Mit alten Karren durch Europa – Autorallyes für jedermann

Eifel Rallye
©Oliver Kilimann/racing14.de

Unwegsames Gelände, schwierige Navigation, fremde Gegenden – Autorallyes versprechen eine Menge Spaß und Abenteuer. Viele abenteuerlustige Fahrer begeistert die Herausforderung, sich abseits asphaltierter Straßen und ohne GPS zurechtzufinden.

Auch wenn viele Teams gleichzeitig an den Start gehen: Hinter Rallyes steht ein anderer Gedanke als hinter anderen Autorennen. Viele Veranstalter legen Wert auf den gemeinnützigen und gemeinschaftlichen Charakter ihrer Events. Teamgeist und Spaß sollen im Vordergrund stehen. Es ist nicht wichtig, wer zuerst ankommt: Der Weg ist das Ziel.

Die Vorbereitung

Wie auf jede große Reise sollte man sich auf eine Rallye gut vorbereiten. Mit der Anmeldung ist es nicht getan, schließlich wird die Streckenführung nur ungefähr vorgegeben. Für die Ausrüstung, Verpflegung und sonstige organisatorische Dinge sind die Teilnehmer selbst verantwortlich.

Das bedeutet zunächst einmal, das Auto einem gründlichen Check zu unterziehen. Ist die Notfall-Ausrüstung vollständig? Werden Ersatzteile benötigt? Je nach Größe des Fahrzeugs und Länge der Strecke gilt es auch, sich eine passende Lösung für das Gepäck zu überlegen. Ein Dachgepäckträger ist eine praktische Erweiterung des Kofferraums und erlaubt es, Wasser- und Benzinvorräte sicher zu verstauen.

Zudem sollte auch über die Versicherungsmöglichkeiten nachgedacht werden. Bei vielen Rallyes müssen die Teilnehmer sich selbst um eine Versicherung kümmern. Die Pflichtversicherung des Autos ist automatisch auch für das EU-Ausland gültig und deckt die Unfallschäden an anderen Fahrzeugen ab – nicht aber am eigenen Fahrzeug.

Daher sollten Teilnehmer einer Autorallye darauf achten, dass ihre Versicherung einen Schutzbrief enthält, mit dem auch im Ausland Schäden am eigenen Auto sowie Hilfeleistung bei einer Panne übernommen werden. Diese Leistungen beinhaltet z. B. die Autoversicherung von CosmosDirekt.

Deutsche Führerscheine werden in allen anderen EU-Ländern anerkannt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder eine Rallye über die EU-Grenzen hinaus fährt, kann sich für ca. 15 Euro einen internationalen Führerschein ausstellen lassen, der für drei Jahre gültig ist.

Im Folgenden findet Ihr eine kleine Auflistung der bekanntesten Rallyes mit Startpunkt in Deutschland.

Rallye Legend Boucles
©Oliver Kilimann/racing14.de

Europa-Orient-Rallye: Über Land Richtung Jordanien

Die ehemalige Allgäu-Orient-Rallye heißt seit 2018 Europa-Orient-Rallye und startet nun nicht mehr wie bisher im bayerischen Allgäu, sondern jedes Jahr an einem anderen europäischen Abfahrtsort. In diesem Jahr gingen die Teilnehmer in Straßburg an den Start. In drei Wochen wird eine etwa 8.000 Kilometer lange Strecke bis nach Jordanien zurückgelegt.

Aufgrund der politischen Lage in den Ländern des Nahen Ostens musste die Route mehrmals geändert beziehungsweise vorzeitig in der Türkei abgebrochen werden. Nun gehört eine Fährverbindung von der Türkei nach Israel zum festen Streckenverlauf.

Zur Rallye zugelassen werden nur Autos, die älter als 20 Jahre sind oder einen Marktwert von unter 999,99 Euro haben. Nach dem Ende der Veranstaltung werden die Autos in Jordanien von einer Hilfsorganisation verkauft und deren Erlös in soziale Projekte investiert. Der Gewinner bekommt übrigens ein Kamel, das traditionell an einen mittellosen Einheimischen verschenkt wird.

Alpen-Rodeo: Der Berg ruft

Das Alpen-Rodeo ist eine Herausforderung für alle Bergliebhaber. In nur sechs Tagen müssen auf einer Strecke von rund 3.000 Kilometern 30 Bergpässe und damit gut 50.000 Höhenmeter überwunden werden – Panorama-Aussichten garantiert!

Je nach PS und Alter des Autos werden die Fahrzeuge in Kategorien eingeteilt. Achtung: 20 Jahre alte Pkws gelten hier als „Youngtimer“! Das Alpen-Rodeo ist bisher die einzige Rallye mit einer Extra-Kategorie für Elektro-Autos.

Carbage Run: Fahrspaß mit alten Autos

Fahrspaß und unvergessliche Erlebnisse stehen beim Carbage Run im Vordergrund. Das Besondere an dieser fünftägigen Veranstaltung: Die Autos der Teilnehmer dürfen nicht mehr als 500 Euro kosten.

„Europas abgefahrenste Autorallye“ findet seit 2009 jedes Jahr auf einer anderen Route statt. Da es weniger um Geschwindigkeit und Wettbewerb als um Teamgeist geht, werden den Teilnehmern verschiedene Tagesaufgaben gestellt, mit denen sie Punkte sammeln können. Die ausgedienten Autos tun ihr übriges, um den Schwierigkeitsgrad auf dieser Rallye zu erhöhen.

Autorallyes für jedermann
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