Nachlese – das WhelenEuro-Titelduell 2014

No. 24 Nring Anthony Kumpen
©racing14.de – der Meisterwagen #24

1 Punkt. Das war es, mehr nicht. Viel knapper geht es dann nun wirklich kaum. Dieser 1 Punkt entschied über den Titel in der ELITE1-Wertung der Profis in der NASCAR Whelen Euro Series und brachte Anthony Kumpen in seinem Debütjahr in der Serie die Meisterschaft. Dieser 1 Punkt verhinderte den dritten Titel in Folge von Ander Vilarino.

Der Spanier war auch in diesem Jahr der Mann, den es zu schlagen galt, das steht außer Frage. Direkte Duelle des Titelverteidigers aus den beiden Vorjahren und seines neuen Herausforderes aus Belgien direkt auf der Strecke haben wir wenig gesehen. Erfreulichweise kam es auch zu keinen Zwischenfällen bei den beiden, so dass sich am Ende bei sechs Rennveranstaltungen des Jahres 2014 mit jeweils zwei Rennläufen am Wochenende die Konstanz des Belgiers durchsetzen konnte.

Nring Kumpen Cockpit
©racing14.de – Anthony Kumpen – Konzentration…

Kumpen kam in allen Läufen ins Ziel und somit in die Punkte, die nach amerikanischen NASCAR-Vorbild vergeben werden. Ander Vilarino war aber der Mann, der stets diesen Ticken schneller wirkte. Auch nicht überraschend, die Kombination aus seinem in der Rennserie erfahrenen TFT-Team und ihm selber wirkten teilweise immer noch unschlagbar, während die Serie für Anthony Kumpen und sein Team von PK Carsport dazu im Gegensatz komplettes Neuland darstellten.

PK Carsport setzte alles daran, den Erfahrungsrückstand aufzuholen, jede Testmöglichkeit wurde genutzt und so drehten Anthony Kumpen und Teamkollege Bert Longin Rund um Runde, während sich unser Doppelmeister der letzten beiden Jahre einfach in seinen Boliden mit der Nummer #2 setzte und auf Anhieb eine Zeit in den Asphalt brannte, an die keiner herrankam. Dies war oft der Fall, auch der Nachteil einer unbekannten Strecke war nie wirklich ein Nachteil, das beste Beispiel lieferte er hier mit der Pole-Position am Nürburgring.

Vilarino Tours Speedway
©NASCAR Whelen Euro Series – Revanche 2015? Ander Vilarino

Anthony Kumpen seinerseits ist erfahren genug, Punkte nach Hause zu fahren, wenn nicht mehr geht. Ein Sieg steht am Ende der Saison für ihn zu Buche, derer 4 für Ander Vilarino. Doch letzten Endes nahmen die Zielankünfte unter ferner liefen Vilarino die Chance auf den Titel. Sowohl im ersten Lauf in Valencia, als auch beim zweiten Lauf am Nürburgring wurde er unverschuldet Opfer einer Kollision, seltsamerweise war hier Borja Garcia immer mit involviert. Ander Vilarino ist sicher alles anderes als gut auf seinen Landsmann zu sprechen, das machte auch neulich ein Video deutlich, dass er via Facebook zeigte mit dem dezenten Hinweis, dass er in diesem Jahr dreimal von einem anderen Fahrer aufs Korn genommen wurde und es sich immer um denselben Piloten gehandelt hat. Dicke Freunde werden die beiden Spanier sicher nicht mehr.

Nring Anthony Kumpen
©NASCAR Whelen Euro Series – am Nürburgring im Gespräch mit dem neuen Meister

Ein tragisches Ende der Saison für den Favoriten, der mit dem Handling seines Chevys ausgerechnet beim Saisonfinale erstmals deutlich zu kämpfen hatte und Anthony Kumpen nicht mehr folgen konnte. Der Belgier seinerseits bewies aber während der gesamten Saison Rennintelligenz, um dem ein oder anderen Scharmützel aus dem Weg zu gehen. Konstanz war der Schlüssel zum Erfolg, bei einem Kalender mit derzeit nur sechs Veranstaltungen á zwei Rennläufen tut ein Ausfall doppelt weh, dies musste Ander Vilarino mehr als deutlich spüren.

Für die Saison 2015 können wir beide Piloten sicher wieder ganz vorne erwarten. Anthony Kumpen macht die neue Rennserie sehr viel Spaß und er wird alles daransetzen, seinen Titel zu verteidigen. Doch „Mr. Whelen Euro“, Ander Vilarino, wird alles geben, um sich die Meisterschaft zurück zu holen. Sicher wird auch der ein oder andere noch ein Wörtchen mitreden, es bleibt also auch im nächsten Jahr spannend in der NASCAR Whelen Euro. In diesem Sinne, Keep Racing!

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