NASCAR 2017

NASCAR 2017 - Monster Energy Nascar Cup Series
©Jonathan Ferrey via Getty Images – Na dann Prost! Monster Energy ist neuer Titelsponsor der NASCAR

NASCAR 2017

Vieles ist neu in der Top-Klasse des amerikanischen Motorsports, der NASCAR. Das fängt ab der Saison 2017 ganz offensichtlich erstmal mit dem Namen an, Sprint hat sich verabschiedet und ein Energydrink übernimmt. Aus dem Sprint Cup wird nun die Monster Energy Nascar Cup Series – sicherlich gewöhnungsbedürftig, der Einfachheit halber belasse ich es hier einfach beim klassischen NASCAR-Begriff.

Goodbye Tony Stewart – Abschied von der #14

Ein Fahrer wird der Serie ganz besonders fehlen, oft polarisierend, doch ohne Zweifel einer der Besten seines Fachs und immerhin auch ursprünglich für den Namen meines Blogs mitverantwortlich – Tony Stewart hat die Bühne der großen Ovale verlassen und den Overall der Nummer #14 abgelegt. Er wird sicherlich wieder auf einigen Rennstrecken auftauchen, zu sehr brennt in ihm die Leidenschaft für Dirt-Track Rennen. Erstmal übernimmt er nun allerdings den Platz hinter der Boxenmauer.

An Aufgaben wird es hier nicht mangeln, wechselt man doch bei Stewart-Haas Racing von Chevrolet hinüber zu Ford. Für den langjährigen Chevy-Mann Stewart sicherlich überraschend, doch hier dürften auch gewichtige finanzielle Gründe eine Rolle gespielt haben. Die Marke mit dem blauen Oval hat sicher einige Dollars in die Hand genommen, um bei SHR unterzukommen. Das Ziel ist klar, man will endlich auch wieder den Herstellertitel für sich entscheiden, für den letzten Sieg in dieser wichtigen Wertung muss man schon bis ins Jahr 2002 zurückblicken.

Auch Carl Edwards sagte Adieu

Tony Stewart wird auch jenseits des Cockpits Erfolg haben, da bin ich mir sicher. Auf den Rennstrecken Amerikas fehlt damit aber eine der letzten großen Persönlichkeiten in diesem Sport. Die #14 bleibt uns erhalten und wird mit Clint Bowyer auch von einem erfahrenen Mann übernommen, doch Smoke kann niemand wirklich ersetzen.

Nach Jeff Gordon, Tony Stewart war es dann zuletzt Carl Edwards, der für einen Knalleffekt sorgte. Völlig überraschend trat der Mann zurück, mit dem sich Stewart im Jahr 2011 eines der besten Titelduelle der letzten Jahre lieferte. Sein Nachfolger bei Joe Gibbs Racing wird der Mexikaner Daniel Suarez. Der ist ohne Frage mit reichlich Talent ausgestattet, ist aber auch aus Marketing-Gründen ein echter Fang, kann man mit ihm doch einen ganz neuen Markt erreichen.

Carl Edwards Press Conference
©Bob Leverone/NASCAR via Getty Images

Die NASCAR wird jünger, die Typen gehen ihr dafür immer mehr aus. Damit folgt auch die amerikanische Top-Motorsport-Klasse dem internationalen Trend. Gepaart mit einem, wie ich finde, immer noch unsäglichen Playoff-System, gewinnt der Show-Charakter und das Marketing längst die übergeordnete Rolle, das gute alte Racing rückt eher ins zweite Glied.

Daniel Suarez
©Jonathan Ferrey/NASCAR via Getty Images – Edwards-Nachfolger Daniel Suarez

Carl Edwards hat genug verdient, ist ohne große Blessuren davon gekommen und möchte sich nun anderen Dingen widmen, neben dem „Business“ NASCAR will Tony Stewart auf dem Dirt-Track wieder zurück zum guten alten Racing, wie er es kennt. Noch hat man Jimmie Johnson, der letztes Jahr Titel Numero 7 feiern konnte, trotz eines Systems, was es ihm schwer machte, die Anzahl seiner Meisterschaftstrophäen zügig zu erhöhen. Wie lange macht der Mann in der #48 noch? Über diese Frage kann man sich durchaus Gedanken machen.

