Nachlese VLN Saisonfinale 2013 – Münsterlandpokal

Für den Saisonabschluss der VLN Langstreckenmeisterschaft musste man ja eigentlich mit deutlich schlechteren Wetterbedingungen rechnen. Doch die Eifel überraschte mit relativ milden Temperaturen. Morgendlicher Regen machte die Qualifikation und grade auch den Rennbeginn für das Starterfeld allerdings nicht wirklich einfach.

655 Renault Clio VLN Groneck
©racing14.de

Goldener Herbst auf dem Nürburgring hieß es dann am Ende des Tages für die Brüder Dirk und Tim Groneck, die sich mit ihrem Renault Clio als Meister des Jahres 2013 feiern durften. Zwar ging das Duo als Favorit auf den Titel ins letzte Rennen des Jahres, doch bis dahin erlebte die Truppe von Groneck Motorsport ein dramatisches Finale. Nach planmäßigen Rennbeginn kam es beim Überrunden eines BMW im Streckenabschnitt Hatzenbach zu einem Unfall, worauf Dirk Groneck die Box ansteuern musste. Die Stoßstange wurde abgerissen und der Clio mit reichlich Tape versorgt. Direkt danach musste man erneut die Box ansteuern, das Rad hinten links schliff im Radkasten.

Auf Position sieben in Ihrer Klasse (CUP3 – Renault Sport Speed Trophy) kam das Brüderpaar wieder ins Feld. Da ihre direkten Meisterschaftsverfolger Georg Weiss, Oliver Kainz und Michael Jacobs mit ihrem Wochenspiegel-Porsche 911 GT3 R des Team Mantheys auf Platz 1 in der Klasse der VLN-Specials bis 4.000 ccm Hubraum lagen, mussten sie mindestens den fünften Platz erreichen, um Meister werden zu können. Und ihre Aufholjagd wurde belohnt. Die waidwunde Startnr. 655 überquerte als Vierter in Ihrer Klasse die Ziellinie. Glückwunsch an das Team von Groneck Motorsport zum Meistertitel 2013. Hinter dem Wochenspiegel-Porsche belegt das Raeder Duo Elmar Deegener und Christoph Breue den dritten Meisterschaftsrang.

Groneck Renault Clio
©racing14.de – Meister 2013 – die Gebrüder Groneck

Schauen wir auf die Gesamtwertung des 38. DMV Münsterlandpokales. Die Pole-Position konnte Marc Basseng im Audi R8 von Phoenix Racing mit einer Zeit von 9:34.934 Min. erobern. Auch die Führung zu Rennbeginn ließ er sich nicht nehmen. Die Meisten im Feld gingen mit Regenreifen ins Rennen, mussten aber früh die Box ansteuern, um auf geschnittene Slicks zu wechseln. Direkt auf Intermediates gingen der Frikadelli-Porsche und auch der Manthey-Porsche mit der Startnr. 145 ins Rennen, der an dieser taktisch richtigen Entscheidung nicht lange Freude hatte. Bei einem Unfall auf der Nordschleife im Bereich Kesselchen aufgrund von Öl auf der Strecke wurde der Kühler des 911 GT3 RSR beschädigt und Nick Tandy musste den Wagen abstellen.

Mit starken Rundenzeiten und einer zwischenzeitlichen Führung konnte auch der Spanier Lucas Ordonez im bulligen NISSA GT-R überzeugen. Eine fällige Stop&Go – Strafe konnte das Team noch gut überstehen, in Runde 12 beschädigte man sich aber bei einer Kollision mit dem Phoenix-Audi den Frontsplitter und musste in der Folge aufgeben. Dennoch, der leider zu kurze Auftritt des Fahrzeuges beeindruckte schon, wir hoffen künftig noch mehr vom GT-R auf der Nordschleife zu sehen.

Nach Unfällen mussten u.a. auch der Ford GT40 von Jürgen Alzen, sowie der ROWE-Mercedes SLS mit der Startnr. 6 das Rennen aufgeben. Nach der 16. Runde ging es dann sowohl für den zweiten ROWE-Mercedes mit der Startnr. 7, als auch für den Audi R8 von den Stück-Brüdern und Frank Stippler rückwärts in die Box. Mittlerweile hatte sich der Phoenix-Audi R8 wieder die Führung geholt und gab diese bis zum Rennende auch nicht mehr ab. Gute zwei Minuten betrug der Vorsprung des Trios Marc Basseng, Laurens Vanthoor und Chris Mamerow auf den ersten Verfolger. Nach einer erneut starken Vorstellung kam die Truppe von Frikadelli Racing mit Klaus Abbelen, Sabine Schmitz, Patrick Huisman und Henri Moser als Zweite ins Ziel, gefolgt vom BMW Z4 von Uwe Alzen, Philipp Wlazik und Niclas Kentenich, der zum zweiten Mal in Folge den dritten Platz erreichen konnte. “ Wir müssen jetzt nach vorne blicken, schließlich wollen wir mit dem BMW Z4 GT3 auch mal ganz oben auf dem Podest stehen“, so Uwe Alzen im Hinblick auf die kommende Saison. Das Podium verpassten diesmal die Busch-Brüder mit Platz 4, die vor zwei Wochen noch ihren ersten Gesamtsieg gefeiert hatten.

Audi R8 Phoenix Basseng
©racing14.de

Für Basseng war es der 25. Gesamtsieg in der VLN. Da er dieses Jahr erstmalig auch die WTCC-Saison bestreitet, kam er dieses Jahr nur zu vier Einsätzen auf der Nordschleife, dafür aber mit einer respektablen Ausbeute:  ein zweiter Platz und ein Sieg. Für sein Team von Phoenix auch ein mehr als gelungener Testeinsatz: „Wir haben gezeigt, dass man auch beim Testen schnell fahren kann“, so Chris Mamerow. Auch das Team von Frikadelli konnte eine grandiose Saison erfreulich beenden. Der zweite Platz bedeute den fünften Podestrang des Jahres 2013, sowie den Gewinn der VLN Speed Trophäe.

2013 war auch die erste Saison des Opel ASTRA OPC-Cups. Das gut gefüllte Starterfeld sorgte für einen hart umkämpften Cup. Als Premierensieger kann sich Mario Merten und sein Team von Bonk Motorsport feiern lassen.

Auf der Nordschleife wird es nun ruhig in Sachen VLN, weiter geht es im neuen Jahr vom 21.- 22.03. mit den Einstellfahrten. Doch für den Langstreckenpokal steht noch der ein oder andere Termin an. Am 23. November gibt es am Ring die offizielle Siegerehrung und wer sich über die Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring in der Winterpause informieren möchte, kann dies auch gut im Rahmen der Motorshow Essen vom 30. November bis zum 8. Dezember tun. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die neue Saison im Jahr 2014 in der „Grünen Hölle“. – Impressionen vom Saisonabschluss sind hier zu finden. –

Frikadelli Porsche VLN 2013
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