilt, war um 1,1 Sekunden schneller als das Schwesterfahrzeug mit der #8 in den Händen des Quartetts Buemi/Davidson/Nakajima/Kunimoto. Der #9er-Toyota reihte sich schließlich mit guten 3 Sekunden knapp vor dem ersten Porsche auf Rang 3 ein.

Porsche oder Toyota – Wer hat 2017 die Oberhand?

Bei der Mannschaft aus Zuffenhausen ließ man das Thema Qualifying-Versuche links liegen und konzentrierte sich auf die Renn-Pace. Die Startnummer 2 (Bamber/Hartley/Bernhard) musste zur Mittagszeit in die Box geschoben werden – ein Ölleck führte zu einem Motorwechsel. Earl Bamber legte dennoch die beste Porsche-Zeit auf den Asphalt, immerhin eine gute halbe Sekunde vor dem Schwesterfahrzeug. Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy mussten sich dahinter einreihen. Ausgerechnet in den Porsche-Kurven auf der Strecke von Le Mans waren die Toyota augenscheinlich schneller.

Le Mans Toyota
©Toyota Gazoo Racing

Zudem scheint es nicht so, als hätten die Japaner längst alles gezeigt. Auch im Renntrimm zeigte vor allem Sebastien Buemi eine beeindruckende Leistung bei längeren Stints. Porsche hat sich ganz der Le Mans Low-Down-Force Variante verschrieben, um Mitte Juni hier groß aufzutrumpfen. Doch problemlos laufen auch die 919 Hybrid nicht – für die 24 Stunden kann man daher ein Kopf-an-Kopf Rennen erwarten, vor allem wird die Zuverlässigkeit 2017 wieder eine größere Rolle spielen.

Le Mans Test LeMans24 Porsche
©Porsche

“Das war ein durchwachsener Testtag für uns. Wir haben uns auf die Rennabstimmung konzentriert und auf eine Qualifying-Simulation verzichtet. Obwohl wir die geplante Kilometerleistung nicht fahren konnten, haben wir dennoch einige wichtige Erkenntnisse bezüglich der Reifenwahl und Dauerhaltbarkeit gewonnen. Der Speed der Toyotas heute war beeindruckend, den konnten wir nicht mitgehen. Wir werden in den nächsten Tagen die Daten von heute analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen, um noch etwas mehr Performance aus unserem Auto zu kitzeln. Mit dem Fahrzeug Nummer 2 haben wir heute leider viel Testzeit verloren: Wegen eines Öllecks mussten wir über die Mittagspause den Verbrennungsmotor wechseln. Um 15:48 Uhr, nach nur zweieinhalb Stunden Reparaturzeit, war das Auto wieder unterwegs. Die Ursache für die Leckage wird noch analysiert, die Mannschaft hat super gearbeitet. Jetzt geht’s mit Vollgas weiter Richtung Rennwoche”, so Andreas Seidl, der Porsche-Teamchef.

Le Mans Porsche
©Porsche

Kamui Kobayashi hält unterdessen den Ball noch flach: “Das war ein reibungsloser Start in unsere Le Mans-Teilnahme 2017. Wir versuchten das Auto für das Rennen zu verbessern und das gelang auch. Unsere Bestzeit über den gesamten Testtag war sehr konkurrenzfähig, doch wir haben noch viel Arbeit vor uns. Denn einerseits haben wir ein 24-Stunden-Rennen vor uns, andererseits ist Porsche ein harter Widersacher. Warten wir ab, was uns noch so gelingen mag.”

Zwei der Toyota TS050 legten mehr als 100 Runden zurück, so dass die Vorbereitung auf jeden Fall rund läuft bei der Mannschaft. Doch Toyota kennt die Favoritenrolle und auch die Dramen, die die 24 Stunden von Le Mans liefern können, da muss man nur in die letzten Minuten des Vorjahres blicken. Von daher gibt man sich bescheiden, aktuell machen sie jedoch den stärkeren Eindruck der beiden LMP1-Konkurrenten.

Schnelle LMP2 – Bestzeit für Signatech

In der LMP2 war es Nelson Panciatici, der die schnellste Runde mit seinem Signatech-Alpine in den Asphalt brannte. Mit seiner Zeit von 3:28.146 Minuten lag er sogar vor der besten Runde des byKolles-LMP1-Boliden, davon konnte man eigentlich nicht ausgehen, denn zumindest der Top-Speed des Boliden sollte passen.

Dahinter reihten sich dann vor allem die Oreca-Gibson-Boliden ein (baugleich mit dem Alpine). Die Ligiers und Rileys hatten nicht den Hauch einer Chance hier mitzuhalten. Le Mans-Debütant Rubens Barrichello nahm derweil in seinem Dallara des Teams vom Racing Team Nederland Platz, zwar kam man nicht an die Zeiten der Oreca heran, glänzte aber mit Topspeeds jenseits der 340 km/h. Hier sollte noch was gehen in Sachen Leistungsfähigkeit.

Le Mans 2017
©Toyota Gazoo Racing

Die LMP2 haben 2017 enorm zugelegt, im Vergleich zum Vorjahr ist man sogar über 8 Sekunden schneller – das dürfte dann auch beim Überrunden durch die LMP1-Hersteller zu entscheidenden Szenen in der diesjährigen Aushabe der 24 Stunden führen. Der Ligier-Bolide des britischen Tockwith Motorsports-Team wird wohl weniger um die vorderen Ränge mitfahren, ist aber dennoch in diesem Jahr ein Hingucker. Der Wagen wird in den blau-orangen Farben von Gulf Racing an den Start gehen.

GTE – Pro und Am – Corvette und Aston Martin an der Spitze

In der GTE Pro bestimmten lange Zeit die Porsche 911 RSR das Geschehen, am Ende setzte aber Oliver Gavin mit seiner Corvette die Bestzeit. Beide Porsche von Lietz/Makowiecki/Pilet und Christensen/Werner/Estre lagen aber nur knapp dahinter. Auch der Rückstand der Aston Martin Vantage und der Ferrari 488 GTE hielt sich in Grenzen, so dass wir sicher einen spannenden GT-Kampf erwarten dürfen.

Sehr zurückhaltend waren alle Ford GTs unterwegs, hier hat man definitv noch nicht alle Karten auf den Tisch gelegt. Bei den 24 Stunden wird übrigens Tony Kanaan im Ford mit der Startnummer #68 Platz nehmen und den Sitz von Sebastien Bourdais einnehmen.

In der GTE-Am war es Pedro Lamy, der im Aston Martin die Bestmarke setzen konnte vor dem Art-Car von Larbre – Fernando Rees platzierte die bunte Corvette vor dem Demsey-Proton Porsche. Jetzt heißt es warten, was die diesjährige Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans in sich haben wird. In diesem Sinne, Keep Racing!

Zeitplan und Teilnehmerliste 24 Stunden Le Mans 2017

Spotter-Guide Le Mans – Die Starter in der Übersicht

Le Mans 24 hours
©Toyota Gazoo Racing

Top 6 Vortest 24 Stunden von Le Mans 2017

1.  #7   Toyota  3.18,132 Minuten     94 Runden
2. #8    Toyota  +1.158 Sekunde       104 Runden
3. #9    Toyota  +3.323 Sekunden    106 Runden
4. #2    Porsche +3.380 Sekunden     75 Runden
5. #1    Porsche +3.968 Sekunden      81 Runden
6. #35  Signatech +10.014 Sekunden 71 Runden

Share: Beitrag teilen
Tags from the story
, , , ,