Toyota Camry 2018 - 2017 NASCAR
©2016 Michael L. Levitt-Toyota Racing via NASCAR- neuer Camry- in der NASCAR schon 2017

Toyota hat unterdessen den Camry für die Saison 2017 vorgestellt, sozusagen ein kleines Facelift. Der Bolide kommt kantiger und aggressiver als sein Vorgänger daher. In Sachen Aerodynamik gibt es auch wieder einmal Neuerungen. Der Heckspoiler wird kürzer – von 3,5 Zoll auf 2,35 Zoll. Nur nicht in Daytona und Talladega, hier wird die Restrictor-Plate um 1/16 Zoll kleiner. Für die Superspeedways ist ab sofort die Dachluke vorgeschrieben, um im schlimmsten Fall einen alternativen Weg aus dem Boliden heraus zu haben. Jeder NASCAR-Cup-Wagen bekommt zudem eine Kamera aufs Dach montiert, unabhängig ob diese für eine TV-Übertragung genutzt wird oder nicht.

Zudem dürfen die Piloten nun Fitnessarmbänder tragen – Digital Wearables finden also Einzug hinter dem Lenkrad. Zumindest ist man aber noch nicht so weit gegangen, dass diese Daten versenden oder mit den Boliden verbunden sind. Am Ende wird man sehen, welcher Fahrer das unbedingt braucht, auch hier wird die eigentliche #14 im Feld fehlen – Tony Stewart hätte solch ein Gerät wahrscheinlich entsorgt und einfach Gas gegeben. Doch die Zeiten haben sich auch in der NASCAR verändert und werden es weiter tun. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Update 24.01.2017: Machmal geht es schneller, als man denkt: Ab 2017 werden die Rennen nun in sog. Stages eingeteilt – mit extra Punkten für das jeweilige Segment, so will man für mehr Aktion auch früh im Rennen sorgen – die Show soll wieder einmal besser werden, nicht jede Entwicklung ist eine Weiterentwicklung, aber da kann sich jeder selbst eine Meinung bilden…

AlwaysRac14ng
©Sean Gardner/NASCAR via Getty Images

NASCAR-Kalender 2017

24.02. – 26.02.Daytona
03.03. – 05.03.Atlanta
10.03. – 12.03.Las Vegas
17.03. – 19.03.Phoenix
24.03. – 26.03.Kalifornien
31.03. – 02.04.Martinsville
07.04. – 09.04.Texas
21.04. – 23.04.Bristol
28.04. – 30.04.Richmond
05.05. – 07.05.Talladega
11.05. – 13.05.Kansas
26.05. – 28.05.Charlotte
02.06. – 04.06.Dover
09.06. – 11.06.Pocono
16.06. – 18.06.Michigan
23.06. – 25.06.Infineon
30.06. – 01.07.Daytona
06.07. – 08.07.Kentucky
14.07. – 16.07.New Hampshire
21.07. – 23.07.Indianapolis
28.07. – 30.07.Pocono
04.08. – 06.08.Watkins Glen
11.08. – 13.08.Michigan
17.08. – 19.08.Bristol
01.09. – 03.09.Darlington
07.09. – 09.09.Richmond
15.09. – 17.09.Chicago
22.09. – 24.09.New Hampshire
29.09. – 01.10.Dover
05.10. – 07.10.Charlotte
13.10. – 15.10.Talladega
20.10. – 22.10.Kansas
27.10. – 29.10.Martinsville
03.11. – 05.11.Texas
10.11. – 12.11.Phoenix
17.11. – 19.11.Homestead
Tony Stewart - Homstead
©Sean Gardner/NASCAR via Getty Images – letzte Zieldurchfahrt: Tony Stewart 2016 in Homestead